• 10.04.2018
      06:00 Uhr
      Begrabt mein Herz in Dresden Ein Film von Bettina Renner | PHOENIX
       

      Ein katholischer Friedhof in Dresden [Sachsen]. Mitten auf einer Wiese ein kleines Grab. Am Fuß des grauen und verwitterten Grabsteins weht eine kleine amerikanische Flagge. Die Inschrift auf dem alten Stein verrät, wer hier im Jahr 1914 zur letzten Ruhe gebettet wurde: Edward Two Two, ein Sioux-Indianer. Wie kam ein Sioux nach Dresden? Und warum wurde er hier, fernab seiner Heimat entgegen aller indianischen Tradition begraben?

      Dienstag, 10.04.18
      06:00 - 07:30 Uhr (90 Min.)
      90 Min.
      Stereo

      Ein katholischer Friedhof in Dresden [Sachsen]. Mitten auf einer Wiese ein kleines Grab. Am Fuß des grauen und verwitterten Grabsteins weht eine kleine amerikanische Flagge. Die Inschrift auf dem alten Stein verrät, wer hier im Jahr 1914 zur letzten Ruhe gebettet wurde: Edward Two Two, ein Sioux-Indianer. Wie kam ein Sioux nach Dresden? Und warum wurde er hier, fernab seiner Heimat entgegen aller indianischen Tradition begraben?

       

      Ein katholischer Friedhof in Dresden [Sachsen]. Mitten auf einer Wiese ein kleines Grab. Am Fuß des grauen und verwitterten Grabsteins weht eine kleine amerikanische Flagge. Die Inschrift auf dem alten Stein verrät, wer hier im Jahr 1914 zur letzten Ruhe gebettet wurde: Edward Two Two, ein Sioux-Indianer. Wie kam ein Sioux nach Dresden? Und warum wurde er hier, fernab seiner Heimat entgegen aller indianischen Tradition begraben?

      Der Dokumentarfilm "Begrabt mein Herz in Dresden" spürt der Geschichte des Edward Two Two nach und erzählt gleichzeitig von einem europäischen Traum, der bis heute lebendig ist. Der Traum von einem romantischen Indianerleben, die Sehnsucht nach dem "edlen Wilden" - heute wie vor 100 Jahren.

      Ende des 19. Jahrhunderts wuchs der Sioux-Indianer Edward Two Two im Pine Ridge Indianerreservat in South Dakota/USA auf. Hier erlebte er die dramatischen Veränderungen im Leben seines Stammes. Und von hier aus wurde er 1910 nach Europa verfrachtet, um in den Völkerschauen des Hamburger Zoos Hagenbeck und später in den Wild-West-Shows großer Zirkusunternehmen das Traum- und Klischeebild der Europäer vom echten Indianer zu erfüllen.

      Mit der Geschichte des Edward Two Two, der als "Leih-Indianer" durch Deutschland tourte und nach seinem Tod auf einem katholischen Friedhof in Dresden seine letzte Ruhestätte fand, macht sich Filmemacherin Bettina Renner auf eine Spurensuche, die mehr zutage fördert als die bloße Chronik eines Lebens. Die Suche führt durch Archive in Amerika und Europa, durch Museen und Privatarchive und führt schließlich ins Pine Ridge Reservat in South Dakota/USA.

      Heute gehört das Pine Ridge Reservat zu den ärmsten Regionen der USA. Hier leben noch einige von Edward Two Twos Nachfahren, und hierher reisen auch Jahr für Jahr Touristen aus Europa. Einige haben sich sogar dafür entschieden, für immer an diesem Ort zu bleiben. Marie aus Deutschland lebt hier und Didier aus Frankreich. Für beide hat sich eine tiefe Sehnsucht nach einem ganz besonderen Leben erfüllt. Was steckt hinter dieser Sehnsucht, was ist ihr Geheimnis? Bettina Renner kann mit ihrem Dokumentarfilm keine eindeutige Antwort auf diese Fragen geben, aber eine Ahnung vermitteln. Eine Ahnung, die den Zuschauer immer wieder in die Vergangenheit und am Ende des Films auch wieder zurück ans Grab von Edward Two Two in Dresden begleiten wird.

      "Begrabt mein Herz in Dresden" erzählt von Mythos und Tragik im Leben eines Sioux-Indianers, den dramatische Umstände zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach Deutschland verschlugen, wo er schließlich 1914 starb und - auf eigenen Wunsch begraben wurde.

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      Dienstag, 10.04.18
      06:00 - 07:30 Uhr (90 Min.)
      90 Min.
      Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 16.10.2018