• 10.10.2019
      22:25 Uhr
      artour Das Kulturmagazin des MDR | MDR FERNSEHEN
       

      Themen:

      • Die Übernahme: Wie Ostdeutschland Teil der Bundesrepublik wurde
      • Große Penck-Ausstellung mit Filmen von A.R. Penck - eine Sensation im Albertinum Dresden
      • Wer bekommt den Literaturnobelpreis?
      • "Zwischenzeiten" - Fotoband von Michael Kerstgens
      • Der Dokumentarfilm "Memory Games"
      • Kulturkalender

      Moderation: Evelyn Fischer

      Donnerstag, 10.10.19
      22:25 - 22:55 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      VPS 22:05

      Themen:

      • Die Übernahme: Wie Ostdeutschland Teil der Bundesrepublik wurde
      • Große Penck-Ausstellung mit Filmen von A.R. Penck - eine Sensation im Albertinum Dresden
      • Wer bekommt den Literaturnobelpreis?
      • "Zwischenzeiten" - Fotoband von Michael Kerstgens
      • Der Dokumentarfilm "Memory Games"
      • Kulturkalender

      Moderation: Evelyn Fischer

       
      • Die Übernahme: Wie Ostdeutschland Teil der Bundesrepublik wurde

      Nicht einmal elf Monate vergingen nach dem Tag, an dem die Mauer fiel, bis die DDR Geschichte war und am 3. Oktober 1990 der Bundesrepublik beitrat. Zum Auftakt des großen Jubiläumsjubeljahrs legt der Historiker und Publizist Ilko-Sascha Kowalczuk, der die letzten Tage der DDR in Ostberlin hautnah erlebte, einen fulminanten Essay vor: "Die Übernahme: Wie Ostdeutschland Teil der Bundesrepublik wurde". Da liest sich die Geschichte der Wiedervereinigung nicht zuletzt als umfängliches Sündenregister. Einheit durch Übernahme! Da wurde nicht eben feinfühlig ein ganzes Gemeinwesen entsorgt, mit Überheblichkeit traktiert, gern auf die Verbrechen der Stasi reduziert. Wissenschaftlich fundiert, frei von jeglicher Ostalgie, zeigt Kowalczuk, wie Westdeutschland die einstigen "Brüder und Schwestern" aus dem Osten allzu oft demütigte und ihrer Identität beraubte. Dieser Mangel an Respekt und Wertschätzung, das wird deutlich, wirkt bis heute. Wir haben den Autor getroffen.

      • "Zwischenzeiten" - Fotoband von Michael Kerstgens

      In einer Wüste aus Dreck, Müll, Plattenbauten und Fachwerk blickt ein Kind in die Kamera. Im Hintergrund eine Kirche. Ob es die Kirche ist, in der J.S.Bach einst als Organist mit seiner Musik die Gegend erheiterte, ist auf den ersten Blick nicht auszumachen. Ein anderes Bild zeigt gleißendes Licht, das in eine Gasse fällt, die man getrost als typisch ostdeutsch bezeichnen darf - ohne zu denunzieren, nur beschreibend. "Zwischenzeiten" nennt Michael Kerstgens seinen Fotoband, in dem er Bilder präsentiert, die er 1990 in Mühlhausen fotografierte. Als junger Fotograf hatte er einen Auftrag vom "Stern": Er sollte die verfallene Stadt, in der Thomas Müntzer einst gegen den Feudalismus antrat, fotografieren.

