• 27.08.2021
      19:40 Uhr
      Re: Die Lebensmittel-Retter Ins Regal statt in die Tonne | arte
       

      Jahrelang waren es in Deutschland die Tafeln, die überschüssige Lebensmittel einsammelten und an Bedürftige weiterreichten. Jetzt mischen sich kommerzielle Anbieter ein: Unternehmen wie Sirplus aus Berlin und der schwedische Online-Händler Matsmart treten als selbst ernannte Lebensmittelretter auf und verfolgen wirtschaftliche Ziele. Droht ein Verteilungskampf in einem Markt, der bislang gar keiner war?

      Freitag, 27.08.21
      19:40 - 20:15 Uhr (35 Min.)
      35 Min.

      Jahrelang waren es in Deutschland die Tafeln, die überschüssige Lebensmittel einsammelten und an Bedürftige weiterreichten. Jetzt mischen sich kommerzielle Anbieter ein: Unternehmen wie Sirplus aus Berlin und der schwedische Online-Händler Matsmart treten als selbst ernannte Lebensmittelretter auf und verfolgen wirtschaftliche Ziele. Droht ein Verteilungskampf in einem Markt, der bislang gar keiner war?

       

      Jeden Monat verteilt die Berliner Tafel rund 660 Tonnen übrig gebliebene Lebensmittel an rund 125.000 Bedürftige. Allein 50.000 Menschen kommen zu den Ausgabestellen des Kooperationspartners "Laib und Seele". Das oberste Prinzip: Lebensmittel gehören nicht in die Tonne, sondern auf den Tisch. Das findet auch der Berliner Start-up-Gründer Raphael Fellmer. Sein Unternehmen Sirplus betreibt seit 2017 sogenannte Rettermärkte in Berlin und bald auch bundesweit zusätzlich zum Onlineshop. Dort werden Lebensmittel günstig verkauft, die ansonsten weggeworfen worden wären. Der Umsatz von Sirplus lag 2018 nach eigenen Angaben bei 1,2 Millionen Euro.
      Nun tritt auch ein Riese auf den deutschen Markt: Das bereits in Schweden fest etablierte Unternehmen Matsmart eröffnet seinen Onlineshop in Deutschland. Der Gründer Karl Andersson ist überzeugt davon, dass man den Kampf gegen die Verschwendung nur mit den Mitteln des Marktes führen kann. "Wir kümmern uns um den Überfluss, der direkt beim Produzenten anfällt - das können schon mal 100 Paletten Ketchup sein. Niemand außer uns kann mit diesen Mengen umgehen", so Andersson.
      Sabine Werth hat die deutsche Tafel-Bewegung 1993 gegründet. Dass Lebensmittelrettung neuerdings als Geschäftsmodell erkannt wurde, sieht die Pionierin mit gemischten Gefühlen. Eigentlich gibt es genug für alle Akteure - doch wer wird seinen Überfluss noch spenden, wenn er ihn auch verkaufen kann?

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