• 08.04.2018
      23:00 Uhr
      Maurice Béjart, ein Leben für den Tanz Dokumentarfilm Schweiz / Belgien / Frankreich 2017 - Schwerpunkt: Lasst uns tanzen! | arte
       

      Er revolutionierte das klassische Ballett und ließ das Tutu von der Bühne verschwinden: Der Franzose Maurice Béjart (1927-2007) gilt als einer der weltweit bekanntesten Choreographen. Er wurde in den 60er und 70er Jahren durch seine spektakulären Inszenierungen bekannt, darunter "Le sacre du printemps" und "Boléro". Mit unveröffentlichtem Archivmaterial, Bühnenmitschnitten und Interviews nähert sich das Porträt dem Schaffensprozess des vielschichtigen Künstlers, der mehr als 100 Meisterwerke schuf.

      Sonntag, 08.04.18
      23:00 - 00:05 Uhr (65 Min.)
      65 Min.
      Stereo HD-TV

      Er revolutionierte das klassische Ballett und ließ das Tutu von der Bühne verschwinden: Der Franzose Maurice Béjart (1927-2007) gilt als einer der weltweit bekanntesten Choreographen. Er wurde in den 60er und 70er Jahren durch seine spektakulären Inszenierungen bekannt, darunter "Le sacre du printemps" und "Boléro". Mit unveröffentlichtem Archivmaterial, Bühnenmitschnitten und Interviews nähert sich das Porträt dem Schaffensprozess des vielschichtigen Künstlers, der mehr als 100 Meisterwerke schuf.

       

      Maurice Béjarts OEuvre bewegt sich musikalisch und tänzerisch zwischen Klassik und Avantgarde. Als Tänzer debütierte Béjart - eigentlich Maurice-Jean Berger - 1945 in seiner Heimatstadt Marseille. Den Durchbruch als Choreograph schaffte er 1959 mit der legendären Brüsseler Inszenierung von Igor Strawinskys "Le sacre du printemps". Fünf Jahre zuvor hatte er seine erste eigene Balletttruppe in Paris gegründet. 1960 ging er ganz nach Brüssel und rief hier das Ballet du XXe Siècle ins Leben. Er unterhielt von 1970 bis 1988 in Brüssel die berühmte Mudra-Schule, aus der Maguy Marin und Anne Teresa De Keersmaeker hervorgingen.

      Mit dem Ballet du XXe siècle entwickelte er sein "Totaltheater", in dem Sprache, Musik, Tanz und Regie zu einem Gesamtkunstwerk verschmelzen. Im Sommer 1987 verließ Béjart Brüssel und ließ sich mit seiner weltberühmten Compagnie in Lausanne in der Schweiz nieder. In Lausanne gründete er die Ecole-Atelier Rudra.

      Die Dokumentation nähert sich mit unveröffentlichtem Archivmaterial, zahlreichen Bühnenmitschnitten und Einschätzungen aus heutiger Sicht dem Schaffensprozess eines der produktivsten Choreographen des 20. Jahrhunderts. Unermüdlich experimentierte er mit Tänzern, beseelt von dem Wunsch, seine Kunst auch einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

      Béjart schuf mehr als 100 Meisterwerke. Der Dokumentarfilm zeigt die faszinierendsten Szenen aus seinen bedeutendsten Balletten, darunter Ausschnitte aus "Le sacre du printemps" (Uraufführung 1959 anlässlich der Weltausstellung in Brüssel), "Messe pour le temps présent" (Messe für die Gegenwart, 1966), mit der der Tanz in das Theaterfestival von Avignon Einzug hielt, "Le presbytère" (Das Pfarrhaus, 1997) und "Boléro" (1960) sowie weitere Kreationen aus den 70er Jahren, in denen Béjart männliche Solisten in den Mittelpunkt stellte.

      Aufnahmen von Proben im Tanzstudio offenbaren Maurice Béjarts vielschichtige Persönlichkeit und seinen Willen, die Grenzen des choreographisch Möglichen immer weiter auszuloten. Dabei wird deutlich, wie es ihm gelang, mit kraftvollen und bilderstarken Inszenierungen und ständigem Streben nach Selbsterneuerung ein neues Kapitel in der Tanzgeschichte zu schreiben.

      • Schwerpunkt: Lasst uns tanzen!

      Im April steht das ARTE-Programm ganz im Zeichen des Tanzes, mit zahlreichen Stücken unter der Leitung eminenter Choreographen, von Maurice Béjart bis John Neumeier, von Angelin Preljocaj bis Ohad Naharin. Außerdem entdeckt die luxemburgische Tänzerin und Choreographin Sylvia Camarda in der Dokumentationsreihe "Move!" zahlreiche Facetten und Themen des zeitgenössischen Tanzes. Maurice Béjart, mit bürgerlichem Namen Maurice-Jean Berger, befreite das klassische Ballett von Tutu und klassizistischem Beiwerk. Seine Umsetzungen von Pierre Henrys konkreter Musik oder von so populären Stücken wie dem "Boléro" von Ravel oder Strawinskys "Sacre du printemps" brachten ein breites Publikum zum Ballett. Die jungen Wilden der 68er waren begeistert und strömten in seine Aufführungen in Brüssel und später in Lausanne.

      ARTE widmet dem Tanzrevolutionär ein filmisches Porträt und zeigt seine getanzte Fassung von Beethovens 9. Symphonie. Hamburgs langjähriger Ballettdirektor John Neumeier erzählt in "Nijinsky" die tragische Geschichte des legendären Tänzers der Ballets Russes, jener Truppe, die Anfang des 20. Jahrhunderts die Pariser Ballett-Szene aufmischte. Waslaw Nijinsky wurde von Sergej Djagilew, dem Gründer und Leiter der Ballets Russes, entdeckt und zum Star gemacht. Doch seine Geschichte endet tragisch, er erlitt 1919 einen Nervenzusammenbruch und verbrachte den Rest seines Lebens in psychiatrischen Anstalten. Angelin Preljocaj hat sich für sein Stück "La Fresque - Das Fresko" von einem Märchen aus dem alten China inspirieren lassen. Es geht um ein Wandgemälde, das eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf einen Besucher ausübt: Er verliebt sich unsterblich in eine der darauf dargestellten Frauen. Die Geschichte steht für die Beziehung zwischen der Realität und ihrer Repräsentation in der Kunst, doch auch Platons Höhlengleichnis klingt in ihr an.

      Und zu guter Letzt zeigt ARTE ein Stück des gefeierten israelischen Choreographen Ohad Naharin. Mit seinen Tänzern der Truppe Batsheva Dance Company lotet er in "Last Work" den eigenen Körper und dessen Bewegungsmuster aus, jenseits der Grammatik des klassischen Tanzes. Dazu gibt es "Move!", eine Dokumentationsreihe über den Tanz, diese universelle Sprache, die dem Menschen innewohnt. Das tänzerische Multitalent Sylvia Camarda entdeckt für ARTE die Aktualität und die Relevanz der Tanz- und Bewegungssprache, findet die Kunst im Alltag und das Alltägliche im Tanz.

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      Sonntag, 08.04.18
      23:00 - 00:05 Uhr (65 Min.)
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programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 22.03.2019