• 08.10.2013
      23:15 Uhr
      Stadt der Zukunft - Zukunft der Stadt Dokumentation Deutschland 2013 | arte
       

      Die Stadt kann eine Firma, ein Ort der Selbstverwirklichung, des sozialen Kampfes oder großer Planungsträume sein. In London wird das Konzept der Stadt als profitorientiertes Unternehmen vorgestellt. In Hamburg wird ein Problemkiez im Rahmen der IBA 2013 umgestaltet. Wie unterscheidet sich dieser Prozess von einer von Bürgern getragenen Umgestaltung eines Künstlerviertels? Und in Madrid werden die Probleme einer ständig wachsenden Stadt sehr konkret: Knapp 20 Kilometer vom Zentrum entfernt ist ein illegal errichteter, von den Bewohnern selbst verwalteter Stadtteil entstanden.

      Dienstag, 08.10.13
      23:15 - 00:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Neu im Programm
      Stereo

      Die Stadt kann eine Firma, ein Ort der Selbstverwirklichung, des sozialen Kampfes oder großer Planungsträume sein. In London wird das Konzept der Stadt als profitorientiertes Unternehmen vorgestellt. In Hamburg wird ein Problemkiez im Rahmen der IBA 2013 umgestaltet. Wie unterscheidet sich dieser Prozess von einer von Bürgern getragenen Umgestaltung eines Künstlerviertels? Und in Madrid werden die Probleme einer ständig wachsenden Stadt sehr konkret: Knapp 20 Kilometer vom Zentrum entfernt ist ein illegal errichteter, von den Bewohnern selbst verwalteter Stadtteil entstanden.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Irja Martens

      Die Stadt als Firma, als Ort der Selbstverwirklichung, des sozialen Kampfes oder als Ort großer Planungsträume - die Dokumentation "Stadt der Zukunft - Zukunft der Stadt" zeigt die europäischen Metropolen Madrid, London und Hamburg in verschiedenen Situationen und ihre Bewohner als deren Gestalter und Opfer.

      London, die bevölkerungsreichste Stadt Europas, muss in Zeiten der Wirtschaftskrise vor allem eines: sich gegen andere Megastädte behaupten, erklärt ein Ingenieur für Stadtentwicklung bei Siemens, der die Stadtverwaltung von London berät. Seine Botschaft ist klar: Eine Stadt muss wie ein Unternehmen agieren - also profitorientiert - denn die Lösung drängender Probleme, wie Verkehrsbelastung und Luftverschmutzung, werden Milliarden verschlingen. In dem Ausstellungs- und Stadtentwicklungszentrum des Multikonzerns zeigt Martin Powell auf 3D-Leinwänden die Lösungsentwürfe für die Zukunft unserer Städte.

      Von diesen Visionen scheint man in Madrid sehr weit entfernt zu sein. Hier wird die Geschichte der Familie Raji erzählt, die wie zehntausend andere aus finanziellen Gründen in die Cañada Real gezogen sind, einen Siedlungsstreifen nur knapp 20 Kilometer vom Zentrum Madrids entfernt. Nach Jahren der Tolerierung hat die Stadt Madrid dieses Gebiet als lukrativen Baugrund erkannt und reißt seit 2007 vereinzelt Familienhäuser ab, die illegal in dieser Zone gebaut wurden, ohne den Bewohnern eine Alternative zu bieten. Dieses Schicksal droht auch der Familie Raji mit ihrer achtjährigen Tochter Sara. Doch Mohamed Raji hat sich entschieden zu kämpfen.

      Auch in Hamburg sind begrenzter Wohnraum und schwindende Sozialwohnungen ein großes Problem und ein Grund, warum sich die Bildhauerin Christine Ebeling seit 2009 mit weiteren 200 Künstlern für die Umgestaltung des historischen Gängeviertels im Herzen Hamburgs engagiert. Die Initiative namens "Komm in die Gänge" will "ein selbstverwaltetes, öffentliches und lebendiges Quartier mit kulturellen und sozialen Nutzungen" schaffen. Die Dokumentation zeigt Christine bei einem Streifzug durch das Gängeviertel und bei einer Demonstration gegen den Mietenwahnsinn in Hamburg.

