• 21.04.2018
      10:00 Uhr
      Mein Ausland: Aufstand am Peace River Kanadas Heimatschützer gegen Großprojekte | PHOENIX
       

      Im kanadischen British Columbia verteidigen Ureinwohner und Farmer ihre Heimat gegen Großunternehmen – und werden von der Politik im Stich gelassen. Molina Dawson stammt aus einem kleinem Dorf an der kanadischen Pazifikküste: Kingcome. Die junge Frau stammt aus dem Volk der Musgamagw, und wir werden sie über einige Monate begleiten, wie sie eine Fischfarm der norwegischen Firma Marine Harvest besetzt und dort in einer Hütte ausharrt. Angeführt wird der Protest von ihrem Häuptling Willie Moon, Chief Musgamagw.

      Samstag, 21.04.18
      10:00 - 10:45 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Im kanadischen British Columbia verteidigen Ureinwohner und Farmer ihre Heimat gegen Großunternehmen – und werden von der Politik im Stich gelassen. Molina Dawson stammt aus einem kleinem Dorf an der kanadischen Pazifikküste: Kingcome. Die junge Frau stammt aus dem Volk der Musgamagw, und wir werden sie über einige Monate begleiten, wie sie eine Fischfarm der norwegischen Firma Marine Harvest besetzt und dort in einer Hütte ausharrt. Angeführt wird der Protest von ihrem Häuptling Willie Moon, Chief Musgamagw.

       

      Im kanadischen British Columbia verteidigen Ureinwohner und Farmer ihre Heimat gegen Großunternehmen – und werden von der Politik im Stich gelassen. Molina Dawson stammt aus einem kleinem Dorf an der kanadischen Pazifikküste: Kingcome. Die junge Frau stammt aus dem Volk der Musgamagw, und wir werden sie über einige Monate begleiten, wie sie eine Fischfarm der norwegischen Firma Marine Harvest besetzt und dort in einer Hütte ausharrt. Angeführt wird der Protest von ihrem Häuptling Willie Moon, Chief Musgamagw: “Unser Wildlachs ist so gut wie ausgerottet, und schuld sind die Fischfarmen. Wir wollen, dass den Fischfarmen die Lizenz entzogen wird“.

      Etwa 1000 Kilometer nördlich wohnt das Farmerehepaar Arleen und Ken Boon. Ihr Land ist enteignet worden, weil die Firma BC Hydro den Peace River auf 100 Kilometer fluten will. Das größte Staudammprojekt zur Zeit in Nordamerika. Am Peace River Damm wird seit zweieinhalb Jahren gebaut - geschätzte Baukosten 10,5 Mrd. kanadische Dollar. 2,5 Milliarden Dollar davon sind schon ausgegeben. Die Fertigstellung soll im Jahr 2024 erfolgen. Der Damm soll dann 5100 Gigawattstunden Strom pro Jahr liefern - 100 Jahre lang.

      Seitdem eine neue Regierung aus Sozialdemokraten, geduldet von Grünen, in der Landeshauptstadt Viktoria die Geschäfte führt, haben die Boons wieder Hoffnung, dass das Großprojekt gestoppt werden kann. Ein Bündnis aus Farmern und First Nations unterstützt von Grünen, Amnesty International und prominenten Wissenschaftlern bekämpfen seit Jahren den Staudamm als ökologische Katastrophe, unnötig und unwirtschaftlich.

      Der neue Premierminister von British Columbia, John Horgan, hatte im Bunde mit den Grünen im Wahlkampf den Protestierenden Versprechungen gemacht. Eine kritische Kostenanalyse des Staudamms am Peace River sicherte er den Besetzern der Fischfarmen zu, dass er alles tun wolle, um den heimischen Wildlachs zu schützen. So wie es zur Zeit aussieht, enttäuscht er in beiden Fällen das in ihn gesetzte Vertrauen.

      Nach Ansicht von Biologen und Umweltschützern haben die Betreiber der Fischfarmen wie Marine Harvest Viren, die bei Zuchtlachs in Norwegen festgestellt wurden, in den Pazifik vor der Küste Kanadas eingeschleppt. Die Viren sind für Menschen ungefährlich, schwächen aber die heimischen Lachse nachhaltig. Die Betreiber der Fischfarmen bestreiten nicht den rapiden Rückgang des Wildlachses an dieser Küste - er habe allerdings nichts mit den Produktionsmethoden und schon gar nichts mit angeblich eingeschleppten Viren zu tun.

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