      Entstanden sind Fotografien, die keine Kunst sein wollten, es vielleicht aber durch die Zeit geworden sind. Sie wirken wie Schnappschüsse, wie hektisch festgehaltene Momente, weil der Fotograf kaum verstehen konnte, was er erblickte. So sieht es zumindest aus. Ob es so war - darüber redet "artour" mit dem Fotografen und besucht mit ihm ein paar Orte von damals in Mühlhausen. Ob sie sich wiederfinden lassen? Heute erzählen die Bilder von damals, wie es aussah. Vielleicht spürt der Eine, wie es sich anfühlte im Februar 1990, als die erste demokratische Wahl in der DDR vor der Tür stand, der Zweite erinnert die Unsicherheit, mit der das Wort "Zukunft" verbunden war, und der Dritte erschrickt, wie grau alles war, das er, obwohl mittendrin, nie wahrgenommen hatte. Ein Rundgang mit dem Fotografen Michael Kerstgens, der nach dem Fall der Mauer eindrucksvoll die Stadt Mühlhausen und ihre Einwohner porträtierte.

      • Wer bekommt den Literaturnobelpreis?

      Der Nobelpreisträger? Ja! Nachdem im vergangenen Jahr kein Literaturnobelpreis verliehen wurde, werden am 10.10. gleich zwei Preisträger verkündet. Wir stellen die beiden Gewinner vor.

      • "Memory Games"

      Johannes Mallow aus Magdeburg merkt sich in 5 Minuten über 500 Ziffern. Und dazu noch 132 Jahreszahlen. Kein Problem für den Gedächtnisweltmeister und fünffachen deutschen Champion. Er ist einer der unspektakulär auftretenden Stars im Dokumentarfilm "Memory Games", der zur Zeit im Kino läuft. Der Film zeigt dem staunenden Publikum, dass jeder das Potenzial für phänomenale Gedächtnisleistungen in sich trägt. Und erinnert uns auf unterhaltsame Weise daran, dass - jenseits der Rekorde der Gedächtnissportler - der Mensch ohne Erinnerung wenig ist und Kultur ohne Gedächtnis undenkbar.

      • Große Penck-Ausstellung mit Filmen von A.R. Penck - eine Sensation im Albertinum Dresden

      Nach 1992 richten die Kunstsammlungen Dresden mal wieder dem Dresdner Enfant terrible Ralf Winkler (1939-2017), der sich nach dem Eiszeitforscher A.R. Penck nannte, eine Ausstellung aus. Der Fokus liegt auf Pencks Dresdner Jahren bis zur Ausreise 1980. Geboten wird Penck total: Künstlerbücher, Zeichnungen, Malerei, Musik und Film. Gezeigt wird, wie Penck in Dresden als Autodidakt ohne Künstlerzulassung begann, sein "Standart" (Standard und art) erfand und zum Beispiel mit der Gruppe Lücke - als Nachfolger der Expressionisten-Brücke - Gemeinschaftsbilder anregte - und wie er seit Ende der 60er Jahre im Westen schon eine Karriere begann. Erstmals gezeigt wird eine Gruppe von Filmen mit Penck und Wolfgang Opitz, die seit Ende der 60er Jahre auf Super-8 gedreht und durch die Recherchen des Filmemachers Thomas Claus wieder gefunden und digitalisiert wurden. Bis 1980 entstanden mehr als 20 Filme. A.R. Penck in früheren Aufnahmen und als Ideengeber für Film: eine kleine Sensation.

      Premiere feiert in der Ausstellung auch der Dokumentarfilm "Er nannte sich Y - der unbekannte A.R. Penck" von Thomas Claus, der mit Unterstützung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden gedreht wurde und am 27.10. im RBB ausgestrahlt wird. Dank bislang unveröffentlichten Materials sowie aufschlussreicher Zeitzeugengespräche erlaubt dieser Filmbeitrag neue Perspektiven auf A.R. Pencks Leben und Wirken vor 1980. Penck wäre am 5.Oktober 80 Jahre alt geworden.

      • Kulturkalender
      • "Hamlet" (Regie: Janek Liebetruth) im Nordharzer Städtebundtheater, Premiere: 12.10., Quedlinburg
      • "Kiox": am 11.10. erscheint das erste Soloalbum des Kraftklub-Sängers Felix Kummer
      • Internationales Puppentheaterfestival Zwickau - die erste Ausgabe läuft vom 10.-14. Oktober

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