• 09.09.2010
      00:45 Uhr
      Die Wehrmacht - Eine Bilanz (1/5) Angriff auf Europa | phoenix
       

      Mehr als 17 Millionen Männer dienten in ihr, mehr als fünf Jahre führte sie den wohl mörderischsten Krieg der Weltgeschichte, hielt zeitweise halb Europa besetzt und endete doch in der totalen Niederlage: die deutsche Wehrmacht.

      Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, 09.09.10
      00:45 - 01:30 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Mehr als 17 Millionen Männer dienten in ihr, mehr als fünf Jahre führte sie den wohl mörderischsten Krieg der Weltgeschichte, hielt zeitweise halb Europa besetzt und endete doch in der totalen Niederlage: die deutsche Wehrmacht.

       

      Stab und Besetzung

      Redaktionelle Zustaendigkeit Ingo Helm

      Die fünfteilige Reihe spiegelt den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Forschung. Eine Fülle bislang ungezeigter Filmfunde aus Privatarchiven sowie eindringliche Schilderungen ehemaliger Soldaten vermitteln eine Vorstellung vom Alltag an der Front. Die erste Folge führt vor Augen, wie Millionen von Soldaten den Expansionsdrang des Terrorregimes in die Tat umsetzten.

      Jüngst entdeckte Dokumente gewähren einen unverstellten Einblick, wie die deutsche Generalität Hitler und den Krieg sah. Zahlreiche hohe Militärs waren im Offiziers-Gefangenenlager Trent Park bei London interniert; dort hörte der britische Geheimdienst ihre vertraulichen Gespräche ab. Bis vor Kurzem waren die Lauschprotokolle streng geheim, nun können sie erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Wesentliche Passagen mit aufschlussreichen, bisweilen bestürzenden Aussagen und Selbsterkenntnissen werden szenisch rekonstruiert. Sie illustrieren, wie sich die Wehrmacht zum Werkzeug der Diktatur in einem beispiellosen Vernichtungsfeldzug machen ließ - und wie wenig Widerstand es dagegen gab. Vor allem die Generäle waren keineswegs nur Befehlsempfänger, viele führten diesen Krieg aus Überzeugung.

      Die erste Folge führt vor Augen, wie Millionen von Soldaten den Expansionsdrang des Terrorregimes in die Tat umsetzten. Lang gehegte Mythen werden dabei in Frage gestellt. Nicht erst der Krieg gegen die Sowjetunion zielte auf Vernichtung, sondern schon der Angriff auf Polen. Neuere Forschungen zum Frankreichfeldzug zeigen, dass die Wehrmacht zu jener Zeit keineswegs die unbezwingbare Kriegsmaschine war, als die sie galt. Entgegen der Legende hing der Sieg 1940 am seidenen Faden. Entscheidende Erfolge wurden nicht auf, sondern ausdrücklich gegen den Befehl Hitlers errungen.

      Auf Quellenfunde aus jüngster Zeit stützen Historiker eine brisante These: Nicht strategische Gründe hätten den Diktator damals veranlasst, den Haltebefehl vor Dünkirchen an seine Armee auszugeben. Tatsächlich habe er die Machtprobe mit den eigenen Generälen gesucht, nachdem diese zuvor mehrmals eigenmächtig gehandelt hatten - ohne den Diktator einzubeziehen. Mit dem Dünkirchen-Befehl, so Historiker, habe Hitler die gewünschte Rangordnung wiederherstellen wollen. Die NS-Propaganda aber täuschte darüber hinweg, beschwor die Einheit von "Führer" und Armee. Hitler sah sich nach dem Sieg über den so genannten "Erbfeind" Frankreich bestärkt, sein eigentliches Ziel zu verfolgen: den Eroberungskrieg um "Lebensraum" im Osten.

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