• 24.02.2018
      22:30 Uhr
      Attentate auf Franco Widerstand gegen einen Diktator | PHOENIX
       

      Der spanische Diktator Francisco Franco wähnte sich von höheren Mächten auserwählt und ließ sich von seinen Propagandisten als "unbeugsamer Soldat" darstellen, dabei fürchtete er insgeheim auf nahezu krankhafter Weise um sein Leben. Zu Recht, wie sich nach seinem Tod 1975 herausstellte: über 20 missglückte Attentatsversuche auf den spanischen Nationalistenführer wurden seitdem bekannt. Daniel Guthmann und Joachim Palutzki wollen wissen, wer hinter den Attentatsplanungen steckte, was die Attentäter antrieb, und wie nah sie ihrem Ziel kamen, den spanischen Gewaltherrscher zu ermorden.

      Samstag, 24.02.18
      22:30 - 23:15 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Der spanische Diktator Francisco Franco wähnte sich von höheren Mächten auserwählt und ließ sich von seinen Propagandisten als "unbeugsamer Soldat" darstellen, dabei fürchtete er insgeheim auf nahezu krankhafter Weise um sein Leben. Zu Recht, wie sich nach seinem Tod 1975 herausstellte: über 20 missglückte Attentatsversuche auf den spanischen Nationalistenführer wurden seitdem bekannt. Daniel Guthmann und Joachim Palutzki wollen wissen, wer hinter den Attentatsplanungen steckte, was die Attentäter antrieb, und wie nah sie ihrem Ziel kamen, den spanischen Gewaltherrscher zu ermorden.

       

      Die einstigen Franco-Attentäter Octavio Alberola und Stuart Christie geben Auskunft über Motive und Umstände ihrer Verschwörung gegen den Diktator.
      Die Begegnung mit dem heute 88-jährigen Alberola, damals als Chefplaner für einige Anschlagsversuche des anarchistischen Widerstandes der 1960er Jahre verantwortlich, bildet den erzählerischen Rahmen für die filmdokumentarische Rekonstruktion einiger der aussichtsreichsten Versuche Franco zu ermorden. Der schottische Anarchist Stuart Christie, ein weiterer wichtiger Augenzeuge, reiste 1964 als 18-jähriger mit Plastiksprengstoff unter dem Pullover nach Madrid, um sich an einem Attentat im Bernabéu-Stadion zu beteiligen.

      Widerstand gegen Franco gab es von Anfang an. Als der Bildhauer Antoni Vidal Arrabi im Sommer 1936 erfuhr, dass der Militärführer in Vorbereitungen auf einen Staatsstreich gegen die gewählte Regierung Spaniens steht, versucht er ihn auf Teneriffa in seinem Schlafquartier zu erschießen. Auftraggeber eines Attentatsversuches von 1937 durch den britischen Doppelagenten Kim Philby soll wiederum ein anderer Diktator gewesen sein: der sowjetische Staatschef Stalin. Bei einem Treffen Francos mit Hitler am französisch-spanischen Grenzbahnhof Hendaye am 23. Oktober 1940 wollte der katalanische Anarchist Domenec Ibars die seltene Chance ergreifen beide Tyrannen auf einmal zu beseitigen, und scheiterte erst kurz vor seinem Ziel. Auf politischen Widerstand und insbesondere auf jeden Attentatsversuch reagierte das Franco-Regime mit unerbittlicher Repression und auch mit Hinrichtungen. Als letzter in der Reihe der Attentäter setzte sich der Baske Joseba Elosegui, der die Bombardierung von Guernica miterlebt hatte, 1970 mit einem Alkoholgemisch selbst in Flammen um sich in einem Sportstadion auf Diktator Franco zu werfen.

      Visuelle Highlights der Dokumentation sind gezeichnete Szenarien, die den Ablauf einiger Attentate nacherlebbar machen, sowie umfangreiches, in Deutschland zu großen Teilen bislang unveröffentlichtes historisches Foto- und Filmmaterial. Mit der Rekonstruktion der missglückten Attentate gegen Franco bietet die Dokumentation zugleich die Schilderung eines Repressionsapparates, in dem sich die Angst eines Diktators vor seinem eigenen Volk widerspiegelt. So untersucht der Film ein wichtiges Kapitel des kämpferischen Widerstandes gegen einen der am längsten amtierenden Diktatoren Europas des 20. Jahrhunderts.

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