• 17.02.2018
      21:05 Uhr
      Superhelden Beowulf | arte
       

      Über seine literarische Bedeutung hinaus vermittelt das altenglische Beowulf-Epos dem heutigen Leser viele Einblicke in das Leben der Angelsachsen zwischen der alten heidnischen und der neuen christlichen Religion. In Großbritannien und Dänemark sind Archäologen auf Spurensuche gegangen. Ihre Entdeckungen - spektakuläre Grabbeigaben und eine alte Königshalle - lassen das Bild einer Zeit des Übergangs entstehen.

      Samstag, 17.02.18
      21:05 - 22:00 Uhr (55 Min.)
      55 Min.

      Über seine literarische Bedeutung hinaus vermittelt das altenglische Beowulf-Epos dem heutigen Leser viele Einblicke in das Leben der Angelsachsen zwischen der alten heidnischen und der neuen christlichen Religion. In Großbritannien und Dänemark sind Archäologen auf Spurensuche gegangen. Ihre Entdeckungen - spektakuläre Grabbeigaben und eine alte Königshalle - lassen das Bild einer Zeit des Übergangs entstehen.

       

      Das Beowulf-Epos gilt als eines der bedeutendsten und einflussreichsten Werke der englischen Literatur. Eine Geschichte über Heldenmut und Monster, die alle Elemente eines modernen Action-Stoffs in sich vereint.

      Der englische Literaturprofessor J.R.R. Tolkien war so fasziniert von diesem Heldengedicht, das er es als Inspiration für seinen "Herrn der Ringe" nutzte. Die Geschichte Beowulfs beginnt im 6. Jahrhundert in Dänemark, im Reich König Hrothgars. Die fröhlichen Feiern seiner Männer in der prunkvollen Festhalle Heorot wecken den Unmut eines blutrünstigen Trolls, der in den naheliegenden Sumpfgebieten haust.

      Zwölf Jahre hält das Monster das Land fest in seinem Griff, tötet alle Krieger. Keiner wagt es, sich ihm entgegenzustellen - bis Beowulf eintrifft, der junge, selbstbewusste Krieger vom Volk der Gauten. Er befreit das Reich vom schrecklichen Scheusal Grendel. Doch auch sein Leben wird Jahre später eine traurige Wendung nehmen.

      Das Beowulf-Epos wurde in einer Umbruchszeit geschrieben. Ab dem 5. Jahrhundert wanderten germanische Angeln, Sachsen und Jüten in Britannien ein. Nachdem die Römer abgezogen waren, herrschte dort für lange Zeit ein Machtvakuum. Die Neuankömmlinge gründeten eigene Königreiche. Auch wenn sie Christen wurden, blieben sie ihrer heidnischen Kultur und ihren Mythen verbunden.

      Dänische, englische und deutsche Wissenschaftler ordnen den historischen Kontext ein und zeichnen ein lebendiges Bild des Lebens und der Glaubenswelt der Angelsachsen. Das Beowulf-Epos ist eine Heldengeschichte, die auch nach über tausend Jahren nichts von ihrer Kraft verloren hat.

      Superhelden überragen normale Sterbliche. Ihre Leiden gehen tiefer. Ihre Erfolge sind größer. Sie sind zentrale Figuren bedeutender Epen. Ihre Abenteuer mögen über das menschliche Maß hinausgehen, trotzdem kann man sich in ihnen wiedererkennen. Das macht sie bis heute aktuell, auch wenn ihre Schöpfer sie immer in einer ganz konkreten geschichtlichen Situation dargestellt haben.

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