• 28.05.2012
      02:15 Uhr
      Zwölf Winter Fernsehfilm Deutschland 2008 | arte
       

      Kaum aus der Gefängniszelle entlassen, schlagen die Bankräuber Mike Roth und Klaus Starck schon wieder zu: Mit äußerster Präzision rauben sie eine Bank nach der anderen aus und bleiben zwölf Winter lang der Schrecken eines jeden Bankangestellten - und natürlich der Polizei.

      Nacht von Sonntag auf Montag, 28.05.12
      02:15 - 03:40 Uhr (85 Min.)
      85 Min.
      VPS 01:45

      Kaum aus der Gefängniszelle entlassen, schlagen die Bankräuber Mike Roth und Klaus Starck schon wieder zu: Mit äußerster Präzision rauben sie eine Bank nach der anderen aus und bleiben zwölf Winter lang der Schrecken eines jeden Bankangestellten - und natürlich der Polizei.

       

      Der Traum vom perfekten Verbrechen: Die beiden Berufsverbrecher Mike Roth und Klaus Starck lernen sich im Gefängnis kennen und planen noch in Gefangenschaft den ersten Coup nach ihrer Freilassung. Sie gehen bei ihren Banküberfällen mit so viel System und Überlegung ans Werk, dass erst nach Jahren ein Sondereinsatzkommando der Polizei eine erste Witterung aufnimmt und die Spur der Gangster verfolgen kann.

      Keine exzessive Gewalt, keine Verletzten, keine Toten - auf diese Devise schwört Roth seinen Partner Starck immer wieder ein, der dazu neigt, vorschnell zum Revolver zu greifen. Da Roth mit dem erbeuteten Geld nicht so sparsam umgehen kann wie sein Kollege, und sie einen ehemaligen, schwer kranken Kumpanen bei seiner teuren Spezialbehandlung unterstützen wollen, müssen sie fortlaufend neue Überfälle planen. Zwölf Winter lang - sie führen ihre Pläne nur in der dunklen Jahreszeit aus - sind sie mit ihren ausgeklügelten Verbrechen der Schrecken der kleinen Banken.

      Zwischen den Kriminalbeamten Prothmann und Geugis und dem Bankräuberduo entwickelt sich ein Katz- und Maus-Spiel. Die Akten werden immer dicker: Um die 30 Banken sind schon ausgeraubt, doch die Serientäter bleiben den Ermittlern weiterhin unbekannt. Doch langsam gehen den Tätern die Tatorte aus: Eine Bankfiliale nach der anderen schließt ihre Pforten aus Rationalisierungsgründen und die Schalter werden durch Automaten ersetzt. Doch damit nicht genug: Die Geduld und Hartnäckigkeit der Verfolger, neue kriminaltechnische Untersuchungsmethoden und eine undichte Stelle in den eigenen Reihen treiben die Ganoven in die Enge.

      Das Drehbuch zu "Zwölf Winter" ist auf der Grundlage einer wahren Begebenheit entstanden: 2003 gelang es der Polizei, eine der spektakulärsten Bankraubserien in der deutschen Geschichte aufzuklären. Zwischen 1988 und 2001 erbeutete ein Duo bei etwa 36 Banküberfällen umgerechnet mindestens sechs Millionen Euro. Für ihre Raubzüge verwendeten sie gestohlene Wagen mit gefälschten Kennzeichen und maskierten sich mit den Konterfeis des Ex-Bundeskanzlers Gerhard Schröder, Ronald Reagans oder der Filmfigur Rambo. Verbrecher wie Roth und Starck erscheinen wie die letzten Vertreter ihres Fachs, da der Bankraub in Zeiten von Kassenautomaten und Filialen ohne Schalter zu einem nicht mehr lohnenden Geschäft geworden ist.

      Der Drehbuchautor und Regisseur Thomas Stiller absolvierte eine Ausbildung zum Schauspieler und Regisseur am Actors-Studio in New York. Er schrieb zahlreiche Drehbücher, von denen er "Die brennende Schnecke" (1995), die ARTE-Koproduktionen "Stille Nacht - Heilige Nacht" (1999) und "Der gestohlene Mond" (2003) selbst realisierte. Auch bei "Die Wunde" (2002), bei "Der Junge ohne Eigenschaften" (2005) und der "Tatort"-Folge "Die Blume des Bösen" (2007) zeichnete sich Stiller sowohl für Drehbuch als auch für Regie verantwortlich. Außerdem lieferte er den Stoff für die Kinofilme "Metallic Blues" (2004, Regie: Dan Verete) und für das Drama "Unter dem Eis" (2005, Regie: Aelrun Goette), das 2007 mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet wurde.

      "Zwölf Winter" wurde 2010 für den Adolf-Grimme-Preis sowie den Deutschen Fernsehkrimipreis nominiert und mit dem Jupiter ausgezeichnet. 2009 setzte Stiller den Spielfilm "Genug ist nicht genug" um, der die Not und Missstände in deutschen Pflegeeinrichtungen thematisiert. 2011 erschien Stillers Fernsehdrama "Sie hat es verdient" mit Liv Lisa Fries, Veronica Ferres und Saskia Schindler in den Hauptrollen, das sich der aktuellen Problematik der Jugendgewalt widmet. 2012 erhielt die "Tatort"-Folge "Der traurige König", für die er auch als Regisseur verantwortlich war, den Publikumspreis des Deutschen Fernsehkrimipreises.

      Jürgen Vogel, der nur wenige Stunden lang eine Schauspielschule besuchte, spielt mit Vorliebe Figuren, die von einer Aura des Unperfekten umgeben sind: Verlierer, Außenseiter, Gauner, Todkranke, Prügelknaben. 2004 war der Experimentierfreudige in "Ein Freund von mir" (Regie: Sebastian Schipper) und in dem fast gänzlich improvisierten "Keine Lieder über Liebe" (Regie: Lars Kraume) zu sehen, in dem er unter Beweis stellte, dass er einer der "größten Instinktschauspieler des deutschen Films" (Der Spiegel) ist. Daraufhin stand er 2005 in der preisgekrönten Tragikomödie "Emmas Glück" (Regie: Sven Taddicken) und in Anno Sauls Komödie "Wo ist Fred?" vor der Kamera. Vogel wurde bereits mit dem Adolf -Grimme-Preis (1993 für "Schicksalsspiel"; 2001 für "Das Phantom") und mit dem Bayerischen Filmpreis (1989: "Rosamunde"; 1992: "Kleine Haie"; 2007: "Emmas Glück") prämiert. Für seine darstellerische Leistung als Vergewaltiger in Matthias Glasners "Der freie Wille" (2006) wurde er mit dem Silberner Bären, mit dem Silver Hugo und beim New Yorker Tribeca-Festival ausgezeichnet. 2007 spielte er an der Seite von Til Schweiger in "Keinohrhasen", 2008 war er in Dennis Gansels "Die Welle", 2010 in Matti Geschonnecks "Boxhagener Platz" und 2011 in Leander Haußmanns "Hotel Lux" zu sehen.

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