• 17.01.2020
      22:55 Uhr
      Tracks Very Green Trip (1/2) | arte
       

      Während die aktuelle Diskussion von Weltuntergangsszenarien, Greta Thunberg und Extinction Rebellion dominiert wird, lädt "Tracks" die Zuschauer gemeinsam mit Timothy Morton zu einem Very Green Trip in zwei Folgen ein.

      Freitag, 17.01.20
      22:55 - 23:25 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo

      Während die aktuelle Diskussion von Weltuntergangsszenarien, Greta Thunberg und Extinction Rebellion dominiert wird, lädt "Tracks" die Zuschauer gemeinsam mit Timothy Morton zu einem Very Green Trip in zwei Folgen ein.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Realisateurs Differents
      Redaktionelle Zustaendigkeit Jean-Marc Barbieux

      2015 rüstete Timothy Morton sein Haus in Houston, Texas, mit einem Windrad aus. Dem britischen Philosophen war klar geworden, dass es nicht ohne Auswirkungen auf die Umwelt bleibt, wenn man in allen Zimmern das Licht brennen lässt oder die Garage in einen Nachtclub umfunktioniert. Für ihn war damit der Beweis erbracht, dass Umweltschutz nicht zwangsläufig das Wirtschaftswachstum bremst.In den USA zählt Timothy Morton, dessen Schriften seit Kurzem auch in deutscher und französischer Übersetzung vorliegen, bereits zu den 50 einflussreichsten Philosophen des 21. Jahrhunderts. Zu seinen Fans gehören die Sängerin Björk ebenso wie der zeitgenössische Künstler Ólafur Elíasson, manche sprechen von ihm sogar als dem "Propheten des Anthropozäns"."Tracks" hat den Philosophen an einem Novembertag in New York getroffen. Dass der Mann kein Blatt vor den Mund nimmt, verrät schon sein Bestseller aus dem Jahr 2007, der in Deutschland 2016 unter dem Titel "Ökologie ohne Natur: Eine neue Sicht der Umwelt" erschienen ist.Ohne sich in aufgesetzten Schuldgefühlen oder hohlen Politikerphrasen zu ergehen, dekonstruiert der britische Querdenker darin den Ökologiebegriff und hinterfragt, ob Umweltschutz auch ohne Katastrophenszenarien und naives Gutmenschentum möglich ist.Weitere Gäste: Die US-amerikanische Transgender-DJane Chris Korda ist Gründerin der "Church of Euthanasia", die in den 1990er Jahren mit provokativen Slogans wie "Save the Planet Kill Yourself" und "Selfish? Have Kids" Furore machte. Sie wollte damit auf das Problem der Überbevölkerung und die Endlichkeit der natürlichen Ressourcen aufmerksam machen und die Menschheit dazu bewegen, ihre Rolle auf diesem Planeten neu zu überdenken - 30 Jahre vor Greta!"Tracks" hat auch Künstler getroffen, die das Thema Ökologie auf die Spitze treiben, und zwar in der Ausstellung "OUVERT", die gerade im Centre Transpalette in Bourges ihre Pforten geöffnet hat, und beim Far Festival 2019 in Nyon (Schweiz). Noch radikaler als die Transhumanisten testen die Anhänger des Transvegetalismus Möglichkeiten des Austauschs zwischen den Arten, um unseren anthropozentrischen und utilitaristischen Blick auf die Pflanzenwelt zu verändern.So erschafft der mexikanische Künstler Gilberto Esparza an der Schnittstelle von Technologie, Aktivismus und Botanik aus technologischen Überbleibseln seine "urbanen Parasiten" - kleine Mischwesen, die halb Pflanze, halb Roboter sind und ihre Energie aus städtischen Stromkabeln und verschmutzten Gewässern ziehen (was auf 60 Prozent der mexikanischen Flussläufe zutrifft).Für die Bio-Künstlerin Spela Petric ist dagegen das Zeitalter des "Homo Vegetalus" angebrochen. Die Slowenin züchtet "vegetabile Embryonen" im Reagenzglas und boostet deren Wachstum durch Zufuhr von Steroiden, die sie aus ihrem eigenen Urin gewinnt."Tracks Special" stellt auch eine neue Generation von Aktivisten vor, die "Minimalisten". Die Jünger der Besitzlosigkeit folgen dem Vorbild von Joachim Klöckner, der nicht mehr als 50 Gegenstände besitzt, die er alle im Rucksack mit sich führt: Der Alptraum der Konsumgesellschaft! Außerdem beschäftigt sich "Tracks" mit dem "Ökozid" als Kunstströmung, bei der in Performances die aktuell stattfindende "Ermordung der Umwelt" zum Thema gemacht wird.

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      Freitag, 17.01.20
      22:55 - 23:25 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo

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