• 29.02.2020
      04:30 Uhr
      Imperium - Der Fluch des Diamanten Film von Stephan Koester und Günther Klein | phoenix
       

      Edelsteine, perlengeschmückte Haremsfrauen und prachtvolle Prozessionen mit Elefanten: Die Maharadschas stehen für eine Epoche voller Glanz und Luxus. Auch wenn sie mit dem Ende der Kolonialzeit ihre Macht und einen Teil ihres Vermögens verloren, in der Vorstellung über Indien spielen sie weiter eine wichtige Rolle. In ihren besten Zeiten beherrschten rund 600 Maharadschas - "Große Könige" - gut zwei Drittel des indischen Subkontinents. Ihr Regiment war schillernd und prächtig, aber letztlich doch nur dekorativ. Denn im Spiel, das die Kolonialmächte mit Indien trieben, waren die Maharadschas nichts weiter als willenlose Marionetten.

      Nacht von Freitag auf Samstag, 29.02.20
      04:30 - 05:15 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Edelsteine, perlengeschmückte Haremsfrauen und prachtvolle Prozessionen mit Elefanten: Die Maharadschas stehen für eine Epoche voller Glanz und Luxus. Auch wenn sie mit dem Ende der Kolonialzeit ihre Macht und einen Teil ihres Vermögens verloren, in der Vorstellung über Indien spielen sie weiter eine wichtige Rolle. In ihren besten Zeiten beherrschten rund 600 Maharadschas - "Große Könige" - gut zwei Drittel des indischen Subkontinents. Ihr Regiment war schillernd und prächtig, aber letztlich doch nur dekorativ. Denn im Spiel, das die Kolonialmächte mit Indien trieben, waren die Maharadschas nichts weiter als willenlose Marionetten.

       

      Edelsteine, perlengeschmückte Haremsfrauen und prachtvolle Prozessionen mit Elefanten: Die Maharadschas stehen für eine Epoche voller Glanz und Luxus. Auch wenn sie mit dem Ende der Kolonialzeit ihre Macht und einen Teil ihres Vermögens verloren, in der Vorstellung über Indien spielen sie weiter eine wichtige Rolle.

      In ihren besten Zeiten beherrschten rund 600 Maharadschas - "Große Könige" - gut zwei Drittel des indischen Subkontinents. Ihr Regiment war schillernd und prächtig, aber letztlich doch nur dekorativ. Denn im Spiel, das die Kolonialmächte mit Indien trieben, waren die Maharadschas nichts weiter als willenlose Marionetten - vor allem der englischen Handelskompanien.

      Ihre Märchenwelt jedoch blieb über Jahrhunderte unangetastet und stellte alles in den Schatten, was Herrscherfantasien je erträumt haben. Verschwenderischer Luxus wurde zum Herrschaftsprinzip - über Hunderte von Jahren.

      Aber kann man die politische Herrschaft tatsächlich durch atemberaubende Entfaltung von Luxus und Pracht sichern? Vermag eine glänzende Fassade das Bedürfnis der Menschen nach nationaler Identität zu stillen? Die Engländer dachten es, als sie 1615 damit begannen, die Reichtümer Indiens auszubeuten. Sie ließen den Maharadschas gerne die "Autonomie ihrer Prachtentfaltung". Sie nährten sogar durch reiche Geschenke die Lust an deren gottgleicher Repräsentation. Aber im Rücken der verhätschelten Fürsten bauten sie mit kaltem Kalkül ein Kontrollsystem aus, das allein ihren Interessen diente. Erst spät erkannten viele der Maharadschas, dass die fremden Händler aus der unbekannten Welt längst die eigentlichen Herren im Hause waren.

      Historische Filmaufnahmen dokumentieren die Jet-Set-Spleens der "Großen Könige ohne Reich", die nun auch noch den Statussymbolen des Westens nachjagten: vergoldeten Rolls-Royce, privaten Eisenbahnen, barocken Königsthronen, Polospielen mit teuersten Rennpferden.

      Gut hundert Jahre währte die Spaßgesellschaft der Maharadscha. Dann kam das böse Erwachen: Mit dem Ende der Kolonialzeit 1947 wurden auch die vergoldeten Statthalter Englands gänzlich bedeutungslos. Wie Marionetten, deren Fäden plötzlich abgeschnitten werden, fielen sie auf dem Bühnenboden der Historie - und suchen bis heute mehr zu sein als dekorative Gliederpuppen.

      Für sie begann ein neues Leben. Einige wandelten ihre Paläste in Luxushotels um - wie den Palast von Udaipur. Andere begannen, sich mit Land- und Forstwirtschaft oder Pferdezucht zu beschäftigen oder gründeten Safari-Parks für Touristen. Doch auch ohne Herrschertitel - die Maharadschas sind prominent geblieben. Einige machten Karrieren in der indischen Armee, andere zeichneten sich bei Polo und Kricket aus oder spielen in der indischen Politik eine wichtige Rolle. Und immer noch werden sie bei der Anrede als "Your Highness" geehrt.

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      Nacht von Freitag auf Samstag, 29.02.20
      04:30 - 05:15 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 28.02.2020