• 01.09.2019
      20:15 Uhr
      Polen 39. Wie deutsche Soldaten zu Mördern wurden Dokumentation Deutschland 2019 | arte
       

      Bereits im Polenfeldzug 1939 eröffnet die Wehrmacht einen Vernichtungskrieg - auch gegen die Zivilbevölkerung. Anlässlich des 80. Jahrestages des Beginns des Zweiten Weltkriegs geht die Dokumentation der Frage nach, wie in kürzester Zeit aus ganz gewöhnlichen Männern Kriegsverbrecher werden konnten - und warum einige Wenige sich dem mörderischen Geschehen doch widersetzt haben.

      Sonntag, 01.09.19
      20:15 - 21:05 Uhr (50 Min.)
      50 Min.

      Bereits im Polenfeldzug 1939 eröffnet die Wehrmacht einen Vernichtungskrieg - auch gegen die Zivilbevölkerung. Anlässlich des 80. Jahrestages des Beginns des Zweiten Weltkriegs geht die Dokumentation der Frage nach, wie in kürzester Zeit aus ganz gewöhnlichen Männern Kriegsverbrecher werden konnten - und warum einige Wenige sich dem mörderischen Geschehen doch widersetzt haben.

       

      Der Zweite Weltkrieg ist nur wenige Stunden alt, da werden bereits die ersten Verbrechen verübt: „Ganz normale“ deutsche Soldaten brennen polnische Dörfer nieder und ermorden Zivilisten. Die Bilanz des Polenfeldzugs: Über 15.000 Zivilisten werden im September und Oktober 1939 von SS und Wehrmacht getötet. Es ist der „Auftakt zum Vernichtungskrieg“, wie der Historiker Jochen Böhler schreibt. Die Wehrmacht führt von Anfang an einen verbrecherischen Krieg - doch warum ist das so?

      Dieser Frage geht die Dokumentation auf den Spuren von drei Akteuren des Polenfeldzuges nach: Der Frontsoldat Walter K., der Reservist Wilm H. sowie der SS-Mann Erich E. haben Tagebücher und Briefe hinterlassen, in denen sie ihre Erfahrungen und Motive schildern. Wie unter einem Brennglas geben diese drei Geschichten Einblick in das Denken und Handeln deutscher Soldaten von damals. Daneben hat auch die berühmte Regisseurin Leni Riefenstahl einen Auftritt, die im September 1939 Augenzeugin eines Massakers in Polen wurde.

      Die Dokumentation schildert die Kämpfe an der Front, geht auf die Mord-Aktionen der SS ein, erzählt aber auch von den Gesten der Menschlichkeit, die es bei Soldaten wie Wilm H. gegeben hat. Doch auch sie können nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Feldzug nur einem Ziel dient: Die „lebendige Kraft“ des polnischen Staates soll zerstört werden, wie Adolf Hitler in einem Treffen mit der Wehrmachtsführung im August 1939 erklärte.

      Im Stil einer modernen Graphic Novel erzählt der Film von den Wegmarken des Polenfeldzugs und zeigt, was die Akteure auf deutscher Seite damals angetrieben hat. Erklärgrafiken und Landkarten stellen Zusammenhänge her, Archivfilme beleuchten die Hintergründe, ein interdisziplinäres Forscherteam - Historiker, Soziologen, Psychologen aus Deutschland und Polen - analysiert, wie die Wehrmacht bereits im Polenfeldzug ihr Gewissen verloren hat.

      Wird geladen...
      Wird geladen...

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 15.10.2019