• 01.10.2019
      10:45 Uhr
      Wundersame Wanderungen Die Mönchsgrasmücke | arte
       

      Graues Gefieder und eine schwarze oder rotbraune Federkappe charakterisieren die Mönchsgrasmücke. Dieser faszinierende Singvogel ist in Europa weit verbreitet. Jedes Jahr im Herbst ziehen Millionen Mönchsgrasmücken bei Nacht über den Kontinent, um zu ihren Winterquartieren zu gelangen. Wie aber orientieren sich diese Vögel in der Dunkelheit? Wie finden sie ihren Weg? Und das größte Geheimnis ist die Frage: Suchen sie sich gerade neue Flugrouten? Mit neuester Technologie versuchen die Forscher, dem Rätsel ihrer Migration auf die Spur zu kommen.

      Dienstag, 01.10.19
      10:45 - 11:30 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo HD-TV

      Graues Gefieder und eine schwarze oder rotbraune Federkappe charakterisieren die Mönchsgrasmücke. Dieser faszinierende Singvogel ist in Europa weit verbreitet. Jedes Jahr im Herbst ziehen Millionen Mönchsgrasmücken bei Nacht über den Kontinent, um zu ihren Winterquartieren zu gelangen. Wie aber orientieren sich diese Vögel in der Dunkelheit? Wie finden sie ihren Weg? Und das größte Geheimnis ist die Frage: Suchen sie sich gerade neue Flugrouten? Mit neuester Technologie versuchen die Forscher, dem Rätsel ihrer Migration auf die Spur zu kommen.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Benoît Demarle

      Die Nachtigallen, Spatzen, Rotkehlchen und Meisen, die die europäischen Gärten und Parks bewohnen, gehören alle zur Familie der Sperlingsvögel. Im Herbst fliegen viele von ihnen zum Überwintern in die südlichen Breiten. Vor allem die unauffällige Mönchsgrasmücke zieht die Aufmerksamkeit der Forscher auf sich.

      Der knapp 20 Gramm schwere Vogel ist weit verbreitet und kommt vorwiegend in Wäldern, aber auch in Grünanlagen und Stadtparks vor. In den letzten hundert Jahren wurde ein großer Bestand beringt beziehungsweise mit kleinen elektronischen Sensoren versehen, so dass das Zugverhalten des Vogels inzwischen weitreichend bekannt ist. Doch immer wieder machen Wissenschaftler neue verblüffende Entdeckungen.

      So zeigt sich die Mönchsgrasmücke als wahrer Wanderprofi. Zu den Reisevorbereitungen gehört die Mauser, bei der ein neues Federkleid entsteht. Zudem verlegt die Mönchsgrasmücke ihren Schlafrhythmus von der Nacht auf den Tag, um nachts von Fressfeinden weitgehend ungestört zu fliegen. Dabei orientiert sie sich an den Sternen und an Magnetfeldschwankungen. Vor jeder neuen Etappe nimmt sie jede Menge Futter - Beeren, Früchte und andere Nahrungsmittel - auf, wodurch sich ihr Körpergewicht verdreifacht. Mit diesen Reserven kann sie mehrere Hundert Kilometer ohne Rast und neuerliche Nahrungsaufnahme durchstehen.

      Die traditionellen europäischen Zugrouten der Mönchsgrasmücken sind erforscht. So wandert ein Teil von ihnen südwestlich zunächst nach Spanien, dann über die Straße von Gibraltar bis Westafrika. Eine zweite Route führt südöstlich in Richtung Balkan, über den Bosporus bis zum Nahen Osten. Doch immer mehr „abtrünnige“ Vögel verlassen diese angestammten Routen und fliegen stattdessen gen Norden - laut Forschung ein völlig neues und untypisches Verhalten für einen Vogel der Nordhalbkugel.

      Wenn es Herbst wird in Europa, müssen viele Tiere in wärmere Breiten ziehen. Bei einigen vollzieht sich diese Migration so unbemerkt, dass bisher nur wenig darüber bekannt ist. Dabei überqueren sie Meere und Wüsten, trotzen Wind und Wetter und legen Tausende Kilometer zurück. Mit Hilfe modernster Technik können die Wissenschaftler nun ihren Weg verfolgen und die Geheimnisse ihrer „wundersamen Wanderungen“ lüften.

      Dokumentationsreihe Frankreich 2018

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