• 23.11.2015
      22:00 Uhr
      45 Min: Elbvertiefung - was riskieren wir? Ein Film von Sebastian Bellwinkel und Holger Vogt | NDR Fernsehen
       

      Der Countdown läuft. In dem schon Jahre andauernden Gerichtsverfahren um die neunte Elbvertiefung wird das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig voraussichtlich im Sommer 2016 ein Urteil fällen. Darüber, ob die Stadt Hamburg die für ihren Hafen ersehnte Elbvertiefung bekommt oder ob die Richter den klagenden Naturschutzverbänden Recht geben. "45 Min" spricht mit Befürwortern und Gegnern des Milliardenprojekts.

      Montag, 23.11.15
      22:00 - 22:45 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Der Countdown läuft. In dem schon Jahre andauernden Gerichtsverfahren um die neunte Elbvertiefung wird das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig voraussichtlich im Sommer 2016 ein Urteil fällen. Darüber, ob die Stadt Hamburg die für ihren Hafen ersehnte Elbvertiefung bekommt oder ob die Richter den klagenden Naturschutzverbänden Recht geben. "45 Min" spricht mit Befürwortern und Gegnern des Milliardenprojekts.

       

      Der Countdown läuft. In dem schon Jahre andauernden Gerichtsverfahren um die neunte Elbvertiefung wird das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig voraussichtlich im Sommer 2016 ein Urteil fällen. Darüber, ob die Stadt Hamburg die für ihren Hafen ersehnte Elbvertiefung bekommt oder ob die Richter den klagenden Naturschutzverbänden Recht geben. Die Richter müssen das sog. "Verschlechterungsverbot" im Verfahren umsetzen. D.h.: der ökologische Zustand der Elbe darf sich durch die Vertiefung nicht noch weiter verschlechtern und die Schäden an Tieren und Pflanzen müssen ausgeglichen werden.

      "45 Min" geht der Frage nach, ob das überhaupt möglich ist. Dazu haben die Autoren Holger Vogt und Sebastian Bellwinkel mehrere Gutachter begleitet, die in diesem Sommer an der Unterelbe zwischen Hamburg und Cuxhaven unterwegs waren, um den Bestand seltener Tier- und Pflanzenarten zu erfassen. Die Gutachten haben die Richter verlangt. Sie sollen ihrer Entscheidungsfindung helfen. Bei den Recherchen hat das "45 Min"-Team Aspekte aufgedeckt, die bislang nicht einmal den klagenden Umweltverbänden bekannt gewesen sind.

      Das zentrale Argument der Stadt Hamburg und des Bundes für die Unbedenklichkeit der Elbvertiefung ist die Verfüllung der sog. Medemrinne. Diese Rinne im Watt der Elbmündung ist neben der Fahrrinne quasi die zweite Hauptschlagader, durch die Ebbe und Flut strömen. In einem ökologisch hochsensiblen und daher vom EU-Umweltrecht geschützten Elbästuar vor Cuxhaven. Sie soll im Zuge der Vertiefung mit über 12 Millionen Kubikmetern Baggerschlick aus der Elbe aufgefüllt werden. Die Schlickdeponie soll die Fluten bremsen und so, laut Prognose der Planer, verhindern, dass eine weitere Erhöhung der Fließgeschwindigkeit und des Tidenhubs erfolgt. Doch was ist, wenn das nicht funktioniert? Die Folgen wären unabsehbar auch für die Menschen, die entlang der Unterelbe hinterm Deich wohnen. So befürchten viele, dass z.B. labile Deichabschnitte bei Sturmfluten unter dem zunehmenden Druck von Wasser und Wellen nachgeben und sogar brechen könnten.

      "45 Min" spricht mit Befürwortern und Gegnern des Milliardenprojekts. Ein weiteres Thema ist das aus Sicht der Kritiker zunehmende Risiko von Schiffshavarien auf der 136 km langen Flussfahrt zwischen Nordsee und Hamburg. Kaum bekannt: Drei 350-Meter-Schiffe havarierten in jüngster Zeit und belegen die Gefahr, dass sich die noch größeren Schiffe der 400-Meter-Klasse ggfs. mit Gefahrgut beladen in der verhältnismäßig schmalen Fahrrinne querlegen und schlimmstenfalls durchbrechen könnten. Der ökologische, aber auch der ökonomische Schaden, träfe den ganzen Norden.

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