• 07.01.2020
      21:45 Uhr
      Die Walfänger von Lamalera phoenix
       

      Bevor die Männer in See stechen, wird ihr Boot gesegnet, auch die Leinen der Harpunen. Ihr Boot ist nicht mehr als eine hölzerne Nussschale, kleiner als das Wesen, das sie fangen wollen. Die Menschen von Lamalera leben von dem, was das Meer ihnen gibt - sie gehören zu den letzten wahren Walfängern der Erde. Das Fischerdörfchen Lamalera liegt auf der indonesischen Insel Lembata - in den Weiten des Pazifischen Ozeans. Die Fischer glauben, der Wal sei ein Geschenk Gottes. Das Geschenk nicht anzunehmen, wäre undankbar. Traum

      Dienstag, 07.01.20
      21:45 - 22:15 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      VPS 21:44
      Stereo

      Bevor die Männer in See stechen, wird ihr Boot gesegnet, auch die Leinen der Harpunen. Ihr Boot ist nicht mehr als eine hölzerne Nussschale, kleiner als das Wesen, das sie fangen wollen. Die Menschen von Lamalera leben von dem, was das Meer ihnen gibt - sie gehören zu den letzten wahren Walfängern der Erde. Das Fischerdörfchen Lamalera liegt auf der indonesischen Insel Lembata - in den Weiten des Pazifischen Ozeans. Die Fischer glauben, der Wal sei ein Geschenk Gottes. Das Geschenk nicht anzunehmen, wäre undankbar. Traum

       

      beruf Lamafa Wer Ärger mit aufs Boot bringt, wer nicht mit reinem Herzen auf den Ozean fährt, zieht das Unheil an. Und das heißt oftmals den Tod - der Fischer. Es ist ein Kampf Lebewesen gegen Lebewesen - die Fischer mit bloßen Händen, einer rostigen Harpune und einem Speer aus Bambus. Nicht selten endet ihre Jagd auf die Riesen der Meere mit einem Unglück. Doch für die Männer gehört das dazu: Seit Jahrhunderten leben die Menschen in Lamalera vom Walfang. Noch immer wollen die Jungs im Dorf nicht Rockstar, nicht Fußballstar werden, sondern Lamafa. Das ist der Mann mit der Harpune, der den Wal erlegt - ein höchst respektierter, zugleich enorm gefährlicher Job. Alternative zum Walfang gab es bisher nicht In Lamalera gibt es kaum Bargeld. Als Währung gilt hier ein Stück Fleisch vom Wal oder vom Manta. Was nicht im Dorf verteilt wird, das wird auf dem Wochenmarkt getauscht. Gegen Hühnchen, Reis, Obst, Gemüse. Denn auf der Insel Lembata gibt es außer ein paar aktiven Vulkanen vor allem Steine, der Boden ist so gut wie unfruchtbar. Es hat Versuche gegeben, für die Menschen in Lamalera andere Einnahmequellen zu finden, zum Beispiel den Tourismus. Aber bisher hat das nicht geklappt. Aber langsam verändert sich das Leben. Seit einigen Jahren gibt es Strom, Telefon, sogar eine schmale Straße, die durch den Dschungel in die nächste größere Stadt führt. Dass sich hinter ihrem Horizont noch viele andere Welten auftun, das wird den jungen Menschen in Lamalera langsam bewusst.

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