• 22.08.2010
      06:45 Uhr
      Krieg in den Wolken - Luftspionage über der DDR Dokumentarfilm Deutschland 2007 | PHOENIX
       

      10. März 1964 im ostdeutschen Gardelegen: Man hört Schüsse am Himmel, dann sieht Gerd Friedrichs ein brennendes Flugzeug in den nahegelegenen Wald stürzen und denkt: "... nicht schon wieder Krieg".

      Sonntag, 22.08.10
      06:45 - 07:30 Uhr (45 Min.)
      45 Min.

      10. März 1964 im ostdeutschen Gardelegen: Man hört Schüsse am Himmel, dann sieht Gerd Friedrichs ein brennendes Flugzeug in den nahegelegenen Wald stürzen und denkt: "... nicht schon wieder Krieg".

       

      Stab und Besetzung

      Redaktionelle Zustaendigkeit Jan Lorenzen
      Michael Marten
      John Goetz
      Claudia Schön

      Bei der abgeschossenen Maschine handelt es sich um ein amerikanisches Spionageflugzeug. Luftspionage ist in den 50er Jahren das wichtigste Mittel, so viel wie möglich über den technischen Stand des Gegners herauszufinden. Die Großmächte rüsten auf, ideologisch und militärisch. Die entscheidende Waffe ist die Atombombe, die erfolgreich zum vorbestimmten Ziel gelenkt werden soll. Voraussetzung dafür sind genaue Karten und detaillierte Kenntnisse des feindlichen Radarsystems. Der Himmel über der DDR ist während des kalten Krieges heiß umkämpft. Die DDR-Bürger wähnen sich in Sicherheit, nicht ahnend, welche Gefahr von den Luftgefechten der Supermächte Sowjetunion und USA direkt über ihren Köpfen ausgeht. 1947 starten die Westalliierten ein Großprogramm, mit dem der komplette Ostblock vermessen und kartografiert werden soll. Die erforderlichen Informationen liefert die Luftspionage. Westberlin kann nur über Luftkorridore erreicht werden. Die westlichen Alliierten fliegen also ganz legal über das Territorium der DDR - streng beobachtet von den Sowjets. 1948 blockiert die Sowjetunion die Transitwege nach Berlin. Die einzige Möglichkeit West-Berlin zu versorgen, bleibt der Luftweg. Ein neues Kapitel der Spionage beginnt. Vom Luftkorridor aus wird fotografiert und beobachtet. Die sowjetischen Streitkräfte, stationiert in Wünsdorf, nehmen jedes westliche Flugzeuge in Patrouille. Wer den Flugkorridor verlässt, wird gnadenlos beschossen.

      So am 29. April 1952, als eine Passagiermaschine der Air-France auf dem Flug von Frankfurt/Main nach Berlin ins Kreuzfeuer gerät und mit Einschüssen und Verletzten an Bord in Berlin Tempelhof landet.

      Die Provokationen im Luftraum des Ostblocks haben Methode: Verantwortlich dafür ist Curtis LeMay, Luftwaffenchef der Amerikaner und ein Kalter Krieger, der den Dritten Weltkrieg blind einkalkuliert. Im März 1953 wird eine britische Avro Lincoln, ein strategischer Bomber, über dem Territorium der DDR abgeschossen. Die Crewmitglieder kommen ums Leben, die politische Situation droht zu eskalieren. 1959 stationiert die Sowjetunion in der DDR Atombomben. Die westliche Luftspionage kann den Standort ermitteln und die Atomwaffen werden nach wenigen Monaten wieder abgezogen. Nachdem 1964 zwei weitere westliche Militärmaschinen über der DDR abgeschossen werden, sind den Westalliierten die Spionageüberflüge zu riskant. Die Luftraumverletzungen gehen Mitte der 60er Jahre mit der zunehmenden Entwicklung der Satelliten- und Weltraumtechnik zurück. Das Kapitel Luftspionage über dem Territorium der DDR endete letztlich erst mit dem Fall der Mauer.

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      06:45 - 07:30 Uhr (45 Min.)
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