• 20.02.2014
      21:00 Uhr
      mareTV Santorin - Die Schöne auf dem Pulverfass | NDR Fernsehen
       

      Santorin ist ein Traum in blau-weiß, der das romantische Griechenlandbild in der Ägäis prägt, eine Vulkanlandschaft im Türkis des Mittelmeeres: Mit kleinen Siedlungen, die die atemberaubend steilen Felshänge krönen, schwarzen Lava-Stränden und winzigen Häuschen im strahlend weißen Kykladen-Baustil. Geschäftstüchtige Maulesel-Treiber, ein Einsiedler, Winzer, Tenderboot-Kapitäne, ein Instrumentenbauer, eine Vulkanforscherin, ein Fackelbauer und die "Blaumacher" der Kirchenkuppeln sind die Themen der Sendung.

      Donnerstag, 20.02.14
      21:00 - 21:45 Uhr (45 Min.)
      45 Min.

      Santorin ist ein Traum in blau-weiß, der das romantische Griechenlandbild in der Ägäis prägt, eine Vulkanlandschaft im Türkis des Mittelmeeres: Mit kleinen Siedlungen, die die atemberaubend steilen Felshänge krönen, schwarzen Lava-Stränden und winzigen Häuschen im strahlend weißen Kykladen-Baustil. Geschäftstüchtige Maulesel-Treiber, ein Einsiedler, Winzer, Tenderboot-Kapitäne, ein Instrumentenbauer, eine Vulkanforscherin, ein Fackelbauer und die "Blaumacher" der Kirchenkuppeln sind die Themen der Sendung.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Till Lehmann
      Autor Till Lehmann

      Der Archipel Santorin ist ein Schmuckstück, liegt aber auf einem Pulverfass. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann der Vulkan, aus dessen Kraterrand diese Inselwelt besteht, wieder ausbricht. Seit Januar 2011 rumort es wieder bedrohlich unter dem Archipel. Die Geologin Evi Nomikou hat das mithilfe von Satellitenbildern festgestellt. Regelmäßig umkreist sie mit ihrem Team die aus dem Wasser ragenden Vulkankegel, um Veränderungen festzustellen.

      Auf Santorin geht ohne Maulesel gar nichts. Seien es die Restaurant-Terrassen über dem Abgrund von Oia, die Hotels an den atemberaubenden Klippen von Imerovigli oder Firostefani, nur mithilfe der störrischen Kletterkünstler waren diese gewagten Bauwerke möglich. Antonis Vlachos hat zehn kräftige Maulesel, die für ihn arbeiten. Mit ihnen transportiert er nahezu alles: Steine, Lebensmittel oder die typische blaue Farbe für die Kirchenkuppeln.

      Der Fackelbauer Ilias Karamolegos fiebert seit Monaten dem größten Fest des Jahres entgegen. Das griechisch-orthodoxe Osterfest ist vor allem in seinem Dorf Pyrgos ein Spektakel. Am Karfreitag wird Ilias 10.000 selbst gebaute Fackeln verteilen und entzünden.

      Santorin ist ein Touristenmagnet, bis zu fünf Kreuzfahrtschiffe laufen die Inseln täglich an. Dabei gibt es für sie hier gar keinen Hafen, nur einen schmalen Betonkai. Ohne die Bruderschaft der Tenderboot-Fahrer kommt kein Gast ans Ufer. Dimitris Sigalas ist in der Hauptsaison jeden Tag mit seinem Boot unterwegs, manchmal 24 Stunden lang.

      Der Weinanbau auf Santorin ist eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit: Ständig weht dort ein scharfer Wind, die heiße Sonne brennt, es gibt wenig Regen und viel zu steile Hänge. Der Weinbauer Giorgos Gavalas hat es nicht leicht. Doch er weiß, wie man es macht. Die Weinstöcke werden flach am Boden gehalten und hinter kleinen Erdhäufchen zu kreisförmigen Kringeln gebunden. So speichern sie die Feuchtigkeit und sind gegen den Wind geschützt.

      Yannis Pantasis hat zusammen mit seiner Frau ein altes venezianisches Kastell im Dörfchen Akrotiri gepachtet und versucht, es nach und nach zu restaurieren. Oben im Turm hat er seine Werkstatt eingerichtet. Yannis ist Instrumentenbauer, spezialisiert auf traditionelle griechische Flöten und Dudelsäcke. Das Material dafür besorgt er sich auf der Insel: Schafknochen als Griffstücke, Ziegenhorn als Schalltrichter und Ziegenhaut für den Blasebalg.

      Den Einsiedler auf dem Vulkanschlot von Palea Kameni nennen alle nur Kapitän Sostis, seinen Nachnamen kennt niemand. Er ist der einzige Bewohner der winzigen Vulkaninsel inmitten des Kratersees von Santorin. Seine Höhle hat der "Kapitän" in das Tuffgestein geschlagen. Auf der eigentlich unbewohnbaren Insel hält er ein paar Dutzend Ziegen. An den penetranten Schwefelgestank der Vulkandämpfe hat er sich längst gewöhnt. Dafür hat er hier seine Ruhe!

      Ein Film von Till Lehmann

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