• 27.07.2018
      18:00 Uhr
      Deutschland macht Müll Film von Claus U. Eckert | PHOENIX
       

      Deutschland ist europäischer Spitzenreiter beim Herstellen und Verbrauch von Verpackungen: Jeder Bundesbürger produziert durchschnittlich mehr als 200 Kilogramm Verpackungsmüll pro Jahr. Vor allem Einzelportionen, aber auch „to go“-Getränke und die Fast-Food-Gastronomie tragen dazu bei. Wer glaubt, ein Großteil des Verpackungsmaterials würde wiederverwendet, irrt. Gerade mal 15 Prozent werden recycelt. Die Idee von der Kreislaufwirtschaft löst sich damit in Rauch und Asche auf.

      Freitag, 27.07.18
      18:00 - 18:30 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo

      Deutschland ist europäischer Spitzenreiter beim Herstellen und Verbrauch von Verpackungen: Jeder Bundesbürger produziert durchschnittlich mehr als 200 Kilogramm Verpackungsmüll pro Jahr. Vor allem Einzelportionen, aber auch „to go“-Getränke und die Fast-Food-Gastronomie tragen dazu bei. Wer glaubt, ein Großteil des Verpackungsmaterials würde wiederverwendet, irrt. Gerade mal 15 Prozent werden recycelt. Die Idee von der Kreislaufwirtschaft löst sich damit in Rauch und Asche auf.

       

      Deutschland ist europäischer Spitzenreiter beim Herstellen und Verbrauch von Verpackungen: Jeder Bundesbürger produziert durchschnittlich mehr als 200 Kilogramm Verpackungsmüll pro Jahr. Vor allem Einzelportionen, aber auch "to go"-Getränke und die Fast-Food-Gastronomie tragen dazu bei. Wer glaubt, ein Großteil des Verpackungsmaterials würde wiederverwendet, irrt. Gerade mal 15 Prozent dieses Mülls werden recycelt, also in neue Produkte überführt. Einer der Gründe: Nicht selten bestehen Plastik-Verpackungen aus einer Kombination verschiedener Kunststoffe. Dadurch werden sie haltbarer, leichter und leistungsfähiger.

      Im Fall von Lebensmittelverpackungen beispielsweise übernimmt jede Kunststofflage eine spezielle Funktion: darunter den Schutz vor Keimen, die Regulierung der Feuchtigkeit und den Ausschluss von Sauerstoff. Gut für das Lebensmittel, schlecht für das Recycling. Denn die Kunststoffe sind nicht mehr voneinander zu trennen. Die Recyclingindustrie hat mit der Entwicklung von Verpackungen nicht Schritt gehalten. Am Fraunhofer-Institut in Freising arbeiten Wissenschaftler zwar daran, das zu ändern. Doch noch ist das Hightech-Recycling Zukunftsmusik.

      Und so landen am Ende mehr als die Hälfte aller Verpackungen zusammen mit dem Restmüll in der Verbrennung. Bei dieser energetischen oder thermischen Verwertung werden wenigstens Strom und Fernwärme gewonnen. Doch die Rohstoffe der Verpackungen, wie Erdöl, gehen für immer verloren, und die Idee von der Kreislaufwirtschaft löst sich in Rauch und Asche auf. Das „Duale System“ ist gesetzlich nur verpflichtet, 36% der Verpackungen aus dem gelben Sack zu sortieren. Diese Quote soll laut neuer Verpackungsverordnung bis 2022 auf 63% erhöht werden. Die Verwerter fordern dafür mehr Geld. Die Kosten wird am Ende der Verbraucher über den Produktpreis tragen.

      Mitte Januar hat die EU-Kommission ihre Strategie zum Umgang mit Plastikmüll vorgestellt. Was längst überfällig war, soll nun nach und nach passieren: Bis 2030 soll es keine Einwegverpackungen mehr geben Mikroplastikzusätze wie sie in Duschgels oder Zahnpasta verwendet werden, sollen verboten werden und Plastikverpackungen sollen wiederverwertbar sein.

      Und noch eine weitere Entwicklung macht es immer dringlicher, Plastikmüll zu reduzieren: Zum 1.1.2018 hat China den Import von Müll gestoppt. Bis dahin hatte Deutschland rund 10 Prozent seines Kunststoffmülls nach China exportiert. Der Stopp sei aus Gründen des Umweltschutzes erfolgt, sagt das Land. Als hoffnungsvolle Alternative zu aus Erdöl hergestelltem Plastik galten lange Zeit sogenannte "Bio-Kunststoffe", welche aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden. Im Vergleich zu herkömmlichem Plastik sind Bio-Kunststoffe abbaubar. Doch wenn sie ihre Funktionen wie Reißfestigkeit und Stabilität gut erfüllen, werden diese Materialien zu langsam abgebaut. Zum Beispiel sogenannte Öko-Kunststofftüten zum Sammeln von Bio-Müll: Von den Herstellern werden sie als biologisch abbaubar und kompostierbar angeboten. Die Betreiber von Kompostieranlagen aber klagen darüber, dass diese Säcke dem sechswöchigen Kompostierprozess widerstehen. Die Reste der Bio-Tüten müssen aufwändig entfernt und dem Restmüll zugeführt werden. "planet e." geht der Frage nach, wie viel Müll wir produzieren und ob wir den Titel "Recyclingmeister" zu Recht tragen.

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