• 23.02.2018
      02:15 Uhr
      Gegen die Marihuana-Mafia Wo Cannabis und Kriminalität blühen | PHOENIX
       

      In Albanien sind die Menschen in vielen Gebieten bettelarm, der Lebensstandard ist extrem niedrig, es fehlt an allem. Und dennoch gibt es seit einigen Jahren in Albanien auch Schichten, in denen enormer Luxus herrscht. Finanziert durch eine illegale Milliarden-Industrie.
      Die Macht der Cannabis-Mafia ist immens. Doch damit soll bald Schluss sein - wenn es nach Albaniens Ministerpräsident Edi Rama geht. Der regiert seit 2013 und hat ganz offiziell verlautbart, dass er "aufräumen" wird.

      Nacht von Donnerstag auf Freitag, 23.02.18
      02:15 - 04:30 Uhr (135 Min.)
      135 Min.
      VPS 02:14
      Stereo

      In Albanien sind die Menschen in vielen Gebieten bettelarm, der Lebensstandard ist extrem niedrig, es fehlt an allem. Und dennoch gibt es seit einigen Jahren in Albanien auch Schichten, in denen enormer Luxus herrscht. Finanziert durch eine illegale Milliarden-Industrie.
      Die Macht der Cannabis-Mafia ist immens. Doch damit soll bald Schluss sein - wenn es nach Albaniens Ministerpräsident Edi Rama geht. Der regiert seit 2013 und hat ganz offiziell verlautbart, dass er "aufräumen" wird.

       

      In Albanien sind die Menschen in vielen Gebieten bettelarm, der Lebensstandard ist extrem niedrig, es fehlt an allem. Und dennoch gibt es seit einigen Jahren in Albanien auch Schichten, in denen enormer Luxus herrscht. Finanziert durch eine illegale Milliarden-Industrie. Die Macht der Cannabis-Mafia ist immens. Doch damit soll bald Schluss sein - wenn es nach Albaniens Ministerpräsident Edi Rama geht. Der regiert seit 2013 und hat ganz offiziell verlautbart, dass er "aufräumen" wird.

      Nach seinen eigenen Worten hat Rama dort die Drogenbosse besiegt: Nach fünf Tagen Belagerung beschlagnahmte die Polizei mehr als 70 Tonnen Marihuana und zerstörte 133.000 Pflanzen, es gab dutzende Festnahmen. Die Aktion fand kurz vor der Entscheidung der EU statt, ob Albanien Beitrittskandidat werden darf.Die Drogenbosse hat man mit der Aktion aber ganz offensichtlich nicht erwischt. Im Gefängnis landeten nur ein paar Bauern, deren Familien vom Cannabis-Anbau lebten. Der Ort Lazarat - in den Medien als Cannabis-Zentrum tituliert - liegt heute brach. Die Arbeitslosigkeit hier ist noch weit höher als im Rest von Albanien - und da liegt sie schon bei 14 Prozent.

      Zu allem Übel wurde das Ziel, den Drogenmarkt deutlich einzudämmen, deutlich verfehlt. Die Cannabis-Produktion ging 2015 und 2016 ungebremst weiter. In diesem Jahr verkündete die albanische Regierung erneut einen Aktionsplan - wieder auf Druck der EU. Nur, wenn die Drogenbosse wirksam bekämpft werden, kann es Beitrittsverhandlungen mit Albanien geben. Ein zähes Unterfangen.

      Alleine in den ersten Monaten des Jahres 2017 wurden auf der Adria bei Bari - an der engsten Stelle zwischen Albanien und Italien - etwa 20 Tonnen Marihuana beschlagnahmt. Genauso viel, wie im gesamten Jahr 2016 in der Region Apulien. Das ist der Verdienst einer Einheit von 200 schwerbewaffneten Küstenschützern, die mit Schnellbooten Ausschau nach Schmugglerbooten halten.

      Vor einigen Monaten hat die albanische Polizei auch mit der Luftüberwachung begonnen - allerdings mit denkbar schlechter Ausstattung. Besonders in den entlegenen, bergigen Gebieten wird Cannabis angebaut. Die Felder sind nur aus der Luft zu entdecken. Nach erfolgreicher Wiederwahl im vergangenen Juni will Ministerpräsident Rama endgültig aufräumen mit dem illegalen Drogengeschäft. 2017 soll als das Jahr in die Geschichte Albaniens eingehen, in dem der Cannabis-Mafia ein Ende bereitet wurde.

      Sieht alles nach einer Großoffensive aus. Doch nicht jeder glaubt an deren Ernsthaftigkeit. Wer zu eifrig gegen die Drogenmafia ermittelte, bekam Ärger mit der Polizeiführung und musste am Ende sogar aus Albanien fliehen - so wie der albanische Drogenfahnder Dritan Zagani, der auf einer heißen Spur in Sachen Cannabis war. Er lebt nun in der Schweiz im Asyl. Das legt die Vermutung nahe, dass auch hochrangige Polizisten in Drogengeschäfte verwickelt sind.

      Der jüngste Aktionsplan der Regierung scheint aber auch erste Erfolge aufzuweisen. Die jüngsten Luftbilder zeigen deutlich weniger Cannabis-Anbauflächen. Doch das - so Kenner der Szene - sei eher auf die großen Lagerbestände der Mafia zurückzuführen. Also nimmt die Polizei weiterhin vor allem die kleinen Bauern fest - das schwächste Glied in der Drogenkette. Das große Geld verdienen die Hintermänner. Und die werden nicht gefasst. Überhaupt ist das ganze Ausmaß des albanischen Cannabis-Marktes nicht überschaubar.

      Cannabis und Albanien - das ist die Geschichte von bettelarmen Bauern, von Mafia und Korruption. Aber vor allem ist Cannabis hier: Politik.

      Film von Karl Hoffmann und Philipp Grüll

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