• 24.02.2018
      12:15 Uhr
      Killer-Roboter Dürfen Maschinen töten? | PHOENIX
       

      Vor wenigen Jahren war es ein Science-Fiction-Szenario, doch schon bald könnte es Wirklichkeit werden: Auf dem Schlachtfeld der Zukunft werden es nicht mehr Menschen sein, die über Leben und Tod entscheiden, sondern Algorithmen und Softwares: Killer-Roboter, die ohne menschlichen Input die Entscheidung fällen, wann, wo und wen sie töten. Der Politikwissenschaftler Frank Sauer war einer der ersten in Deutschland, der die Entwicklung erkannte.

      Samstag, 24.02.18
      12:15 - 13:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Vor wenigen Jahren war es ein Science-Fiction-Szenario, doch schon bald könnte es Wirklichkeit werden: Auf dem Schlachtfeld der Zukunft werden es nicht mehr Menschen sein, die über Leben und Tod entscheiden, sondern Algorithmen und Softwares: Killer-Roboter, die ohne menschlichen Input die Entscheidung fällen, wann, wo und wen sie töten. Der Politikwissenschaftler Frank Sauer war einer der ersten in Deutschland, der die Entwicklung erkannte.

       

      Vor wenigen Jahren war es ein Science-Fiction-Szenario, doch schon bald könnte es Wirklichkeit werden: Auf dem Schlachtfeld der Zukunft werden es nicht mehr Menschen sein, die über Leben und Tod entscheiden, sondern Algorithmen und Softwares: Killer-Roboter, die ohne menschlichen Input die Entscheidung fällen, wann, wo und wen sie töten. Der Politikwissenschaftler Frank Sauer war einer der ersten in Deutschland, der die Entwicklung erkannte. Sauer unterrichtet an der Universität der Bundeswehr in München und warnt seit mehr als zehn Jahren vor Killer-Robotern. "Das grundlegende ethische Problem", meint Sauer, "ist die Frage, ob es nicht die Würde des Menschen verletzt, wenn wir die Tötungsentscheidungen an anonyme Maschinen, an Algorithmen delegieren, und das Töten den Maschinen überlassen."

      Als Sicherheitsexperte berät Sauer die Kampagne "Killer-Roboter Stoppen", die von einer Gruppe von Wissenschaftlern, Kirchenvertretern und Menschenrechtsaktivisten ins Leben gerufen wurde. Sie kämpfen in der UNO ihre Schlacht gegen die autonomen Waffen. Dort fordern sie ein Verbot, eine internationale Ächtung, und dies noch bevor die Systeme entwickelt sind und in den Streitkräften eingesetzt werden. Doch es gibt auch andere Stimmen. Am katholischen Institut für Theologie und Frieden in Hamburg argumentiert der Waffenexperte Bernhard Koch, Killer-Roboter könnten sogar sinnvoll sein, denn sie könnten tatsächlich Menschenleben schützen. Indem sie nah an ihre Ziele herangehen, wären sie in der Lage sogenannte "Kollateralschäden" - den Tod von Zivilisten - zu verhindern.

      "Dürfen Maschinen töten?" ist die Frage, die Autor Uri Schneider überall während seiner Dreharbeiten gestellt hat: von der UNO-Konferenz für Waffenkontrolle bis zu den Waffenschmieden der israelischen Rüstungsindustrie, von einem Robotiklabor in den USA über einen Stützpunkt der deutschen Luftwaffe bis hin zu den Räumen der Friedensbewegung in Südkorea. Uri Schneider hat die Stimmen von leidenschaftlichen Gegnern und kritischen Befürwortern sogenannter Killer-Roboter eingefangen und zeigt ein moralisches Dilemma, das nicht so schwarz-weiß ist, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag.

      Film von Uri Schneider

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      Samstag, 24.02.18
      12:15 - 13:00 Uhr (45 Min.)
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programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 26.04.2018