• 23.02.2011
      23:30 Uhr
      Wie Kinder wieder lachen lernen Hilfe nach dem Trauma | Das Erste
       

      Der Film von Liz Wieskerstrauch zeigt, wie sich traumatische Erlebnisse auf Kinder auswirken und wie dringend notwendig eine kindgerechte Traumatherapie ist.

      Mittwoch, 23.02.11
      23:30 - 00:15 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Der Film von Liz Wieskerstrauch zeigt, wie sich traumatische Erlebnisse auf Kinder auswirken und wie dringend notwendig eine kindgerechte Traumatherapie ist.

       

      Stab und Besetzung

      Redaktionelle Zustaendigkeit Liz Wieskerstrauch

      Der Tag, an dem Lilly den Todessprung eines Mannes vor die U-Bahn miterlebt hat, ist eine Wende in ihrem Leben. Seitdem kann sich die 15-Jährige in der Schule kaum konzentrieren, wirkt oft völlig abwesend und bekommt plötzlich Panikattacken mit Weinkrämpfen. Am schlimmsten ist es, wenn Lilly mit der U-Bahn fährt. Das traut sie sich inzwischen gar nicht mehr.

      Ein solches Trauma kann jedem jederzeit widerfahren. Die Auswirkungen sind verheerend. Kinder macht es sprachlos, hilflos, manche gar gefühllos, und einige werden extrem aggressiv, wie der elfjährige Nicolas, der als Kleinkind Gewalt erfahren hat und nun oft ausrastet und unkontrolliert um sich schlägt. Die kindliche Welt ist auseinander gebrochen wie bei dem zweijährigen Lorenz. Wegen einer schlimmen Mittelohrentzündung hat er Infusionen vom Arzt bekommen, die sehr schmerzhaft waren. Die Eltern mussten ihn festhalten. Seitdem hat er eine schwere Posttraumatische Belastungsstörung. Er wirkt häufig in sich gekehrt. Und er lässt sich nicht wickeln, nicht die Nase putzen, nicht hinlegen. Lieber schläft er im Sitzen ein. Ein Drama für das Kleinkind und seine Eltern.

      Es gibt nicht viele Traumatherapeuten, die sich auf Kinder spezialisieren. Da haben die kleinen Patienten in Hamburg Glück. Hier arbeitet Dr. Andreas Krüger, selbst Vater von vier Kindern, der die anerkannten imaginativen Methoden der Traumatherapie bei der Therapiearbeit mit Kindern anwendet. Die Kinder kommen liebend gern zu ihm in die Praxis. Dem zweijährigen Lorenz macht der Arzt mit Matrjoschka-Puppen klar, dass der innere verletzte Anteil in ihm versorgt werden muss. Später lässt sich Lorenz problemlos schlafen legen, und beim Wickeln schreit er nur noch manchmal. Lilly kann mit Andreas Krüger und der Bildschirm-Beobachter-Technik am Ende der Therapie das ganze Schreckensereignis Bild für Bild noch einmal durchgehen, ohne einen Flashback zu erleiden. Von dem Moment an ist U-Bahn-Fahren für Lilly kein Problem mehr. Und Nicolas erklärt er in einer dem Alter angepassten Sprache, was bei einem Trauma im Gehirn geschieht. So lernt der Junge, sein Verhalten zu verstehen, und er übt, sich mit Hilfe eines inneren Reglers zu zügeln.

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      Mittwoch, 23.02.11
      23:30 - 00:15 Uhr (45 Min.)
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