• 29.09.2020
      21:50 Uhr
      Rinder für den Orient Wenn der Tierschutz an EU-Grenzen endet | arte
       

      Millionen Tiere werden jedes Jahr lebend quer durch Europa in den Nahen Osten und nach Nordafrika transportiert. Im Juni 2020 hat das Europaparlament einer Untersuchungskommission für Tiertransporte zugestimmt. Denn auch nach Jahrzehnten von Protesten gegen unhaltbare Zustände verdursten noch immer Schlachttiere auf wochenlangen Transporten, werden Rinder und Schafe an den Zielorten misshandelt. Aber müssen wirklich so viele Tiere lebend um die Welt transportiert werden?

      Dienstag, 29.09.20
      21:50 - 22:45 Uhr (55 Min.)
      55 Min.

      Millionen Tiere werden jedes Jahr lebend quer durch Europa in den Nahen Osten und nach Nordafrika transportiert. Im Juni 2020 hat das Europaparlament einer Untersuchungskommission für Tiertransporte zugestimmt. Denn auch nach Jahrzehnten von Protesten gegen unhaltbare Zustände verdursten noch immer Schlachttiere auf wochenlangen Transporten, werden Rinder und Schafe an den Zielorten misshandelt. Aber müssen wirklich so viele Tiere lebend um die Welt transportiert werden?

       

      Stab und Besetzung

      Regie Manfred Karremann

      1990 hat der Filmemacher Manfred Karremann seinen ersten Film über Tiertransporte gedreht: Seine Bilder von gequälten Nutztieren aus Deutschland und Europa hatten millionenfache Proteste zur Folge. Anschließend kam mit immer mehr Filmen das ganze Tierleid zwischen Stall und Schlachthof ans Licht. Die Europäische Union hat darauf reagiert: Immer wieder wurden neue Vorschriften erlassen, ob Wassertanks am Lkw oder Trenngitter für die Tiere im Laderaum - vieles hat sich seitdem verbessert. Aber nur innerhalb der EU.

      Doch sobald Tiere auf Lastwagen oder Schiffen die EU verlassen, ist meist Schluss mit Tierschutz. Obwohl der Europäische Gerichtshof schon 2015 in einem Urteil entschieden hat: Tierschutz endet nicht an der Grenze der Europäischen Union. Das Wohl der Tiere müsse bis zum endgültigen Ziel - ob Stall oder Schlachthof - sichergestellt werden. Doch an den Zielorten von Tiertransporten, zum Beispiel im Libanon oder in Ägypten, interessiert sich niemand für die Vorschriften der Europäer. Kontrollen fehlen. So gilt: wo kein Kläger - da kein Richter. Tierquälerei ist an der Tagesordnung, verbessert hat sich seit den 90er Jahren nichts.

      Millionen Tiere werden jedes Jahr lebend quer durch Europa in den Nahen Osten und nach Nordafrika transportiert, meist nur zum Schlachten. Aber warum schlachtet man nicht vor Ort in Europa und transportiert dann nur das Fleisch - und erspart damit den Tieren wenigstens die Qual wochenlanger Transporte? Das ist die Gretchenfrage: Müssen überhaupt so viele Tiere lebend um die Welt transportiert werden?

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      Dienstag, 29.09.20
      21:50 - 22:45 Uhr (55 Min.)
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