• 16.01.2011
      07:00 Uhr
      kulturspiegel Kulturmagazin - Moderation: Oliver Hottong | ONE
       

      Themen u.a.:

      • Geheimnis der Unsterblichkeit - Balletttrilogie von Marguerite Donlon
      • Architektur gegen das Vergessen - Ausstellung der TU "Material Zeit"
      • Menschenbilder - Die große Mia-Münster-Retrospektive
      • Noten malen statt bezahlen

      Sonntag, 16.01.11
      07:00 - 07:30 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo

      Themen u.a.:

      • Geheimnis der Unsterblichkeit - Balletttrilogie von Marguerite Donlon
      • Architektur gegen das Vergessen - Ausstellung der TU "Material Zeit"
      • Menschenbilder - Die große Mia-Münster-Retrospektive
      • Noten malen statt bezahlen

       
      • Geheimnis der Unsterblichkeit: Wer möchte es nicht lüften - das Geheimnis der Unsterblichkeit, den Weg zum ewigen Leben finden. "Geheimnis der Unsterblichkeit" lautet zwar der Titel der Ballettpremiere am Saarländischen Staatstheater, doch die Donlon Dance Company der irischen Choreographin Marguerite Donlon widmet sich eigentlich vielmehr dem irdischen Leben als dem nachirdischen. Ausgangpunkt ist Donlons Version des "Sacre du Printemps", Strawinskys großartiger Musik, die schon unzählige Choreopgrafen inspiriert hat. 2008 wurde der Saarbrücker "Sacre" bereits im Kontext eines großen Picasso-Abends kreiert; jetzt hat Donlon das Werk in einen neuen Sinnzusammenhang gestellt und erzählt in drei Teilen eine Reise durch die menschlichen Lebens- und Gesellschaftsformen.

      "Alpha, Soma und Sacre du Printemps" - Wie das zusammen geht und welche Sogwirkung die Musik entfaltet, sehen Sie im Kulturspiegel.

      • Architektur gegen das Vergessen: Wandel Hoefer Lorch ist ein international bekanntes Saarbrücker Architektenbüro. Geführt wird es von Dr. Rena Wandel-Hoefer, Andrea Wandel und den Architekten Andreas Hoefer und Prof. Wolfgang Lorch. In einigen Projekten tritt das Büro als Arbeitsgemeinschaft mit dem Frankfurter Architekten Nikolaus Hirsch unter dem Namen Wandel Hoefer Lorch & Hirsch auf. So intensiv wie möglicherweise niemand sonst in der Architektur hat sich das Büro mit der Frage auseinandergesetzt, wie Geschichte räumlich und baulich festgehalten bzw. fortgeschrieben werden kann. Von seinem ersten Auftrag an, der Neugestaltung des Boernerplatzes in Frankfurt am Main als Gedenkstätte, hat das Büro in den vergangen 15 Jahren ein ebenso eigenständiges wie einzigartiges Profil in der Architektur gewonnen: als Gestalter historischer Erinnerungsorte wie dem Mahnmal "Gleis 17" in Berlin-Grunewald, dem Neubau der Synagoge in Dresden, dem jüdischen Zentrum Jakobsplatz in München oder demDokumentationszentrum Hinzert gegen das Vergessen im Strom der Zeit.

      Das Architekturmuseum der TU München in der Pinakothek der Moderne zeigt nun zum ersten Mal einen repräsentativen Querschnitt der Projekte des Büros. Den Titel "Material Zeit" haben die Architekten selbst gewählt. Die Zeit, das sind historische, politischen und gesellschaftsbezogenen Themen. Das Material sind Ort, Kontext und Geschichte eines bestimmten Ortes, zu integrieren in ein besonderes Bauwerk. kulturspiegel-Autorin Harriet Weber-Schäfer hat die Ausstellung in München besucht und sich die Frage gestellt, ob Archiktektur tatsächlich Erinnerungsarbeit leisten kann.

      • Menschenbilder: Mia Münster ist die Frau, die dem Stadtmuseum in Sankt Wendel den Namen verlieh, und der die Stadt jetzt eine große Retrospektive widmet. Mia Münster, 1894 in Sankt Wendel geboren, entschied sich schon früh gegen das klassische Frauenbild als Hausfrau und Mutter und für ein Leben als freie Malerin. Sie gehörte zu einer Generation, die die Kunstgeschichte heute als "verschollene" bezeichnet; nach dem Krieg wurden die gegenständlich malenden Künstler lange ignoriert. Münster malte überwiegend Landschaften und Menschen, auch Modezeichnungen aus den

      Mia Münster arbeitete in den wilden Zwanziger Jahren in Berlin und München, nachdem sie in Düsseldorf, Leipzig und Berlin studiert hatte. 1932 entschied sie sich, nach Sankt Wendel zurück zu kehren. Ihre Nichte und Nachlassverwalterin Eva-Maria Pfeifer hat jetzt fast 200 Menschenbilder von Mia Münster zu einer großen Ausstellung zusammen gefasst, die noch bis zum Wochenende in Sankt Wendel zu sehen ist.

      • Noten malen statt bezahlen: Ende letzten Jahres ist zigtausenden Kindergärten in Deutschland ein unangenehmer Brief ins Haus geflattert. Darin warnt die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungs (GEMA) vor illegalem Notenkopieren und bot einen Vertrag an, demzufolge ein Kindergarten für 500 Kopien rund 50 Euro im Jahr zahlen muss. Ein heftiger Streit ist ausgebrochen, und man wirft der GEMA Abzocke von Kindern vor, wo es doch eigentlich um das hohe Gut der Ausbildung des Nachwuchses gehe. Andererseits haben die Autoren der kopierten Lieder als Urheber das unbestrittene Recht auf eine angemessene Entlohnung.

      Die Stadt Saarbrücken hat nun ihren Kitas eine "Handlungsanweisung" gegeben, wie zunächst mit dem Kopierverbot umgegangen werden soll. Längerfristig wird ein Pauschalvertrag mit der GEMA angestrebt, so wie es ihn beispielsweise in Schulen schon gibt. Hier dürfen die Noten für Schüler und Eltern kopiert werden - und zwar ohne den Verwaltungsaufwand, den der nun den Kitas vorgeschlagene Vertrag produzieren würde. Denn dort muss jedes kopierte Stück einzeln aufgelistet und der GEMA angezeigt werden. Das verbraucht kostbare Zeit, die die Erzieherinnen besser mit den Kindern verbringen würden. Und es bleibt die Frage, wie viel von diesen Gebühren bei den Künstlern am Ende ankommen.

      Die Kinderliedermacherin Marion Ritz-Valentin aus Saarbrücken jedenfalls hält das Vorgehen der GEMA für problematisch und ruft Kinder und Eltern zum Boykott auf. Sinn und Unsinn der GEMA-Gebühren - dazu unterhält sich Oliver Hottong mit dem Urheberrechtsexperten Dr. Jan Müßig aus Mainz.

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      Sonntag, 16.01.11
      07:00 - 07:30 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 14.11.2018