• 16.09.2020
      22:35 Uhr
      Neueste Nachrichten aus dem Kosmos Dokumentarfilm Frankreich 2016 | arte
       

      Hélène schreibt kraftvolle Texte mit beißendem Humor. Von sich selbst sagt sie, dass sie zu einer "falsch kalibrierten Charge" gehört und "nirgendwo reinpasst". Hélène kann nicht sprechen und keinen Stift halten, hat nie lesen und schreiben gelernt. Trotzdem ist sie mit einem Theaterregisseur zu sehen, der ihre Texte auf die Bühne bringt, sowie im Dialog mit einem Mathematiker. Als Hélène 20 war, entdeckte ihre Mutter, dass sie über Buchstabenkärtchen kommunizieren kann, die sie auf einem Blatt Papier anordnet. Das ist nur eins von vielen Rätseln um die Autorin mit dem Künstlernamen Babouillec.

      Mittwoch, 16.09.20
      22:35 - 00:05 Uhr (90 Min.)
      90 Min.
      Stereo HD-TV Original mit Untertitel

      Hélène schreibt kraftvolle Texte mit beißendem Humor. Von sich selbst sagt sie, dass sie zu einer "falsch kalibrierten Charge" gehört und "nirgendwo reinpasst". Hélène kann nicht sprechen und keinen Stift halten, hat nie lesen und schreiben gelernt. Trotzdem ist sie mit einem Theaterregisseur zu sehen, der ihre Texte auf die Bühne bringt, sowie im Dialog mit einem Mathematiker. Als Hélène 20 war, entdeckte ihre Mutter, dass sie über Buchstabenkärtchen kommunizieren kann, die sie auf einem Blatt Papier anordnet. Das ist nur eins von vielen Rätseln um die Autorin mit dem Künstlernamen Babouillec.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Julie Bertuccelli

      Wer ist diese junge Frau, deren Leben dieser Dokumentarfilm begleitet? Eine knapp 30-jährige Autistin, die kaum sprechen kann und zurückgeblieben wirkt - bis sie einzelne Buchstabenkärtchen vor sich auf dem Tisch zu Wörtern fügt. Dann wird Hélène Nicolas zur Dichterin Babouillec, deren Visionen und Reflexionen den Leser erstaunen. So sehr Hélènes Äußeres Unbehagen weckt, so sehr fasziniert die visionäre Kraft von Babouillec.

      Mit großem Wohlwollen hat sich die Filmemacherin Julie Bertuccelli dieser schmerzlichen Geschichte genähert, denn auch wenn der Geist über die Beschränkungen siegt, bleibt der Autismus für Hélène ein Joch. Julie Bertuccelli will keine medizinische Fallstudie liefern. Ihre behutsame Annäherung und ihre Diskretion sind erforderlich, lassen aber viele Fragen über die Wirklichkeit dieser Kondition offen.

      Bei einer Theateraufführung mit Texten von Babouillec hat Julie Bertuccelli Hélène und ihre Mutter Véronique getroffen. Das brachte sie auf die Idee, einen Film über Ausdrucksformen jenseits des "Normalen" zu machen, die unerwartete Reichtümer bergen - sofern man bereit ist, Vorurteile über Bord zu werfen und sich aus dem gewohnten Bereich unserer Kommunikationsstandards hinauszuwagen. Mit ihrem Dokumentarfilm will sie keine Frau mit Behinderung vorstellen, sondern das Porträt einer außergewöhnlichen Künstlerin zeichnen.

      Die Filmemacherin Julie Bertuccelli hat sich schon immer für das Recht aufs Anderssein interessiert und dafür, wie Menschen unter schwierigen Umständen über sich hinauswachsen - wie etwa ihr Dokumentarfilm "Der Schulhof von Babel" aus dem Jahr 2013 sehr deutlich zeigt. Ein besonderes Augenmerk der Regisseurin gilt Problemen der Kommunikation.

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