• 22.07.2020
      22:50 Uhr
      Mediation - Chance für Opfer und Täter Dokumentation Schweiz 2017 | arte
       

      Den Tag ihrer Begegnung werden sie sicherlich nie vergessen. Denn er hat tiefe Spuren hinterlassen - auf beiden Seiten. Am Ende dieses Tages steht auf der einen Seite das Opfer, auf der anderen der Täter. Dass sich beide heute an einem Tisch gegenübersitzen und versuchen, das Geschehene gemeinsam aufzuarbeiten, grenzt an ein Wunder. Restaurative Verfahren, die versuchen, Täter und Opfer zusammenzubringen, werden als Alternative zu herkömmlichen Strafprozessen zunehmend anerkannt. François Kohler dokumentiert Mediationsprojekte in der Schweiz und begleitet Täter und Opfer. Wird ein Dialog überhaupt möglich sein?

      Mittwoch, 22.07.20
      22:50 - 23:45 Uhr (55 Min.)
      55 Min.
      Stereo HD-TV

      Den Tag ihrer Begegnung werden sie sicherlich nie vergessen. Denn er hat tiefe Spuren hinterlassen - auf beiden Seiten. Am Ende dieses Tages steht auf der einen Seite das Opfer, auf der anderen der Täter. Dass sich beide heute an einem Tisch gegenübersitzen und versuchen, das Geschehene gemeinsam aufzuarbeiten, grenzt an ein Wunder. Restaurative Verfahren, die versuchen, Täter und Opfer zusammenzubringen, werden als Alternative zu herkömmlichen Strafprozessen zunehmend anerkannt. François Kohler dokumentiert Mediationsprojekte in der Schweiz und begleitet Täter und Opfer. Wird ein Dialog überhaupt möglich sein?

       

      Stab und Besetzung

      Regie François Kohler

      (Raub-)Überfall, Autounfall, Vergewaltigung: Die Liste jener traumatischen Ereignisse, die einen zu Opfer oder Täter werden lassen, ist unendlich. Es sind jene Begegnungen, die tiefe Spuren hinterlassen - am Körper und auf der Seele. Wie durch ein unsichtbares Seil bleiben Täter und Opfer miteinander verbunden, aneinandergeschweißt durch die (Ungeheuerlichkeit der) Tat. Trotz dieser Verbundenheit treffen Täter und Opfer oftmals höchstens im Gerichtssaal aufeinander. Der eine auf der Anklagebank, der andere als Kläger oder auf dem Zeugenstuhl. An dieser Stelle sollen restaurative Verfahren und Mediationsprojekte anknüpfen, sollen eine Alternative schaffen zu einem Rechtssystem, das sich ausschließlich auf Strafe und Sicherheitsdenken gründet. Im Dialog will man Tätern und Opfern die Gelegenheit geben, ihre Geschichte zu erzählen und so das Geschehene gemeinsam zu verarbeiten. Mit Hilfe von Mediatoren will man Verständnis schaffen - für beide Seiten. Doch lassen sich zwischenmenschliche Schäden überhaupt wiedergutmachen? Kann ein Opfer-Täter-Dialog wirklich befreiend sein? Was, wenn die Gespräche nicht konstruktiv sind, keine heilende Wirkung haben? Viele juristische Instanzen zögern, derartige Verfahren zuzulassen. In Belgien wird Jugendmediation bereits seit Jahren mit Erfolg angewandt; in der Schweiz hingegen stecken derartige Methoden noch in den Kinderschuhen. François Kohler dokumentiert die schwierige Umsetzung eines Mediations-Pilotprojekts in Gefängnissen in der deutsch- und französischsprachigen Schweiz und begleitet sowohl Täter als auch Opfer.

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