• 27.02.2018
      19:15 Uhr
      Imperium - Der Kriegsruf der Indianer PHOENIX
       

      In der Dokumentation "Der Kriegsruf der Indianer" aus der Reihe "Imperium" begibt sich Maximilian Schell auf die Spur den gewaltigen "Clash of Civilization", Indianer gegen Europäer, mit dem in atemberaubendem Tempo ein ganzer Kontinent seine Identität verändert. Er sucht nach Ursache, Wirkung und Mechanismen des massiven Kulturwandels.

      Dienstag, 27.02.18
      19:15 - 20:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      In der Dokumentation "Der Kriegsruf der Indianer" aus der Reihe "Imperium" begibt sich Maximilian Schell auf die Spur den gewaltigen "Clash of Civilization", Indianer gegen Europäer, mit dem in atemberaubendem Tempo ein ganzer Kontinent seine Identität verändert. Er sucht nach Ursache, Wirkung und Mechanismen des massiven Kulturwandels.

       

      Ein stolzer Indianer aufrecht auf seinem Pferd, eine Herde mächtiger Bisons, ein Treck unerschrockener Siedler in den unendlichen Weiten des amerikanischen Kontinents. Was ist ein Mythos, was ist Realität in unserem Blick auf die amerikanische Geschichte? Wie prägten die Ureinwohner ihren Kontinent - und was ist von diesem Einfluss geblieben? War die Verdrängung der Indianer durch die Siedler tatsächlich unausweichlich?

      Noch nicht einmal 400 Jahre hat es gedauert, um die jahrtausendealten indianischen Kulturen durch etwas völlig Neues abzulösen. In keinem anderen Reich der Weltgeschichte vollzog sich der Wandel so fundamental und so rasant wie in Amerika. Und nirgendwo sonst war der Aufstieg einer neuen Kultur so erfolgreich: Mit den Europäern wurde das "Indianerland" über Nacht zum "Wilden Westen" und entwickelte sich innerhalb weniger Menschenalter zur "Weltmacht USA".

      Maximilian Schell begibt sich auf die Spur dieses gewaltigen "Clash of Civilization", mit dem in atemberaubendem Tempo ein ganzer Kontinent seine Identität verändert. Maximilian Schell sucht nach Ursache, Wirkung und Mechanismen des massiven Kulturwandels. "Aufstieg und Fall" - wie bei keinem anderen Reich in unserer Reihe vermischt sich in dieser Folge beides zu einer unauf-löslichen Einheit: Was der USA zu weltpolitischer Größe verhalf, bedeutete für die Kultur der Ureinwohner zugleich den Absturz in die Bedeutungslosigkeit.

      Ein unendlich weites, kulturloses Land, in dem nur vereinzelt ein paar Wilde wohnen - so das Bild Nordamerikas bevor Kolumbus kam. Doch auch hier sieht die Realität ganz anders aus: 500 verschiedene Stämme mit 175 unterschied-lichen Sprachen und ganz individuellen Traditionen bevölkern den Kontinent. Sie leben als Fischer, treiben Landwirtschaft oder ziehen als Nomaden über das Land. Im Mittelalter gab es Indianerstädte, die größer waren als die meisten europäischen Metropolen ihrer Zeit.

      Natürlich gab es Spannungen zwischen Europäern und Indianern. Einige Auseinandersetzungen weiteten sich zu furchtbaren Kriegen aus. Doch Maximilian Schell zeigt uns: Wenn die ersten Europäer nicht von den Indianern gelernt hätten, wären sie verloren gewesen. Den Umgang mit fremden Pflanzen wie Mais, Kartoffeln oder Tabak, Fortbewegung in der Wildnis, das Lenken eines Kanus.

      Dass die weißen Siedler schnell Boden gegenüber den Indianern gewinnen, liegt weniger an ihrer überlegenen Kriegskunst als an einem Mitbringsel: Bis zu 90 Prozent der Indianer Nordamerikas fallen europäischen Krankheiten zum Opfer. Die Überlebenden versuchen dann auf alle nur denkbaren Arten, den Weißen Herr zu werden: Sie kämpfen, sie verbünden sich oder passen sich an.

      Die Irokesen steigen zu einem der mächtigsten Stämme auf, weil sie sich mit den Engländern verbünden, werden aber vernichtend geschlagen, als die Amerikaner sich selbstständig machen. Die Cherokee assimilieren sich so weit, dass sie sogar schwarze Sklaven halten. Doch letztendlich wird ihnen auch dies nichts nützen. Auf dem berüchtigten Leidensweg, dem "trail of tears" verlieren Tausende ihr Leben und alle ihre Heimat. Die Sioux gewinnen unter ihrem großen Führer Sitting Bull völlig überraschend noch einmal eine große Schlacht. Doch nicht nur Sitting Bull findet ein tragisches Ende, sondern auch die letzte Hoffnung der Indianer stirbt bei dem Massaker von Wounded Knee.

      Mit Hilfe aufwändiger Spielszenen führt der Film in eine Welt, deren Wirklichkeit im Nebel der Geschichte fast vollständig versunken ist und durch Legenden und Klischees längst überlagert wird. Gedreht wurde an verschiedenen amerika-nischen Originalschauplätzen, an denen schon legendäre Western wie "Der mit dem Wolf tanzt" gefilmt wurden. Vor der unendlichen Weite amerikanischer Landschaften und in den Gesichtern von Indianern ganz verschiedener Stämme lebt die faszinierende Kultur der Ureinwohner Nordamerikas wieder auf, die durch die Ausbreitung der Weißen schon fast verloren schien.

      Film von Günther Klein und Juri Köster

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      Dienstag, 27.02.18
      19:15 - 20:00 Uhr (45 Min.)
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programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 24.04.2018