• 09.09.2019
      12:15 Uhr
      Re: Straßenhändler in Barcelona Geduldet und gejagt | arte
       

      Im Sommer, wenn die Touristen kommen, sieht man sie fast überall: die Straßenverkäufer von Barcelona. 800 bis 900 sollen es inzwischen sein, doch ganz genau weiß das niemand. Für die meisten ist der Verkauf gefälschter Markenartikel die einzige Chance, Geld zu verdienen. Viele Einheimische fühlen sich jedoch bedroht und protestieren dagegen.

      Montag, 09.09.19
      12:15 - 12:50 Uhr (35 Min.)
      35 Min.

      Im Sommer, wenn die Touristen kommen, sieht man sie fast überall: die Straßenverkäufer von Barcelona. 800 bis 900 sollen es inzwischen sein, doch ganz genau weiß das niemand. Für die meisten ist der Verkauf gefälschter Markenartikel die einzige Chance, Geld zu verdienen. Viele Einheimische fühlen sich jedoch bedroht und protestieren dagegen.

       

      Assane ist vor viereinhalb Jahren aus dem Senegal nach Spanien gekommen. In Barcelona lebt er ohne Papiere und stellt sich jeden Tag auf die Straße, um illegal T-Shirts zu verkaufen. Assane ist ständig auf der Hut, dass ihn die Polizei beim Verkauf nicht erwischt, denn dann droht ihm der Verlust seiner Ware, eine Geld- oder sogar mehrjährige Haftstrafe. „Als ich nach Europa kam, dachte ich, hier würde für mich alles besser werden. Aber es ist viel härter. Die Spanier regen sich ständig über uns auf, dabei versuchen wir doch nur zu überleben.“Daouda hat es geschafft, er lebt inzwischen legal in Spanien. 2015 gründete der Senegalese mit einigen Mitstreitern „Top Manta“, die Gewerkschaft der fliegenden Händler, eine Art Verein, mit eigener Modemarke und einer Boutique. Mitten in der Altstadt verkauft der 34-jährige nun T-Shirts und Pullover mit politischen Statements wie: „legale Kleidung, gemacht von Illegalen“. Daouda ist nicht nur auf die neu geschaffenen Arbeitsplätze stolz, sondern vor allem darauf, Sprachrohr der Verkäufer zu sein: „Wir brauchen eine Lobby. Man jagt uns, man behandelt uns schlecht. Aber wir gehen nicht mehr weg. Europa hat uns in Afrika alles genommen, da können wir nicht mehr bleiben, jetzt sind wir hier.“Seit einiger Zeit entstehen immer mehr Interessensgemeinschaften gegen den illegalen Handel. So wie die Nachbarschaftsgemeinschaft von Barceloneta, die dafür kämpft, dass die Stadt den Verkauf eindämmt. Gastronomen machten weniger Umsatz, und selbst Straßenkünstler fühlen sich benachteiligt. Die Stimmung in Barcelona ist explosiv.

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      Montag, 09.09.19
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