• 18.06.2012
      22:45 Uhr
      Der Frühling der Piraten Erst meutern. Dann regieren? - Die Story im Ersten | Das Erste
       

      Plötzlich sind sie in aller Munde, ziehen in die Landtage ein, und niemand hat sie kommen sehen, oder ernst genommen: Die Piraten erobern die deutsche Politik. Aber was haben sie zu bieten, was sind ihre Inhalte? Ist es das Netz, das Urheberrecht? Kapern Rechtsradikale die junge Partei, oder sind das nur Jugendsünden? Wohl keine politische Erscheinung der jüngeren deutschen Geschichte ist mit so vielen Fragen behaftet. Und wir versuchen die Antworten zu finden. Ein Team von Autoren von NDR und SWR folgt den Piraten auf ihren Kaper-Fahrten. Autorin Annika Giese geht ferner der Piraten-Ursprungsgeschichte in Schweden auf den Grund.

      Montag, 18.06.12
      22:45 - 23:30 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Plötzlich sind sie in aller Munde, ziehen in die Landtage ein, und niemand hat sie kommen sehen, oder ernst genommen: Die Piraten erobern die deutsche Politik. Aber was haben sie zu bieten, was sind ihre Inhalte? Ist es das Netz, das Urheberrecht? Kapern Rechtsradikale die junge Partei, oder sind das nur Jugendsünden? Wohl keine politische Erscheinung der jüngeren deutschen Geschichte ist mit so vielen Fragen behaftet. Und wir versuchen die Antworten zu finden. Ein Team von Autoren von NDR und SWR folgt den Piraten auf ihren Kaper-Fahrten. Autorin Annika Giese geht ferner der Piraten-Ursprungsgeschichte in Schweden auf den Grund.

       

      Außerdem folgt sie den Piraten-Kandidaten Torge Schmidt und Angelika Beer im Landtagswahlkampf in Schleswig Holstein. Thomas Schneider schaut sich den Wahlkampf in Nordrhein Westfalen an und fragt sich, wie im alten Land von Stahl und Kohl plötzlich Computer und Internet die Politik bestimmen und Piraten Kandidaten wie Michele Marsching die Wähler anziehen.

      Ralf Hoogestraat schaut den "etablierten" Piraten im Berliner Abgeordneten Haus bei der Arbeit zu, erkundet den urbanen Internet-Dschungel, aus dem die Piraten in Deutschland gewachsen sind und findet in Bayern die AG 60plus, die zeigt, dass Piraten auch Senioren-Politik gestalten wollen.

      Bernd Schlömer, Bundesvorsitzender der Piratenpartei, will die Partei weiterentwickeln und braucht dafür Geld: "Ich würde mir wünschen, dass wir eines Tages auch in der Lage sind, diejenigen Kräfte zu bezahlen, die die Grundarbeit machen. Das braucht seine Zeit, wir müssen mittelfristig eine solide Finanzplanung machen. Das gehört zur Professionalisierung einer Partei dazu."

      Heinz Riesenhuber, CDU, Alterspräsident des Bundestages, hat schon einige politische Strömungen kommen und gehen sehen, trotzdem ist er von den Piraten fasziniert: "Ich muss sagen, es ist schon eine sehr bewegende, beeindruckende und interessante Geschichte zu sehen, wie so eine neue Gemeinschaft sich formt."

      Erhard Eppler, SPD-Politiker im Ruhestand, beobachtet die Entwicklung von seinem Alterssitz in Schwaben sehr kritisch: "Möchten Sie jemanden wählen, der bei jeder Entscheidung, die er zu treffen und zu verantworten hat, sagt, jetzt muss ich erst einmal über das Internet die Basis befragen?"

      Jörg Schönenborn, ARD-Wahlexperte, sieht für die Piraten keine große Zukunft: "Wir haben in Deutschland eine Gruppe von Nomadenwählern. Die waren 2009 bei der FDP und die sind jetzt bei den Piraten. Aber, was spricht dafür, dass Nomaden nicht weiterziehen werden."

      Torge Schmidt, Pirat aus Schleswig-Holstein, ist es egal, ob seine Partei lange bestehen wird oder nicht - Hauptsache, die Ideale werden überleben: "Es geht darum, dass diese Ideale, die Art und Weise, Demokratie zu leben, weiter geführt werden, und ob es die Piratenpartei gibt oder nicht ist nebensächlich."

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      Montag, 18.06.12
      22:45 - 23:30 Uhr (45 Min.)
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