• 26.04.2010
      01:50 Uhr
      Der Tag als Theo van Gogh ermordet wurde PHOENIX
       

      Nach Ausstrahlung des Film "Submission" über die Unterdrückung der Frau durch den Islam erhielt der Regisseur Theo von Gogh verstärkt Morddrohungen. Am 2. November 2004 wurde er in Amsterdam ermordet. Eine öffentliche Hinrichtung.

      Nacht von Sonntag auf Montag, 26.04.10
      01:50 - 02:45 Uhr (55 Min.)
      55 Min.
      VPS 01:35
      Neu im Programm
      Stereo

      Nach Ausstrahlung des Film "Submission" über die Unterdrückung der Frau durch den Islam erhielt der Regisseur Theo von Gogh verstärkt Morddrohungen. Am 2. November 2004 wurde er in Amsterdam ermordet. Eine öffentliche Hinrichtung.

       

      Stab und Besetzung

      Redaktionelle Zustaendigkeit Esther Shapira
      Kamil Taylan

      Der Film schildert die Hintergründe und geht den Spuren des Mörders nach. "Ein Mord wie der an Theo", sagt einer seiner besten Freunde, "ist wirkungsvoller als jeder große Anschlag. (...), denn jetzt traut sich keiner mehr so offen seine Meinung zu sagen wie früher."

      Ein ganzes Land steht unter Schock. Bis heute. Van Gogh war mit dem Fahrrad unterwegs zu seinem Büro, als ihn ein Mann auf einem Fahrrad einholt und sofort auf ihn zu schießen beginnt. Van Gogh versucht noch, auf die andere Straßenseite zu flüchten. Er fleht den Mörder an, ihn zu verschonen, aber der Mann schießt weiter. Dann schneidet ihm der Attentäter die Kehle durch und heftet mit einem Messer ein fünfseitiges Bekennerschreiben an seinen Körper. Nach der Tat flüchtet er. Später wird er von der Polizei nach einem Schusswechsel verletzt festgenommen.

      Der Attentäter ist der zum Tatzeitpunkt 26 Jahre alte Amsterdamer marokkanischer Herkunft, Mohammed Bouyeri, der in den Niederlanden geboren wurde und aufgewachsen ist. Er besitzt die marokkanische und niederländische Staatsbürgerschaft und galt als gut integriert. War es also ein überraschender Amoklauf, die tragische Tat eines psychisch gestörten jungen Mannes? Der Film findet heraus, dass es sich bei Mohammed Bouyeri keineswegs um einen Einzeltäter handelt, sondern dass er einer unter Beobachtung des niederländischen Geheimdienstes stehenden Terroristenzelle angehörte. Bouyeri hatte Kontakt bis in die oberen Etagen der Al Quaida.

      Autorin Esther Shapira zeigt aber auch, dass der Mord an van Gogh eigentlich einer jungen und engagierten holländischen Abgeordneten gegolten hatte, Aiaan Hirsi Ali, einer Frauenrechtlerin aus Somalia, die mit van Gogh den Film "Submission" entwickelt hatte.

      Aiaan Hirsi Ali warnt in diesem Film vor der Politik der Verharmlosung der islamistischen Gefahr und ruft zur Verteidigung der Demokratie auf. Mit Theo an Gogh wurde nicht nur ein umstrittener Filmemacher ermordet, sondern auch der Freiheit des offenen Wortes der heilige Krieg erklärt.

      "Der Tag als Theo van Gogh ermordet wurde" ist eine beklemmende Dokumentation über die erschreckende internationale Vernetzung des Terrors, die gefährliche Abgrenzung junger Muslime von ihrem Heimatland, in dem sie sich nicht Zuhause fühlen, und die zunehmende Angst, die Menschen verstummen und die Gefahr herunter spielen lässt.

      Ein solcher Mord hätte überall in Europa geschehen können.

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      01:50 - 02:45 Uhr (55 Min.)
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