      Im Rahmen der Internationalen Bauausstellung 2013 wird der Problemkiez Wilhelmsburg auf der anderen Seite der Elbe neu- und umgestaltet. Allerdings sind die Maßnahmen von der Stadt initiiert, nicht von den Bürgern. Uli Hellweg, der Städteplaner und Leiter der IBA, sieht "die Gesellschaft der Zukunft bunt" und glaubt, dass kluge Stadtentwicklung die Anforderungen einer immer komplexer werdenden Gesellschaft befriedigen muss.

      Wer kann und soll bestimmen, in welche Richtung und mit welchen Prioritäten unsere Städte sich in Zukunft entwickeln? Wie weit soll die Mitbestimmung der Bürger reichen und welche Prozesse müssen "von oben nach unten" geregelt werden? Die Dokumentation macht sich auf die Suche nach Antworten drängender Fragen einer Weltbevölkerung, die dabei ist, sich zu einer Stadtbevölkerung zu entwickeln.

      • Themenabend: Zukunft findet Stadt

      Bereits heute leben mehr Menschen in Städten als auf dem Land. Im Jahr 2050 werden voraussichtlich bereits drei Viertel der Weltbevölkerung in Städten wohnen. Doch auch wenn Städte nur 0,4 Prozent der Erdoberfläche bedecken, verursachen sie doch knapp 80 Prozent der weltweiten Emissionen. Vor welche Herausforderungen dies Stadtplaner, Ingenieure und vor allem die Bewohner stellt, und wie Städte zukünftig versorgt werden können, damit beschäftigt sich der Themenabend unter dem Titel "Zukunft findet Stadt". Denn Städte sind nicht nur Krisenherde und Schauplätze der großen Probleme unserer Zeit, sie sind auch Ideenpools und Pioniere für bedeutende gesellschaftliche Veränderungen. Nicht zuletzt spielen sie eine zentrale Rolle als Tor zur Weltwirtschaft.

      "Stadt der Zukunft - Zukunft der Stadt" spielt in drei Metropolen Europas: London, Madrid und Hamburg. Der Film sucht eine Antwort auf die Frage, wer eigentlich bestimmt, wie sich unsere Städte entwickeln. In London lernt der Zuschauer das Konzept der Stadt als profitorientiertes Unternehmen kennen, das sich im weltweiten Wettbewerb mit anderen Metropolen beweisen muss. In Hamburg verfolgt ein Kamerateam die Umgestaltung eines Problemkiezes im Rahmen der Internationalen Bauausstellung 2013 und stellt diesen Prozess einer von Bürgern getragenen Umgestaltung eines kleinen noch ursprünglichen Künstlerviertels gegenüber, des Gängeviertels. In Madrid werden die Probleme einer ständig wachsenden Stadt sehr konkret: Nur knapp 20 Kilometer vom Zentrum entfernt ist ein illegal errichteter Stadtteil entstanden, in dem die Bewohner die Aufgaben der Verwaltung selbst übernehmen. Nach jahrzehntelanger Duldung durch die Behörden lässt die Stadt seit einigen Jahren Häuser abreißen und setzt Familien auf die Straße, weil das Gebiet wegen des Wachstums der Stadt wirtschaftlich interessant geworden ist.

      "Wie wird die Stadt satt?" zeigt den globalen Kampf um die Nahrungsmärkte der Zukunft. Wo werden wir in Zukunft unsere Lebensmittel anbauen? Auf dem Land, auf Industrieflachdächern, in gemeinschaftlichen Stadtgärten oder riesigen Industriearealen vor der Stadt, wo dann Gewächshäuser neben Massentierhaltungsställen stehen werden? Und welche Folgen hat dies für die ländlichen Räume und die Slums der Städte? Muss die Nahrungsproduktion den Massen in die Stadt folgen? Muss der Fleischkonsum ins schier Unendliche steigen? Oder müssen wir unsere Ernährung umstellen und die Wirtschaftskreisläufe auf dem Land wieder stärken? Oder ist es dafür längst zu spät?

      Mehr im Internet unter: http://future.arte.tv
      Begleitet wird das Programm von einer Online-Applikation auf der ARTE-Plattform ARTE Future.

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