• 22.10.2012
      10:35 Uhr
      Mit Licht gebaut. Dokumentation Deutschland 2012 - Ein "Lebensschiff" von Hans Scharoun | arte
       

      In der sächsischen Kleinstadt Löbau, verborgen hinter einer alten Fabrikanlage, liegt eines der schönsten Häuser der architektonischen Moderne: das Haus Schminke, das von dem Architekten Hans Scharoun (1893-1972) ab 1930 entworfen und 1933 fertiggestellt wurde. Das dampferähnliche Wohnhaus wurde für den Nudelfabrikanten Fritz Schminke und dessen Familie gebaut, es sollte ein heiterer Ort des Lebens sein. Der Dokumentarfilm lässt die ehemaligen Bewohner des Hauses zu Wort kommen und erläutert die bauhistorischen Besonderheiten eines der bedeutendsten Einzelhäuser des 20. Jahrhunderts.

      Montag, 22.10.12
      10:35 - 11:00 Uhr (25 Min.)
      25 Min.
      Stereo HD-TV

      In der sächsischen Kleinstadt Löbau, verborgen hinter einer alten Fabrikanlage, liegt eines der schönsten Häuser der architektonischen Moderne: das Haus Schminke, das von dem Architekten Hans Scharoun (1893-1972) ab 1930 entworfen und 1933 fertiggestellt wurde. Das dampferähnliche Wohnhaus wurde für den Nudelfabrikanten Fritz Schminke und dessen Familie gebaut, es sollte ein heiterer Ort des Lebens sein. Der Dokumentarfilm lässt die ehemaligen Bewohner des Hauses zu Wort kommen und erläutert die bauhistorischen Besonderheiten eines der bedeutendsten Einzelhäuser des 20. Jahrhunderts.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Niels-Christian Bolbrinker

      Das Haus Schminke wurde von Hans Scharoun für den Nudelfabrikanten Fritz Schminke, dessen Frau Charlotte und deren Kinder erbaut. Architekt und Bauherrenehepaar haben hier kurz vor Beginn des Nationalsozialismus ein bauliches Denkmal von Weltrang geschaffen, ein Haus voller Licht und Offenheit, ein "bürgerliches Sanssouci", wie es der Architekturpublizist Adolf Behne 1933 ausdrückte. Der Volksmund nannte das Haus hinter der Nudelfabrik der Schminkes den "Nudeldampfer". Mit seinen Bullaugen, der Kommandobrücke und der Außentreppe macht es diesem Namen alle Ehre.
      Der aus Bremerhaven stammende Hans Scharoun zitiert hier in der Tat aus der Schiffsarchitektur. In metaphorischem Sinne versteht er das Haus Schminke als ein "Lebensschiff" für die ganze Familie. Die Schminkes wünschten einen Neubau ohne Luxus, ein offenes und modernes Familienhaus für leichte Bewirtschaftung, mit viel Licht und Wohnambiente bei jeder Wetterlage.
      Bei aller Funktionalität der Bereiche des Hauses geht der Bau weit über die kubische Moderne der 20er Jahre hinaus: Scharoun schafft kein Haus nach dem Baukastenprinzip. Er baut ein Haus, das er als Mittler zwischen dem Menschen und der es umgebenden Natur versteht. Dabei nimmt er sich zugleich alle Freiheiten des Baukünstlers und schafft so ein vielschichtiges, architektonisches Kunstwerk, ein Meisterstück des Organischen Bauens.

      Der Film erzählt die Geschichte eines modernen Hauses, das ganz aus seiner Zeit gefallen zu sein scheint. Der Bauhistoriker Klaus Kürvers führt den Zuschauer durch das Haus; Helga Zumpfe, die jüngste Tochter der Schminkes und Ello Hirschfeld, die hier als jüdisches Mädchen und Ziehtochter die NS-Zeit überstand, erzählen, wie der Nudeldampfer ihre Kindheit zu einer unbeschwerten Zeit machte. Achim Wendschuh, Architekt und langjähriger Mitarbeiter Hans Scharouns gibt Einblicke in dessen Werk. So verbindet dieser Film Architektur mit dem Sinn eines Hauses als Lebensort.

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