• 28.08.2019
      00:15 Uhr
      Selfie - Tod mit 16 in Neapel Dokumentarfilm Frankreich 2019 | arte
       

      Alessandro und Pietro sind 16 Jahre alt und beste Freunde. Sie leben in Traiano, einem Stadtteil von Neapel, der sich fest in den Händen der Mafia befindet. Ihr Viertel ist ein berüchtigter Drogenumschlagplatz. Im Sommer 2014 wurde ihr Freund Davide Bifolco dort von einem Polizisten erschossen, der ihn für einen flüchtigen Mafioso hielt. Der Filmemacher Agostino Ferrente bat die beiden neapolitanischen Jugendlichen, ihr Wohnviertel und ihren Alltag mit einem Smartphone im Selfie-Modus zu filmen. Ihre Interviews und Monologe vor dem Selfiestick zeigen, wie schwer es für jeden Einzelnen hier ist, nicht Teil der Camorra zu werden.

      Nacht von Dienstag auf Mittwoch, 28.08.19
      00:15 - 01:35 Uhr (80 Min.)
      80 Min.
      Stereo HD-TV

      Alessandro und Pietro sind 16 Jahre alt und beste Freunde. Sie leben in Traiano, einem Stadtteil von Neapel, der sich fest in den Händen der Mafia befindet. Ihr Viertel ist ein berüchtigter Drogenumschlagplatz. Im Sommer 2014 wurde ihr Freund Davide Bifolco dort von einem Polizisten erschossen, der ihn für einen flüchtigen Mafioso hielt. Der Filmemacher Agostino Ferrente bat die beiden neapolitanischen Jugendlichen, ihr Wohnviertel und ihren Alltag mit einem Smartphone im Selfie-Modus zu filmen. Ihre Interviews und Monologe vor dem Selfiestick zeigen, wie schwer es für jeden Einzelnen hier ist, nicht Teil der Camorra zu werden.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Agostino Ferrente

      Nach dem Tod des 16-jährigen Davide Bifolco, der in Neapels Brennpunktviertel Traiano "versehentlich" von einem Polizisten erschossen wurde, der ihn für einen flüchtigen Mafioso gehalten hatte, wollte Filmemacher Agostino Ferrente Freunde von Davide kennenlernen. Er traf auf Alessandro, der in einer Bar kellnert, und dessen besten Freund Pietro, einen Arbeitslosen, der davon träumt, Herrenfriseur zu werden. Er überlässt den beiden ein Smartphone und bittet sie, im Selfie-Modus ihren Alltag in dem Viertel zu filmen, das als Camorra-Hochburg gilt. Das Drogendealen ist hier häufig die erste Einkommensquelle für die ansonsten arbeitslosen Jugendlichen.

      Alessandro und Pietro dokumentieren einen Sommer lang ihr Leben in dem in der Urlaubszeit wie ausgestorbenen Viertel: ihre täglichen Spritzfahrten mit dem Moped, ihre Spaziergänge, ihre Gespräche über Zukunftsträume ebenso wie sehr private Momente. Natürlich sprechen sie auch über ihren Freund Davide, der nicht vorbestraft war, obwohl die Medien und der Justizapparat ihn nach seinem Tod als künftigen Kriminellen darstellten, um von ihrem versehentlichen Schuss auf einen Unschuldigen abzulenken.

      Zentrales Element von "Selfie - Tod mit 16 in Neapel" sind Blicke. Der Film passt sich einer Ausdrucksweise an, die inzwischen alle sozialen Netzwerke beherrscht: selbst gefilmte Handy-Videos. Es ist der erste Dokumentarfilm, der in voller Länge im Selfie-Modus gedreht wurde. Das Dekor bildet eine Welt, in der der Beitritt zur Camorra keine freie Entscheidung ist, sondern scheinbar Teil einer Bestimmung. Alessandro und Pietro tun alles, um sich nicht den kriminellen Gesetzen ihres Umfelds zu beugen.

      Der Dokumentarfilm wurde auf zahlreichen Festivals, unter anderem auf der Berlinale 2019, gezeigt. Auf dem Luxembourg City Film Festival wurde er mit dem Preis für den besten Dokumentarfilm bedacht. Die Berliner Filmfestspiele schreiben: "... eine sowohl visuell als auch auf der Tonebene beeindruckende Collage über Adoleszenz, über ein Leben, in dem die Herkunft über die Zukunft bestimmt, über staatliche Willkür, Wut und Trauer, vor allem aber über eine zärtliche Jungenfreundschaft in einer von Härte dominierten Männerwelt."

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      Nacht von Dienstag auf Mittwoch, 28.08.19
      00:15 - 01:35 Uhr (80 Min.)
      80 Min.
      Stereo HD-TV

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