• 07.08.2012
      00:05 Uhr
      Susanne Lothar - Mein Leben arte
       

      Sie galt als "Extremschauspielerin" - Susanne Lothar gab sich ihren Rollen sozusagen mit Haut und Haaren hin. In der Dokumentation "Mein Leben" berichtet sie über die schwere Zeit nach dem Tod ihres Mannes, dem Schauspieler Ulrich Mühe, und zeigt ihre private Seite. ARTE wiederholt diesen Beitrag als Hommage an die kürzlich verstorbene Künstlerin.

      Nacht von Montag auf Dienstag, 07.08.12
      00:05 - 00:40 Uhr (35 Min.)
      35 Min.
      VPS 00:04
      Neu im Programm
      Stereo

      Sie galt als "Extremschauspielerin" - Susanne Lothar gab sich ihren Rollen sozusagen mit Haut und Haaren hin. In der Dokumentation "Mein Leben" berichtet sie über die schwere Zeit nach dem Tod ihres Mannes, dem Schauspieler Ulrich Mühe, und zeigt ihre private Seite. ARTE wiederholt diesen Beitrag als Hommage an die kürzlich verstorbene Künstlerin.

       

      Verletzbarkeit und Stärke - mit diesen Eigenschaften lässt sich nicht nur das Spiel Susanne Lothars beschreiben, sondern auch ihr Leben. Sie wurde oft als "Extremschauspielerin" bezeichnet, weil sie sich buchstäblich mit Haut und Haar in ihre Rollen hinein begibt. Ihr großer Durchbruch gelang ihr mit der Darstellung der "Lulu" in der Inszenierung des gleichnamigen Wedekind-Klassikers von Peter Zadek. Fast fünf Stunden lang stand sie völlig unbekleidet auf der Bühne. Das Stück, das 1987 am Hamburger Schauspielhaus Premiere hatte, löste einen Skandal aus. Nicht wegen ihrer Nacktheit, sondern "weil sie sich bloß gegeben hat" - wie ihre Freundin und Kollegin Sibylle Canonica über sie sagt.

      In ihrer Rolle als gedemütigte Frau in "Das weiße Band", der letzten Kinoproduktion mit Michael Haneke, der sogar als deutscher Beitrag für den Oscar ins Rennen gegangen war und mit 13 Nominierungen als großer Favorit des 60. Deutschen Filmpreises gehandelt wurde, gelingt es ihr, dieser Figur, die weder geliebt noch geachtet wird, eine innere Stärke abzugewinnen.

      Ihr späterer Beruf wurde Susanne Lothar sozusagen in die Wiege gelegt. Ihre Mutter ist die in den 50er Jahren bekanntgewordene Film- und Bühnenschauspielerin Ingrid Andree, ihr Vater war Hanns Lothar, der in Hollywood Karriere machte und in Filmen wie "Eins Zwei Drei" (1961) von Billy Wilder mitspielte.

      Nach dessen frühem Tod lernte Susanne Lothar bereits als Sechsjährige die Nachteile eines öffentlichen Lebens kennen. Obwohl ihre Mutter versuchte, sie so weit es ging vor dem Interesse der Medien zu schützen, war sie doch immer Kind ihrer Eltern und empfand sich oft unter Beobachtung. Ich war immer etwas Besonderes und lange Zeit Außenseiterin , sagt sie. Dieses Bewusstsein, mit dem Beruf und dem Erfolg auch ein öffentlicher Mensch zu sein, hielt sie zunächst davon ab, Schauspielerin zu werden. Doch nach der heimlich abgelegten und bestandenen Aufnahmeprüfung an der Hamburger Schauspielschule erkannte man bald ihre radikale Energie. Sie erhielt Engagements an den größten Bühnen des Landes und spielte schon früh Hauptrollen.

      Das Porträt Mein Leben wurde zwei Jahre nach dem Tod ihres Mannes Ulrich Mühe gedreht. Fast 17 Jahre lang waren Lothar und Mühe ein Traumpaar des deutschen Films. In zahlreichen Produktionen standen sie gemeinsam auf der Bühne und vor der Kamera. Auf dem Höhepunkt seiner beruflichen Karriere, kurz nachdem Mühe für seine Darstellung im Film Das Leben der Anderen den Oscar bekam, starb er mit nur 54 Jahren an Krebs.

      Susanne Lothar war plötzlich alleinerziehende Mutter der beiden gemeinsamen Kinder Sophie und Jakob. Der Film begleitet die Schauspielerin unter anderem auf eine Reise mit ihren beiden Kindern nach New York und Long Island, zu ihrer Freundin, der Filmemacherin Pia Frankenberg, zu den Dreharbeiten der ZDF-Fernsehserie Der Kriminalist und zu einer Clowns-Krankenhausvisite mit den Roten Nasen , einer Organisation, die sie seit einiger Zeit unterstützt. Mit großer Offenheit gibt sie Auskunft über die Schattenseiten ihres frühen Erfolgs und über ihr Leben nach dem Tod ihres Mannes.

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      Nacht von Montag auf Dienstag, 07.08.12
      00:05 - 00:40 Uhr (35 Min.)
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