• 12.02.2011
      14:45 Uhr
      Siehst Du mich? Fernsehfilm Deutschland 2005 | arte
       

      Was ist los mit unserem Leben? Frauen fühlen sich zu dick und Männer überfordert. Und alle wollen nur das Eine: Angenommen werden, so, wie sie wirklich sind! Der Film erzählt von drei Menschen, die das Gefühl haben, nicht liebenswert zu sein.

      Samstag, 12.02.11
      14:45 - 16:20 Uhr (95 Min.)
      95 Min.
      Stereo

      Was ist los mit unserem Leben? Frauen fühlen sich zu dick und Männer überfordert. Und alle wollen nur das Eine: Angenommen werden, so, wie sie wirklich sind! Der Film erzählt von drei Menschen, die das Gefühl haben, nicht liebenswert zu sein.

       

      Tiffany ist Anfang 20, Kosmetikverkäuferin und pummelig. Sie macht ihren Job sehr gut, ist lebensfroh und träumt von Anerkennung, Liebe und einem eigenen Kosmetikgeschäft. Dass sie bisher noch nicht den rechten Erfolg hatte, liegt ihrer Meinung nach vor allem an ihrem Körper, der den gängigen schlanken Schönheitsmaßstäben nicht entspricht. Sie ist hin- und hergerissen zwischen dem, was ihre Umwelt ihr suggeriert, nämlich, dass sie nicht dünn genug ist, und ihrem gesunden Selbstbewusstsein, das ihr eigentlich keine Grenzen setzt. Sie weiß, was sie kann und sie kleidet sich gerne auffällig und sexy, auch wenn das alle anderen schräg und unpassend finden.
      Ihre Mutter Ulla ist ihr ein abschreckendes Beispiel: Dick und ohne Mann, besteht ihr Leben "nur" aus ihrer Tochter und ihrer Tele-Arbeit, die sie von Zuhause aus erledigt. Sie betreibt "Ullas Ratgeber zum Glück" und legt am Telefon Tarot-Karten.
      Tiffany will das alles anders machen, manchmal weiß sie nur nicht genau wie. Und wenn es mal nicht so gut läuft, dann haben ihre Mutter und sie eine große Leidenschaft: Sie schwelgen im Essen und begraben so kurzzeitig ihren Kummer.
      Auf einem ihrer nächtlichen Streifzüge durch die Stadt landet Tiffany in Falks Bar. Sperrstunde. Sie wehrt sich, als er sie zurück in die Kälte schicken will, und er wird neugierig. Der makellos schöne Falk mag Menschen mit ganz eigenem Aussehen. Sie bleibt über Nacht bei ihm - und die Nacht ist das Gegenteil dessen, was sie sonst kennt. Sie kommen sich sehr nah, ohne sich überhaupt zu berühren. Tiffany ist verliebt.
      Aber Falk verhält sich in der Folgezeit zwiespältig. Er geht immer wieder auf ihr Werben ein, aber jedes Mal, wenn es intim werden könnte, blockt er ab. Zunächst lässt Tiffany sich nicht unterkriegen, und versucht es immer weiter. Aber ihre Befürchtung, dass sie einfach zu dick ist, um attraktiv für Falk zu sein, wird immer größer. Und schließlich wird dies auf einer anderen Ebene bestätigt: Ihre Chefin kündigt ihr - trotz guter Verkaufserfolge - und stellt eine schlanke Nachfolgerin ein.
      Das alles bringt die bis dahin unerschütterlich kämpfende Tiffany so aus dem Gleichgewicht, dass sie beschließt, sich ihren Bauch wegoperieren zu lassen. Dieser verhasste Bauch, der ihr in allem im Leben im Weg steht! Aber Operationen sind teuer und Tiffany, die ohne Job dasteht, hat kein Geld. Schließlich klaut sie ihrer Mutter das Geld und legt sich unters Messer.
      Der Eingriff ist heftig und sie braucht etwas Zeit, um wieder auf die Beine zu kommen. Aber dann wird sie plötzlich von ihrer Umwelt ganz anders behandelt. Aber auch anders, als sie es sich vorgestellt hat ...
      Vor allem eine Frage treibt Tiffany um: Was wird passieren, wenn sie mit ihrem neuen Körper endlich Falk gegenübersteht? Wird sie ihn dann endlich für sich gewinnen? Aufgeregt fiebert sie diesem Augenblick entgegen. Aber Falk hatte die ganze Zeit ein völlig anderes Problem, worüber er mit niemandem reden konnte. Ein Riesenkrach entbrennt zwischen den beiden, aber vielleicht schafft er ja Raum für einen Neubeginn?

