• 18.07.2020
      21:35 Uhr
      Vergessene Wracks Schwarze Tränen der Meere | arte Tipp
       

      Vor den Küsten der Welt liegen tickende Zeitbomben, von denen die Öffentlichkeit bisher kaum etwas ahnt: 6.300 Wracks, gesunken im Zweiten Weltkrieg, verrosten seit mehr als 70 Jahren im Meer. Die Gefahr, die von ihnen ausgeht, stellt alle bisherige Ölkatastrophen in den Schatten: Als 1989 der Tanker "Exxon Valdez" vor Alaska auf Grund lief, verseuchte er die Küste mit 37.000 Tonnen auslaufenden Rohöls. Ein Bruchteil dessen, was in den Wracks aus dem Zweiten Weltkrieg vermutet wird: Forscher schätzen die in ihnen verbliebene Menge Öl auf bis zu 15 Millionen Tonnen.

      Samstag, 18.07.20
      21:35 - 22:30 Uhr (55 Min.)
      55 Min.
      Stereo HD-TV

      Vor den Küsten der Welt liegen tickende Zeitbomben, von denen die Öffentlichkeit bisher kaum etwas ahnt: 6.300 Wracks, gesunken im Zweiten Weltkrieg, verrosten seit mehr als 70 Jahren im Meer. Die Gefahr, die von ihnen ausgeht, stellt alle bisherige Ölkatastrophen in den Schatten: Als 1989 der Tanker "Exxon Valdez" vor Alaska auf Grund lief, verseuchte er die Küste mit 37.000 Tonnen auslaufenden Rohöls. Ein Bruchteil dessen, was in den Wracks aus dem Zweiten Weltkrieg vermutet wird: Forscher schätzen die in ihnen verbliebene Menge Öl auf bis zu 15 Millionen Tonnen.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Christian Heynen

      Die Dokumentation führt die Zuschauer vor die Ostseeküste Polens, nach Norwegen, in die USA und in den Pazifischen Ozean. Sie begleitet Wissenschaftler, die untersuchen, wie stark der Meeresboden an manchen Orten bereits durch austretendes Öl verseucht wurde. Die Forscher beobachten kritische Wracks, entwickeln Gefahrenszenarios und warnen: Das Öl etlicher gesunkener Schiffe müsste dringend abgepumpt werden. Noch wäre Zeit, die "schwarzen Tränen der Meere" sicher zu entsorgen.
      Doch trotz aller Warnungen unternehmen die wenigsten Regierungen bisher etwas gegen die Gefahr. Die Wracks auszupumpen wäre zwar technisch möglich, aber aufwendig und teuer. Dabei warnen Experten, dass etliche Wracks jetzt in eine kritische Phase eintreten. Aufgrund der jahrzehntelangen Korrosion im salzigen Meerwasser reichen manchmal kleinste Erschütterungen aus, um die Stahlwände der gesunkenen Schiffe brechen zu lassen. Die Dokumentation begibt sich auf eine ebenso spannende wie brisante Recherche in die Tiefen der Meere und dokumentiert einen Wettlauf gegen die Zeit. Meeresforscher, Küstenwachen und Bergungsexperten weltweit sind sich einig: Die Frage ist nicht ob, sondern nur wann weitere massive Ölaustritte aus Wracks des Zweiten Weltkriegs eine Ölpest verursachen werden.

      Beim NaturVision Filmfestival 2017 in Ludwigsburg erhielt die Dokumentation den NaturVision Sonderpreis Die Stadt und das Meer. Die Jurybegründung lautet:
      "Die Dokumentation ‚Schwarze Tränen der Meere' führt eindringlich Zeitbomben vor Augen, die unmittelbar vor unseren Küsten ticken: Schiffswracks, die im Zweiten Weltkrieg versenkt wurden und aus denen seit langem zum Teil hochgiftiges Schweröl austritt. Die inhaltlich klar strukturierte Reportage geht dem Meer buchstäblich auf den Grund. Zunächst in der Danziger Bucht, in der uns ein engagierter Protagonist des polnischen Marineinstituts vermittelt, welche Gefahren mit dem Öl, das in tränenförmigen schwarzen Tropfen aus den Wracks austritt, einhergehen. Ergänzende historische Aufnahmen, elegant mit aktuellen Bildern verknüpft, zeichnen präzise nach, wie es zur aktuellen, ökologisch bedrohlichen Lage kommen konnte. Bald wird klar, dass es sich nicht etwa um ein lokales, sondern um ein weltweit akutes Problem handelt. Dabei ist die Kamera immer nah am Geschehen - auf Expeditionen, in Labors und bei Fachtagungen. Gleichzeitig versäumt die aufschlussreiche Dokumentation es nicht, Wege aus dem Dilemma aufzuzeigen. Bislang standen, wenn vom problematischen kriegsbedingten Erbe in den Meeren die Rede war, meist Munitionsreste im Fokus. Die Dokumentation ‚Schwarzen Tränen des Meeres' verweist nun auf ein Problem, dem mindestens die gleiche Aufmerksamkeit gebührt. Damit ist der Film auch ein sehr wichtiger Beitrag zum aktuell laufenden Wissenschaftsjahr ‚Meere und Ozeane' des Bundesministeriums für Bildung und Forschung."

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      Samstag, 18.07.20
      21:35 - 22:30 Uhr (55 Min.)
      55 Min.
      Stereo HD-TV

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 16.07.2020