• 07.12.2019
      05:15 Uhr
      Das Geheimarchiv im Warschauer Ghetto Dokudrama USA 2018 | phoenix
       

      Es ist eine der bemerkenswertesten und bislang unerzählten Geschichten des Holocaust: Der junge couragierte Historiker Emanuel Ringelblum initiierte und leitete im Warschauer Ghetto ein Untergrundarchiv. Dort wurden Tagebücher und Fotos, NS-Verordnungen und jiddische Poesie gesammelt und vergraben, um der Nachwelt ein authentisches Zeugnis zu geben vom Leben im Ghetto und den Verbrechen der NS-Besatzer. Seit 1999 ist das Ghettoarchiv Weltdokumentenerbe der UNESCO.

      Samstag, 07.12.19
      05:15 - 06:45 Uhr (90 Min.)
      90 Min.
      VPS 05:35
      Stereo

      Es ist eine der bemerkenswertesten und bislang unerzählten Geschichten des Holocaust: Der junge couragierte Historiker Emanuel Ringelblum initiierte und leitete im Warschauer Ghetto ein Untergrundarchiv. Dort wurden Tagebücher und Fotos, NS-Verordnungen und jiddische Poesie gesammelt und vergraben, um der Nachwelt ein authentisches Zeugnis zu geben vom Leben im Ghetto und den Verbrechen der NS-Besatzer. Seit 1999 ist das Ghettoarchiv Weltdokumentenerbe der UNESCO.

       

      Stab und Besetzung

      Rachela Auerbach Jowita Budnik
      Emanuel Ringelblum Piotr Glowacki
      Hersz Wasser Piotr Jankowski
      Abraham Lewin Wojciech Zielinski
      Judyta Ringelblum Karolina Gruszka
      Lejb Goldin Bartlomiej Kotschedoff
      Rabbi Szymon Huberband Gera Sandler
      Izrael Lichtenstein Andrew Bering
      Luba Lewin Marta Ormaniec
      Ora Lewin Julia Lewenfisz-Górka
      Ori Ringelblum (jung) Bruno Rajski
      Ori Ringelblum Michal Morawski
      Halina   Dorota Liliental
      Gutchie   Hanna Kossowska
      Junger Mann im Radio Michal Klawiter
      Mother   Lena Schimscheiner
      Mädchen (10 Jahre) Lena Nowakowska
      Mädchen (15 Jahre) Nina Nowakowska
      Regie Roberta Grossman
      Musik Todd Boekelheide
      Kamera Dyanna Taylor
      Buch Roberta Grossman

      "Wer schreibt unsere Geschichte? Wie können wir sicherstellen, dass unsere Erlebnisse, unsere Traditionen, unser Leid durch unsere eigenen Zeugnisse und nicht nur aus der menschenverachtenden Perspektive der Nazis überliefert werden?" Getrieben von diesen Fragen und Motiven haben Emanuel Ringelblum und seine rund 60 Mitstreiter über Jahre hinweg ein Geheimarchiv betrieben und gefüllt. Zeitzeugenberichte und Kinderzeichnungen, Lebensmittelkarten und Plakate aus jüdischen Theatern, Zeugnisse des religiösen Lebens und die Benennung konkreter Verbrechen, sowohl von Deutschen als auch von Polen und Juden - das Archiv sollte ein möglichst breites und ungefiltertes Bild des dem Untergang geweihten Lebens im Ghetto widerspiegeln.

      Emanuel Ringelblum promovierte 1927 über die Geschichte der Warschauer Juden im Mittelalter. Er begann im Oktober 1939 mit der Organisation eines konspirativen Netzwerks. Seine Mitstreiter, die die verschiedensten politischen und kulturellen Richtungen repräsentierten, begannen in ihren jeweiligen Kreisen zu sammeln. Über die Arbeit im Archiv hinaus waren die Mitglieder der Gruppe auch in Hauskomitees, bei der Organisation von Suppenküchen und in anderen Selbsthilfeorganisationen aktiv, die das Überleben im Ghetto sichern sollten. "Oneg Shabbat", "Freude am Shabbat", war der Tarnname der Gruppe, die bis auf drei Mitstreiter im Zuge der Räumung des Ghettos ermordet wurden. So auch Emanuel Ringelblum, der im März 1944 zusammen mit seiner Frau und seinem kleinen Sohn von Deutschen erschossen wurde.

      Eine der Überlebenden ist Rachel Auerbach, aus deren Perspektive der Film erzählt wird. Sie machte sich nach Kriegsende auf die Suche nach den verborgenen Kisten im zerstörten Warschau. Im September 1946 wurden zehn Blechkisten mit 1208 Archivalien tief unter den Trümmern eines Hauses wiedergefunden. Im Dezember 1950 konnten zwei große Milchkannen mit weiteren 484 Archivalien geborgen werden, andere Teile des Archivs blieben unauffindbar. Heute wird die Sammlung "Oneg Shabbat" im Jüdischen Historischen Institut in Warschau aufbewahrt, sie umfasst etwa 25.000 Seiten.

      Der Film von Roberta Grossman erzählt von der Entstehung des Untergrundarchivs und von der ersten Begegnung zwischen Rachel Auerbach und Emanuel Ringelblum, über die Weiterentwicklung des "Oneg Shabbat" bis zur Räumung des Ghettos und dem Auffinden der vergrabenen Dokumente nach dem Krieg. Mit aufwendigen Spielszenen, zeithistorischen Aufnahmen, renommierten internationalen Experten und vielfältigen Auszügen aus den überlieferten Tagebüchern werden das alltägliche Leiden im Ghetto, der Hunger, die Verzweiflung - und die leidenschaftliche gemeinsame Arbeit an einer eigenen, jüdischen Überlieferung veranschaulicht.

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      Samstag, 07.12.19
      05:15 - 06:45 Uhr (90 Min.)
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programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 06.12.2019