• 04.12.2019
      00:45 Uhr
      Das Ende des erhabenen Staates (1/2) Vielvölkerstaat versus Osmanisches Reich | phoenix
       

      Sechs Jahrhunderte lang war das Osmanische Reich eine Großmacht, die sich über drei Kontinente und die sieben Weltmeere erstreckte. Ein riesiges Reich, Heimat der drei monotheistischen Weltreligionen, mit einer Vielzahl an Sprachen, Kulturen und Religionen, das seinesgleichen suchte - und in weniger als einem Jahrhundert zu Fall gebracht wurde. Auf seinen Trümmern ist die Welt von heute entstanden. Wer die Geschichte kennt und versteht, wird auch die politischen, religiösen und ethnischen Konflikte von heute verstehen - sei es in Bosnien-Herzegowina, im Kosovo, der Türkei, im Libanon, in Syrien, Israel, Palästina oder im Irak. Im La

      Nacht von Dienstag auf Mittwoch, 04.12.19
      00:45 - 01:30 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Sechs Jahrhunderte lang war das Osmanische Reich eine Großmacht, die sich über drei Kontinente und die sieben Weltmeere erstreckte. Ein riesiges Reich, Heimat der drei monotheistischen Weltreligionen, mit einer Vielzahl an Sprachen, Kulturen und Religionen, das seinesgleichen suchte - und in weniger als einem Jahrhundert zu Fall gebracht wurde. Auf seinen Trümmern ist die Welt von heute entstanden. Wer die Geschichte kennt und versteht, wird auch die politischen, religiösen und ethnischen Konflikte von heute verstehen - sei es in Bosnien-Herzegowina, im Kosovo, der Türkei, im Libanon, in Syrien, Israel, Palästina oder im Irak. Im La

       

      ufe der knapp hundert Jahre von der Unabhängigkeit Griechenlands 1830 bis zu den Balkankriegen zwischen 1912 und 1913 hat sich das Osmanische Reich nach fast 500-jähriger Präsenz auf dem Balkan endgültig aus Europa zurückgezogen. Die gemeinsame Vergangenheit wird von nationalen Geschichtsschreibern zwar oftmals heruntergespielt, aber die Balkanstaaten sind, wie Mark Mazower von der Columbia University hervorhebt, vom komplexen Zusammenleben christlicher, muslimischer und jüdischer Völker eindeutig geprägt. Vielleicht handelte es sich eher um ein "Nebeneinanderher-Leben", das auf den im Osmanischen Millet-System organisierten Glaubensgemeinschaften basierte. Im Laufe des 19. Jahrhunderts haben sich die religiösen Identitäten der Region dann langsam zu klaren nationalen Identitäten hin entwickelt, die Menschen sahen sich fortan als Serben, Griechen, Bulgaren und so fort. Und diese Identitäten bergen noch heute ein großes Konfliktpotenzial. Das Bestreben der großen europäischen Mächte, sich Ressourcen und Gebiete des Osmanischen Reiches anzueignen, und die Unfähigkeit des Reiches, Reformen umzusetzen, führten zusammen mit dem aufkommenden Nationalismus zum definitiven Ende der Osmanen in Europa. Auch der mächtige Sultan Abdülhamid II., von 1876 bis 1909 an der Macht, konnte daran nichts mehr ändern - er wurde gestürzt. Und mit der nationalistischen Revolution der Jungtürken war das Osmanische Reich endgültig dem Untergang geweiht. Anhand von seltenem Bild- und Filmmaterial sowie von Beiträgen internationaler Historiker wird in dieser zweiteiligen Dokumentation das letzte Jahrhundert des Osmanischen Reiches analysiert und versucht, sein Ende zu verstehen.

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programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 20.11.2019