• 06.04.2020
      23:35 Uhr
      State Funeral Dokumentarfilm Niederlande 2019 | arte Tipp
       

      Das große Schauspiel um Stalins Tod: Am 5. März 1953 starb Stalin infolge eines Schlaganfalls. Die sowjetische Regierung ordnete ein viertägiges Staatsbegräbnis an. Das ganze Land war in Trauer um den "geliebten Führer" - so wurde es dargestellt. Der ukrainische Regisseur Sergei Loznitsa hat bis heute kaum gesichtetes Archivmaterial rund um das Begräbnis gesammelt und zu einem Essayfilm montiert. In einer Art dokumentarischem Panorama verdeutlicht er den Personenkult um den Diktator und führt dem Zuschauer die propagandistische Inszenierung eines Terrorregimes vor Augen.

      Montag, 06.04.20
      23:35 - 01:45 Uhr (130 Min.)
      130 Min.
      Stereo HD-TV Original mit Untertitel

      Das große Schauspiel um Stalins Tod: Am 5. März 1953 starb Stalin infolge eines Schlaganfalls. Die sowjetische Regierung ordnete ein viertägiges Staatsbegräbnis an. Das ganze Land war in Trauer um den "geliebten Führer" - so wurde es dargestellt. Der ukrainische Regisseur Sergei Loznitsa hat bis heute kaum gesichtetes Archivmaterial rund um das Begräbnis gesammelt und zu einem Essayfilm montiert. In einer Art dokumentarischem Panorama verdeutlicht er den Personenkult um den Diktator und führt dem Zuschauer die propagandistische Inszenierung eines Terrorregimes vor Augen.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Sergei Loznitsa

      Am 5. März 1953 starb Stalin nach langer Krankheit in seiner Datscha bei Moskau. Da man die Krankheit des "genialen Vaters" und "großen Führers der Völker" geheim gehalten hatte, traf die Nachricht das ganze Land überraschend. Die Regierung organisierte ein Staatsbegräbnis nie gekannten Ausmaßes: den "großen Abschied". Die Gedenkfeierlichkeiten wurden im März 1953 auf vier Tage angesetzt, um Millionen von Sowjetbürgern die Gelegenheit zu geben, dem als "unsterblich" geltenden Stalin die letzte Ehre zu erweisen. All diese Beileidsbekundungen wurden dokumentiert, gefilmt und das Material im Russischen Staatlichen Film- und Fotoarchiv in Krasnogorsk aufbewahrt.
      Aus diesem bis dahin kaum gesichteten Archivmaterial gestaltete Sergei Loznitsa einen Essayfilm über den exzessiven Personenkult um Stalin, der bei den Trauerfeiern zum Ausdruck kam. Das Großereignis überschattete alles: So wurde der Tod des damals in der UdSSR sehr beliebten Komponisten Sergej Prokofjew, der am selben Tag wie Stalin verstorben war, erst zwei Tage später bekannt gegeben, da man fürchtete, die Nachricht könne vom Staatsbegräbnis ablenken. Auf den Straßen Moskaus kam es unter den Massen von Trauernden, die sich von dem aufgebahrten Stalin verabschieden wollten, zu einer Massenpanik, bei der Hunderte von Menschen zu Tode getrampelt wurden.
      Für seinen Film hat Sergei Loznitsa Filmmaterial restauriert und die Tonspur sorgfältig bearbeitet; so vermittelt er dem Zuschauer einen realitätsnahen Eindruck von der Monumentalität der Zeremonie, die die Herrschaft der Machthaber über die Massen zum Ausdruck bringt. Das große Schauspiel um Stalins Tod erfährt vor dem Hintergrund des zunehmenden Personenkults in der politischen Wirklichkeit wieder eine erstaunliche Aktualität.

      Der Dokumentarfilm lief auf zahlreichen Festivals, unter anderem 2019 auf dem Internationalen Dokumentarfilmfestival in Amsterdam und auf der Biennale in Venedig.

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      Montag, 06.04.20
      23:35 - 01:45 Uhr (130 Min.)
      130 Min.
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programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 04.04.2020