• 12.06.2018
      21:45 Uhr
      Türsteher Europas Wie Afrika Flüchtlinge stoppen soll - Thema: Krise als Geschäft | arte
       

      Mit Milliardensummen werden afrikanische Staaten als neue Grenzschützer etabliert. Entwicklungshilfe wird an Bedingungen geknüpft: Nur wer Europa bei der Migrationskontrolle beisteht, bekommt Geld. Profiteure dieser Politik sind Rüstungs- und Sicherheitsfirmen. In zwölf Ländern haben die Autoren der Dokumentation erkundet, wie Europa heute seine Grenzen durch Afrika zieht.

      Dienstag, 12.06.18
      21:45 - 22:40 Uhr (55 Min.)
      55 Min.

      Mit Milliardensummen werden afrikanische Staaten als neue Grenzschützer etabliert. Entwicklungshilfe wird an Bedingungen geknüpft: Nur wer Europa bei der Migrationskontrolle beisteht, bekommt Geld. Profiteure dieser Politik sind Rüstungs- und Sicherheitsfirmen. In zwölf Ländern haben die Autoren der Dokumentation erkundet, wie Europa heute seine Grenzen durch Afrika zieht.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Jan M. Schäfer

      Spanien hat es vorgemacht: Als 2004 Flüchtlinge in Booten von Westafrika zu den Kanarischen Inseln fuhren, griff das Land durch. Es zahlte Ländern wie Senegal viele Millionen Euro, um die Flüchtlinge zu stoppen. Seitdem riegelt die spanische Küstenwache die senegalesischen Strände ab, Tausende Kilometer von Europa entfernt. Dieses Prinzip kopiert die EU heute im großen Stil mit fast zwei Dutzend Ländern in Afrika. Der Deal lautet: Entwicklungshilfe gegen Flüchtlingsstopp. Mehrere Milliarden Euro bietet die EU für die Koalition in Sachen Grenzschutz. Entwicklungshilfe wird an Bedingungen geknüpft: Wer beim Kampf gegen irreguläre Migration als Türsteher der EU agiert, bekommt Geld. Europäische Polizisten und Soldaten werden in immer mehr Länder Afrikas geschickt, um den Grenzschutz zu verbessern. Auch Diktaturen wie Sudan und Eritrea werden so zu "Partnern" Europas, um Fluchtrouten zu unterbrechen. Für europäische Sicherheits- und Rüstungskonzerne ist das Geschäft mit der Grenztechnologie ein neuer Absatzmarkt. Mit Hilfe von Entwicklungsgeldern investieren afrikanische Regierungen in Hochtechnologie "Made in Europe", die sie sich ohne EU-Hilfe nicht leisten können. Kritik äußert die Afrikanische Union: Sie sieht ihre Pläne von einem Kontinent der Freizügigkeit ähnlich dem Schengen-Modell als unvereinbar mit den EU-Vorstellungen. Die Reporter Jan Schäfer und Simone Schlindwein haben unter anderem in Uganda, Niger und dem Sudan untersucht, wie die EU ihre Migrationspolitik in Afrika durchsetzt, wer davon profitiert und welchen Preis die Migranten dafür zahlen müssen.

      • Thema: Krise als Geschäft

      Krisen nehmen zu, die Welt rüstet auf und die Streitkräfte stehen unter Druck - auch in Deutschland und in Frankreich. Beide Armeen kämpfen mit gravierenden Finanzproblemen, schlechtem Material und Personalmangel. Die Lösung des Problems scheint in der Zusammenarbeit mit privaten Firmen und Konzernen zu liegen, die die Budgets zumindest kurzfristig entlasten. Gleichzeitig wird die heimische Rüstungsindustrie angekurbelt und gestärkt - mit Waffenexporten.
      Der investigative Dokumentarfilm "Armeen im Griff der Konzerne" wirft einen intensiven Blick auf den Verteidigungssektor und die Lobby der Rüstungsindustrie.
      Die Flüchtlingskrise ist der Anlass des zweiten Films, "Türsteher Europas - Wie Afrika Flüchtlinge stoppen soll". Mit Milliardensummen werden afrikanische Staaten als neue Grenzschützer etabliert. Entwicklungshilfe wird an klare Bedingungen geknüpft: Nur wer Europa bei der Migrationskontrolle beisteht, bekommt Geld. In zwölf Ländern haben die Autoren erkundet, wie Europa heute seine Grenzen durch Afrika zieht und europäische Firmen ganz nebenbei noch große Geschäfte machen.

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      21:45 - 22:40 Uhr (55 Min.)
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