      Die Regisseurin Katinka Feistl über ihren Film:
      "Ich habe einen Film darüber machen wollen, was es bedeutet, nicht gesehen zu werden. Über Menschen, die von ihrer Umwelt verkannt werden und die doch ein großes Bedürfnis danach haben, für das geliebt zu werden, was sie tief innen sind. Sie wollen nicht einfach nur nach ihrem Aussehen beurteilt werden.
      Dabei scheint es heute ganz selbstverständlich zu sein, an der äußeren Hülle so lange herumzubasteln, bis sie angeblich liebenswert und begehrenswert geworden ist. Was bringt einen Menschen dazu, einen so brutalen Eingriff in den eigenen Körper vorzunehmen? Und verändert so ein Eingriff wirklich ein Leben, macht es das Leben lebenswerter?
      Katinka Feistl, geboren 1972 in Aachen, studierte von 1996 bis 2005 an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb). Sie inszenierte Filme wie "Bin ich sexy?" (2004), "Siehst Du mich?" (2005), "Krieg der Frauen" (2005) und "Ich steig' dir aufs Dach, Liebling" (2009).
      Viktoria Gabrysch wurde 1982 in Berlin geboren. Sie wollte schon immer Schauspielerin werden. Im Alter von elf Jahren stand sie das erste Mal auf der Bühne und wurde für die Hauptrolle der ZDF-Serie "Karfunkel" besetzt. Nach dem Abitur bewarb sie sich an sämtlichen Schauspielschulen Deutschlands - ohne Erfolg. Also nahm sie unverdrossen Privatunterricht, den sie sich durch paralleles Arbeiten selbst finanzierte. Für die Hauptrolle des Films "Siehst Du mich?" wurde sie bei einem Casting in Berlin entdeckt, in dem sie Hunderte andere Bewerberinnen erfolgreich übertrumpfte. Inzwischen hat sie ihr schauspielerisches Können am renommierten Lee Strasberg Institute in New York weiterentwickelt. Für die Rolle Tiffany in "Siehst Du mich?" war Viktoria Gabrysch als beste Nachwuchsschauspielerin beim Filmfest München 2005 Förderpreis Deutscher Film und für den Günter-Strack-Fernsehpreis 2007 nominiert. 2007 wirkte sie im Film "Novemberkind" mit.
      Sebastian Ströbel wurde in Karlsruhe geboren und erhielt seine Schauspielausbildung am Mozarteum in Salzburg. Zu seinen jüngsten Produktionen gehören "Uns trennt das Leben" (2010) und der Fernsehfilm "Isenhart" (2011). Zuvor war er auf Leinwand und Bildschirm unter anderem mit Rollen in "Das Trio" "Polizeiruf 110 - Schneewittchen" "Jetzt erst recht" und in "Geht nicht gibt's nicht" sowie in dem Kurzfilm "Leise Krieger" vertreten. Anfang des Jahres 2010 war Ströbel in der RTL-Fernsehserie "Countdown - Die Jagd beginnt" in einer der Hauptrollen als Kommissar Jan Brenner zu sehen. Neben "Siehst Du mich?" arbeitete Sebastian Ströbel auch in "Ich steig' Dir aufs Dach, Liebling" (2009) und "Wenn die Liebe doch so einfach wär" (2007) mit Katinka Feistl zusammen.

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      Samstag, 12.02.11
      14:45 - 16:20 Uhr (95 Min.)
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