• 30.01.2012
      22:45 Uhr
      Irak - Das Erbe der Amerikaner Die Story im Ersten | Das Erste
       

      Seit dem 31. Dezember 2011 haben fast alle amerikanischen Soldaten das Land verlassen und der Irak ist wieder auf sich allein gestellt. Jörg Armbruster reiste im Dezember nach Bagdad, um dort eine Bestandaufnahme dieses letzten Monats zu machen.

      Montag, 30.01.12
      22:45 - 23:15 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo

      Seit dem 31. Dezember 2011 haben fast alle amerikanischen Soldaten das Land verlassen und der Irak ist wieder auf sich allein gestellt. Jörg Armbruster reiste im Dezember nach Bagdad, um dort eine Bestandaufnahme dieses letzten Monats zu machen.

       

      Die irakische Regierung könne sich jetzt selbst verteidigen, sagte US-Vizepräsident Joe Biden bei seinem Besuch in Bagdad Ende November.

      Gegner der amerikanischen Truppenpräsenz sehen die Zukunft ihres Landes mit sehr gemischten Gefühlen. Die Sicherheitskräfte gelten als immer noch zu schlecht ausgebildet und auch als korrupt. Nach wie vor gibt es Probleme mit Strom und sauberem Wasser, die Sicherheitslage ist zwar deutlich besser geworden in den letzten Jahren. Doch nach wie vor ziehen es viele Iraker vor, im Exil zu leben, im kurdischen Norden, in Jordanien oder selbst in Syrien, weil sie dem Frieden noch nicht trauen.

      Jörg Armbruster, der vor und nach dem Krieg 2003 regelmäßig aus dem Irak berichtet hat, reiste im Dezember nach Bagdad. Er besuchte Familien, denen er schon unmittelbar nach dem Krieg begegnet war und denen es heute nicht viel besser geht als vor ein paar Jahren. Er trifft Iraker, die für die Amerikaner gearbeitet haben und die jetzt um ihr Leben fürchten, weil sie als Kollaborateure gebrandmarkt sind.

      Mit irakischen Sicherheitskräften, die immer wieder Ziel von Anschlägen sind, geht er auf Patrouille. Er trifft ehemalige Widerstandskämpfer und besucht die Hochburg des radikalen Schiitenpredigers Muqtada al Sadr. Bei den Sunniten, die ihre Machtpositionen seit dem Fall Saddam Husseins verloren haben, versucht er Stammesführer in Falludscha zu treffen, die heute den politischen Widerstand gegen die schiitische Übermacht organisieren.

      Der Bericht zeigt aber auch die andere Seite der Stadt Bagdad, das Nachtleben, die Jugendlichen, die bislang von einem politischen Ausbruch wie auf dem Tahrirplatz in Kairo nur träumen können.

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