• 08.02.2020
      06:45 Uhr
      Hamburg Hafen der Superlative | phoenix
       

      Über 20.000 Standardcontainer, sogenannte TEU, kann die "MOL TRUST" laden. Sie ist 400 Meter lang, 59 Meter breit und zu hoch, um unter der Köhlbrandbrücke hindurch zu fahren. Aber auch das Anlegemanöver am Burchardkai hat es in sich. Vier Schlepper setzen die Hafenlotsen ein, um den Giganten in der Elbe zu drehen und sicher an die Kaimauer zu bugsieren. Die Elbe als Nadelöhr für Europas drittgrößten Hafen. Rund neun Millionen der stählernen Kisten werden pro Jahr in Hamburg umgeschlagen. Der gesamte Seegüterumschlag liegt bei 140 Millionen Tonnen. Damit ist der Hafen der Wirtschaftsmotor der Hansestadt.

      Samstag, 08.02.20
      06:45 - 07:15 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo

      Über 20.000 Standardcontainer, sogenannte TEU, kann die "MOL TRUST" laden. Sie ist 400 Meter lang, 59 Meter breit und zu hoch, um unter der Köhlbrandbrücke hindurch zu fahren. Aber auch das Anlegemanöver am Burchardkai hat es in sich. Vier Schlepper setzen die Hafenlotsen ein, um den Giganten in der Elbe zu drehen und sicher an die Kaimauer zu bugsieren. Die Elbe als Nadelöhr für Europas drittgrößten Hafen. Rund neun Millionen der stählernen Kisten werden pro Jahr in Hamburg umgeschlagen. Der gesamte Seegüterumschlag liegt bei 140 Millionen Tonnen. Damit ist der Hafen der Wirtschaftsmotor der Hansestadt.

       

      Über 20.000 Standardcontainer kann das Containerschiff MOL TRUST laden. Es ist 400 Meter lang, 59 Meter breit und zu hoch, um unter der Köhlbrand-Brücke hindurch zu fahren. Den hochgradig automatisierten Containerterminal in Altenwerder kann das Schiff deswegen nicht anfahren. Aber auch das Anlegemanöver am Burchardkai hat es in sich: Vier Schlepper setzen die Hafenlotsen ein, um den Giganten in der Elbe zu drehen und sicher an die Kaimauer zu bugsieren. 480 Meter Platz haben sie dafür - bei einer Schiffslänge von 400 Metern und weniger als einem Meter Wasser unter dem Kiel, obwohl Schiffe dieser Größe immer auf dem Scheitelpunkt der Flut einlaufen. Die Elbe ist das Nadelöhr für Europas drittgrößten Hafen. Markiert die MOL TRUST das Ende des Machbaren für den Hamburger Hafen? Ein bisschen was ginge da noch, glauben die Lotsen. Viel ist es aber nicht. Rund neun Millionen Container werden pro Jahr in Hamburg umgeschlagen. Der gesamte Seegüterumschlag liegt bei 140 Millionen Tonnen. Damit ist der Hafen der Wirtschaftsmotor der Hansestadt. 155.000 Arbeitsplätze hängen in der Metropolregion am Hafen. Die direkte und indirekte Bruttowertschöpfung in ganz Deutschland beträgt fast 22 Milliarden Euro. Eine große Maschinerie mit vielen kleinen Rädchen. Da ist der Fahrstuhlführer im Alten Elbtunnel, der seit mehr als einhundert Jahren die direkteste Verbindung zwischen der Stadt und ihrem Hafen bildet. Er weist die Fahrzeuge, mit denen die Hafenarbeiter zu ihrem Arbeitsplatz gelangen, in die schmalen Holzaufzüge ein. Für Touristen wird er zum Reiseführer, der von der Geschichte der zwei Röhren unter der Elbe hindurch erzählt. Und da ist der Kioskbetreiber, der nachts um eins mit dem Brötchenschmieren beginnt. Sein Kiosk ist Anlaufstation für die Werftarbeiter von Blohm & Voss und für die Mitarbeiter der umliegenden Containerterminals. Sie holen sich dort ihr Frühstück oder nach der Nachschicht ein Bier. Sie sind Bootsbauer, Schweißer und Lackierer, die in den Docks von Blohm & Voss rostige Rümpfe von Seeschiffen ausbessern oder Kreuzfahrtriesen eine neue Inneneinrichtung verpassen. Die Reportage begleitet auch den Schiffskoch eines Kreuzfahrers, der früh morgens nach der Ankunft am Terminal in Steinwerder zum Hamburger Fischmarkt fährt, um die Vorräte "aufzufrischen".  Wenn der Elbtunnel für die Historie des Hafens steht, repräsentiert der Containerterminal Altenwerder die Moderne: Führerlose Fahrzeuge bringen die Container in ein computergesteuertes Lager, wo die stählernen Boxen nach den Algorithmen einer Logistiksoftware permanent umgestapelt werden. Ist der Tank der AGVs, der Automatic Guided Vehicles, leer, fahren sie selbständig an die Tankstelle, wo ein Roboter die Betankung übernimmt. Ganz ohne Menschen geht es aber auch dort nicht. Eine Art "Last Man Standing" im Ballett der Maschinen i

      st der Brückenfahrer: Er sitzt in der gläsernen Kanzel eines Krans, die an einem Ausleger über das Schiff fährt, und lädt per Joystick Container auf- und ab. Selbstverständlich hat Deutschlands größter Hafen auch Deutschlands größtes Hauptzollamt - es gilt ja zum Beispiel Containerladungen oder die Passagiere von Kreuzfahrtschiffen zu kontrollieren. Das funktioniert wie am Flughafen: Es gibt einen grünen und einen roten Ausgang. Bei Verdacht wird das Gepäck durchsucht. Für die Kontrolle der Container gibt es eine eigene Röntgenanlage. Durch diese wird der ganze Lkw samt Ladung durchgeschickt und bei Verdacht der entsprechende Container geöffnet. Ganze Ladungen mit Zehntausenden gefälschten Markensportschuhen etwa sind keine Seltenheiten. Da aber nicht nur im großen Stil geschmuggelt wird, werden auch stichprobenartig oder auf Verdacht die Schiffe selbst und die Kabinen der Crews durchsucht - nach Schmuggelzigaretten oder Alkohol. 

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      Samstag, 08.02.20
      06:45 - 07:15 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 19.01.2020