• 13.03.2018
      03:45 Uhr
      Die Prinzessinnen von Rajasthan Die ungewöhnlichsten Frauen der Wüste Thar | PHOENIX
       

      In der indischen Halbwüste zu überleben, heißt mit der Natur leben, nicht gegen sie. Das haben die Frauen vom Volk der Bishnoi - die "Prinzessinnen von Rajasthan" - verinnerlicht. Die Bishnoi fällen keinen Baum und essen kein Fleisch. Nur so konnten sie hier sesshaft bleiben.
      Die Wüste Thar, im indischen Bundesstaat Rajasthan an der Grenze zu Pakistan gelegen, zählt zu den heißesten und trockensten Regionen der Erde. Temperaturen über 50° Celsius sind hier keine Seltenheit.
      Anmut in einer lebensfeindlichen Umwelt
      Die Thar ist eine Sandwüste: Sanddünen, soweit das Auge reicht.

      Nacht von Montag auf Dienstag, 13.03.18
      03:45 - 04:30 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      In der indischen Halbwüste zu überleben, heißt mit der Natur leben, nicht gegen sie. Das haben die Frauen vom Volk der Bishnoi - die "Prinzessinnen von Rajasthan" - verinnerlicht. Die Bishnoi fällen keinen Baum und essen kein Fleisch. Nur so konnten sie hier sesshaft bleiben.
      Die Wüste Thar, im indischen Bundesstaat Rajasthan an der Grenze zu Pakistan gelegen, zählt zu den heißesten und trockensten Regionen der Erde. Temperaturen über 50° Celsius sind hier keine Seltenheit.
      Anmut in einer lebensfeindlichen Umwelt
      Die Thar ist eine Sandwüste: Sanddünen, soweit das Auge reicht.

       

      Nur gelegentlich sind ein paar dürre Grashalme und etwas Gestrüpp zu finden. Die wenigen Orte, in denen die Menschen der Wüste Thar leben, verfügen über keinerlei Komfort, kein fließendes Wasser, keinen Strom. Inmitten dieser lebensfeindlichen Umwelt, ein seltsamer Kontrast: Anmutige und stolze Frauen in strahlend bunten Gewändern und mit fein ziseliertem Schmuck, von einer natürlichen Eleganz und Schönheit, weshalb sie nicht umsonst auch die "Prinzessinnen von Rajasthan" genannt werden.
      "Besser den Kopf verlieren, als einen Baum"
      Die Frauen stammen aus dem Volk der Bishnoi. Sie sind Indiens älteste Umweltschützer - wahrscheinlich sogar der ganzen Welt: Im 15. Jahrhundert, nach einer schlimmen Dürre, hatte der Guru Jambeswar eine spirituelle Erleuchtung. Er begriff, dass auch die Menschen an der Dürre schuld waren und er ersann 29 Regeln, die eine neuerliche Katastrophe verhindern sollte. Seit dem befolgt die religiöse Gemeinschaft die Regeln, die zum Beispiel das Abholzen von Bäumen verbietet und auch den Verzehr von Fleisch. Viele der Regeln drehen sich um die Achtung der Natur, aber auch um Aufrichtigkeit und ein verständnisvolles Miteinander.
      Im Jahr 1730 sollen sich die Bishnoi gegen den herrschenden Maharaja aufgelehnt haben, als dieser einen Wald fällen wollte. 363 Männer und Frauen seien dabei umgekommen - so erzählt es die Legende. Auf jeden Fall fanden diese ersten Umweltschutzproteste der Geschichte einen gutes Ende. Der Wald wurde durch ein Erlass geschützt. "Es ist besser, den Kopf zu verlieren, als einen Baum", sagt ein Sprichwort der Bishnoi seit dieser Zeit.
      Umweltverschmutzung und Abwanderung
      Auch heute versuchen die Bishnoi, ihren Regeln treu zu bleiben. Doch in einer modernen, globalisierten Welt, haben es die Menschen mit ihren altertümlichen Geboten schwer. Noch zählt ihr Volk um die 600.000 Menschen. Doch viele junge Bishnoi wandern in die Städte ab. Auch die Umweltverschmutzung durch die wachsende indische Industrie bedroht den Lebensraum der Bishnoi. Textilbetriebe in der nahe gelegenen Stadt Jodhpur verschmutzen den Loni Fluss, die Lebensader der Region.
      Wildtiere haben ihre Scheu verloren
      Oft dringen Wilderer in die Dörfer ein und machen sich über die Wildtiere wie die Gazellen her. Die illegalen Jäger machen sich zunutze, das die Gazellen ihre Scheu vor den Menschen verloren haben, da sie über Jahrhunderte nichts Böses von ihnen erfahren haben. Das Zutrauen der Wildtiere zu den Bishnoi zeigt sich auch daran, dass sich verletzte Tiere in ihr Dorf schleppen. Die Männer der Bishnoi verarzten sie und pflegen sie in den eigenen Tempeln gesund. Auf diese Weise konnte eine der größten Populationen der Hirschziegenantilope überleben.Filmautor Peter Weinert und sein Team haben mehrere Dörfer im Westen des indischen Bundesstaates Rajasthan besucht.

      Mit faszinierenden Aufnahmen zeichnet der Film ein Porträt der trockenen, aber reizvollen Wüstenlandschaft und der Bewohner dieser kargen Region, vor allem von den ungewöhnlichen Frauen der Wüste Thar, ihren Lebensbedingungen und ihren Traditionen. Die Frauen tragen die Hauptlast bei der alltäglichen Arbeit und der Erziehung der Kinder, kümmern sich um den Bau der Lehmhäuser und deren kunstvolle Verzierung und sorgen für die Bereitung der täglichen Mahlzeiten. Dabei wirken die Frauen aber stets gelassen und geben ihre Werte und Tugenden auch voller Überzeugung an ihre Töchter und Söhne weiter.

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      Nacht von Montag auf Dienstag, 13.03.18
      03:45 - 04:30 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 18.02.2018