• 07.06.2019
      01:30 Uhr
      Das vergessene Amerika Eine Stadt kämpft ums Überleben | phoenix
       

      Im sogenannten Rust Belt rund um Dayton, Ohio, zeigen sich die Folgen der Rezession nach dem Niedergang der US-amerikanischen Autoindustrie: Fast 35 Prozent der Menschen leben in Armut. Dayton, im Nordosten der USA, einst Vorzeigestadt, steht heute exemplarisch für das Ende des amerikanischen Traums. Die Stadt kann stellvertretend gesehen werden für viele Probleme. Überall geht es um das Einkommensgefälle und die zunehmende Kluft zwischen Stadt und Land.
      Wenn der Wohlstand schwindet Dabei war Dayton noch vor wenigen Jahrzehnten der Inbegriff von Reichtum, Wohlstand und Erfindergeist. In

      Nacht von Donnerstag auf Freitag, 07.06.19
      01:30 - 02:15 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Im sogenannten Rust Belt rund um Dayton, Ohio, zeigen sich die Folgen der Rezession nach dem Niedergang der US-amerikanischen Autoindustrie: Fast 35 Prozent der Menschen leben in Armut. Dayton, im Nordosten der USA, einst Vorzeigestadt, steht heute exemplarisch für das Ende des amerikanischen Traums. Die Stadt kann stellvertretend gesehen werden für viele Probleme. Überall geht es um das Einkommensgefälle und die zunehmende Kluft zwischen Stadt und Land.
      Wenn der Wohlstand schwindet Dabei war Dayton noch vor wenigen Jahrzehnten der Inbegriff von Reichtum, Wohlstand und Erfindergeist. In

       

      Dayton sind aus Erfindungen Unternehmen entstanden wie General Motors, Delco und National Cash Register. "Von den 1930er bis in die 1970er Jahre war der Wohlstand breit verteilt. Die Einkommen der Mittel- und unteren Schicht stiegen schneller an als die an der Spitze. Zehn, hundert Millionen Amerikaner konnten sich erstmals ein eigenes Haus leisten", beschreibt der Politikwissenschaftler Professor Jacob S. Hacker von der Yale University den damaligen Boom Daytons. Doch mit Steuersenkungen für Reiche und einer regelrechten Deregulierungswelle unter US-Präsident Ronald Reagan und mit der zunehmenden Globalisierung in den 1980er und 1990er Jahren wendete sich das Blatt. International agierende Unternehmen machten Fertigungsstandorte in den USA dicht, Arbeitslosigkeit und Armut folgten.
      Wirtschaftsentscheidungen und die Folgen "Banker und Unternehmensvorstände trafen Entscheidungen fernab von den Menschen, hielten Arbeitskräfte für überflüssig. Leider herrscht der Irrglaube, was gut sei für die Wall Street, sei gut für alle. Die Wall Street hat viele Unternehmen gezwungen, ihre Arbeitskosten aus den Bilanzen zu streichen und Jobs ins Ausland zu verlegen", analysiert Rana Foroohar, Mitherausgeberin der "Financial Times". 1993 unterzeichnet Bill Clinton das Freihandelsabkommen NAFTA. Die Herstellung von Autoteilen wandert nach Mexiko ab. Besonders folgenreich für die US-Industrie ist der Eintritt Chinas in die Welthandelsorganisation 2001. Dieses Problem hallt bis heute im Handelskrieg zwischen den USA und China nach. Ironie der Geschichte, dass im ehemaligen General-Motors-Werk in Dayton heute ein chinesischer Autoglas-Hersteller produziert.

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programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 27.05.2019