• 09.05.2020
      01:45 Uhr
      Skandal! Ist die Freiheit der Kunst in Gefahr? Dokumentation Deutschland 2020 | arte
       

      Gemälde werden abgehängt, Schauspielerinnen aus Filmen geschnitten, Museen von Empörungswellen in den sozialen Medien eingeschüchtert. Immer lauter klagen identitätspolitische Gruppen Sexismus oder Rassismus in der Kunstwelt an. Die Dokumentation fragt: Droht eine neue Zensur von unten? Oder verschaffen sich zu Recht die Stimmen Gehör, die in Kunst und Gesellschaft zu lange ignoriert wurden?

      Nacht von Freitag auf Samstag, 09.05.20
      01:45 - 02:35 Uhr (50 Min.)
      50 Min.

      Gemälde werden abgehängt, Schauspielerinnen aus Filmen geschnitten, Museen von Empörungswellen in den sozialen Medien eingeschüchtert. Immer lauter klagen identitätspolitische Gruppen Sexismus oder Rassismus in der Kunstwelt an. Die Dokumentation fragt: Droht eine neue Zensur von unten? Oder verschaffen sich zu Recht die Stimmen Gehör, die in Kunst und Gesellschaft zu lange ignoriert wurden?

       

      Stab und Besetzung

      Regie Katrin Sandmann

      In Haifa wird aus christlichen Motiven ein Museum gestürmt, in Paris verhindern Aktivisten mit Vorwürfen des Sexismus und Rassismus Film- und Theaterpremieren und ein Wiener Museum bekommt Ärger wegen Nacktbildern. Immer mehr Gruppen klagen Beleidigung, Rassismus oder Sexismus an, fühlen sich als Opfer inadäquater Darstellungen. Identität ist auch in der Kunstwelt zu einem verteidigungswürdigen Wert geworden. Aber gibt das Gefühl der Beleidigung, das Gefühl Opfer zu sein, den Betroffenen das moralische Recht, nach Zensur zu rufen und somit die Kunstfreiheit einzuschränken?
      Im Kern geht Katrin Sandmann in dieser Dokumentation diesen Fragen nach: Wird moralische Korrektheit gerade zum Kriterium in der Kunst? Bedrohen identitätspolitische Forderungen die Kunstfreiheit? Wie viel Rassismus und Sexismus steckt im arrivierten Kunstbetrieb? Und was passiert, wenn Kunst nur noch durch die identitätspolitische Brille betrachtet wird?
      Während die Professorin und Regisseurin Mame-Fatou Niang eine gerechtere gesellschaftliche Repräsentation in der Kunst anvisiert, glaubt die Philosophin Carole Talon-Hugon, dass diese "Tyrannei der Verletzlichkeit" zu einer Verarmung der Kunst führe. Der Direktor des Wiener Leopold Museums konstatiert einen "Terror der Tugendhaftigkeit" und meint, dass ein Museum einen Shitstorm eben aushalten müsse.
      Achim Borchardt-Hume, Ausstellungsdirektor bei Tate Modern in London, hingegen möchte insbesondere die Museumsinstitution als Ort harter gesellschaftlicher Debatten sehen. Bonaventure Soh Bejeng Ndikung, Berliner Galerist und Kurator der letzten documenta, betont wiederum, dass die Schaffung solcher Diskussionsräume Aufgabe der Kunst sei. Wohin also steuern Kunst und Kulturinstitutionen in Zeiten sozialer Medien und erhöhter öffentlicher Erregbarkeit?

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      Nacht von Freitag auf Samstag, 09.05.20
      01:45 - 02:35 Uhr (50 Min.)
      50 Min.

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 31.03.2020