• 17.08.2020
      23:25 Uhr
      Nach jeder noch so langen Nacht Dokumentarfilm Frankreich 2019 | arte
       

      Der Dokumentarfilm zeichnet das Porträt des senegalesischen Marxisten Omar Blondin Diop, der sich in Jean-Luc Godards Maoismus-Spielfilm "Die Chinesin" selbst spielte. In Dakar pflegen junge Senegalesen heute eine besondere Beziehung zur chinesischen Kultur. Omars Brüder und Freunde erinnern sich an die Tragweite seines politischen Aktivismus.

      Montag, 17.08.20
      23:25 - 00:45 Uhr (80 Min.)
      80 Min.
      Stereo HD-TV Original mit Untertitel

      Der Dokumentarfilm zeichnet das Porträt des senegalesischen Marxisten Omar Blondin Diop, der sich in Jean-Luc Godards Maoismus-Spielfilm "Die Chinesin" selbst spielte. In Dakar pflegen junge Senegalesen heute eine besondere Beziehung zur chinesischen Kultur. Omars Brüder und Freunde erinnern sich an die Tragweite seines politischen Aktivismus.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Vincent Meessen

      Wer war Omar Blondin Diop? Ältester von sechs Brüdern? Der erste Senegalese, der die prestigeträchtige französische Elite-Uni "Normale sup'" absolvierte?  Achtundsechziger im Umfeld der Uni Nanterre? Maoistischer Schauspieler unter Jean-Luc Godard? Freund der Familie Gallimard? Kurzzeit-Trotzkist, Anhänger der Situationisten, ungeduldiger Revolutionär? Wegbereiter eines senegalesischen Künstlerkollektivs? Ein Selbstmörder, der keiner war?In "Nach jeder noch so langen Nacht" erinnern sich Angehörige und Freunde an den verstorbenen Bruder, Freund und Mitstreiter. Tatsächlich hat Omar Blondin Diop an den Hochschulen École Normale Supérieure und Paris Nanterre studiert, in Godards Film "Die Chinesin" mitgespielt, im Jahr darauf an den Studentenprotesten des Mai 68 in Paris teilgenommen und bei den Dreharbeiten zu Godards Experimentalfilm "One+One" in London sowie später in Algier die Black Panthers getroffen.In Senegal gründeten einige Jahre später mehrere seiner Brüder mit Freunden die Gruppe der "Incendiaires" (deutsch: Brandstifter). Sie wollten "die französische Kultur in Brand setzen". Als sie 1971 versuchten, die Autokolonne der Präsidenten Senghor und Pompidou anzugreifen, wurden sie verhaftet und zu langen Gefängnisstrafen verurteilt. Omar Blondin Diop war entsetzt über die unverhältnismäßig hohen Strafen. Er brach nach Afrika auf, um die Verurteilten zu befreien, wurde jedoch zuvor verhaftet und wegen des Befreiungsversuchs verurteilt. Ein paar Monate später fand man ihn erhängt in seiner Zelle. Sein tragischer Tod wirkte in Senegal wie ein Schock mit massiven politischen und gesellschaftlichen Auswirkungen: Das Einparteiensystem wurde abgeschafft, politische Gefangene wurden aus der Haft entlassen, eine avantgardistische Theater- und Kunstszene entstand."Nach jeder noch so langen Nacht" liefert eine Erzählung, die das Schweigen der offiziellen Geschichte bricht. Ehemalige Weggefährten geben vielfältige Einblicke in Omar Blondin Diops außergewöhnliches Leben und appellieren an die Justiz. Denn die amtliche Todesursache "Suizid" wurde von Omars Familie und Freunden immer bezweifelt. Heute fordern sie vehement, dass der Fall neu untersucht wird, damit endlich die Wahrheit ans Licht kommt.

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      Montag, 17.08.20
      23:25 - 00:45 Uhr (80 Min.)
      80 Min.
      Stereo HD-TV Original mit Untertitel

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 14.07.2020