• 18.11.2021
      11:45 Uhr
      Leben mit Vulkanen Neapel: Leben am Fuße des Vesuvs | arte Mediathek
       

      Ihre Lavaströme löschen Leben in einem Wimpernschlag aus, ihre Asche ist Quell außerordentlicher Fruchtbarkeit: Die Gegensätzlichkeit von Vulkanen fasziniert den Menschen seit jeher. Viele Kulturen vermuten in den feuerspeienden Riesen sogar den Sitz ihrer Götter. In der Dokumentationsreihe erkundet der Geologe Arnaud Guérin aktive Vulkane rund um den Globus. Er begegnet Menschen, die am Fuße der brodelnden Erdlungen zu Hause sind und einzigartige Beziehungen zu den Glutriesen geknüpft haben. In der heutigen Folge besucht Arnaud Neapel, die Stadt, die den Launen von zwei aktiven Vulkanen ausgeliefert ist.

      Donnerstag, 18.11.21
      11:45 - 12:15 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo

      Ihre Lavaströme löschen Leben in einem Wimpernschlag aus, ihre Asche ist Quell außerordentlicher Fruchtbarkeit: Die Gegensätzlichkeit von Vulkanen fasziniert den Menschen seit jeher. Viele Kulturen vermuten in den feuerspeienden Riesen sogar den Sitz ihrer Götter. In der Dokumentationsreihe erkundet der Geologe Arnaud Guérin aktive Vulkane rund um den Globus. Er begegnet Menschen, die am Fuße der brodelnden Erdlungen zu Hause sind und einzigartige Beziehungen zu den Glutriesen geknüpft haben. In der heutigen Folge besucht Arnaud Neapel, die Stadt, die den Launen von zwei aktiven Vulkanen ausgeliefert ist.

       

      Neapel, die drittgrößte Stadt Italiens, wird von zwei aktiven Vulkanen umrahmt. Einer von ihnen ist der Vesuv, der wohl berühmteste Vulkan der Welt: Die Folgen seines Ausbruchs im Jahr 79 nach Christus, der Pompeji, Stabiae und Herculaneum unter einem riesigen Ascheberg begrub, sind in der Region noch heute sichtbar.

      Seine legendäre Zerstörungskraft lockt Millionen Touristen an, obwohl die Gefahr noch nicht gebannt ist: Je länger der Vulkan schläft, desto größer wird der Druck und desto explosiver kann der nächste Ausbruch werden. Als 1944 in Europa der Zweite Weltkrieg tobte, brach auch der Vulkan aus. Die Eruption forderte 26 Opfer und machte 12.000 Menschen obdachlos.

      Auf der anderen Seite der Stadt befindet sich eine weitere Bedrohung: die Phlegräischen Felder. Durch unterirdische Magmaflüsse und sich erwärmende Gesteinsschichten hebt und senkt sich das Gelände der anliegenden Stadt Pozzuoli - ein seltenes Phänomen. Innerhalb von 15 Jahren hat sich der Erdboden der Gegend gehoben, was sogar zur Evakuierung eines Stadtteils führte.

      Doch die knapp eine Million Neapolitaner haben gelernt, mit den unberechenbaren Nachbarn zu leben, aber auch die Ressourcen für sich zu nutzen, wie das vulkanische Tuffgestein. Zusammen mit dem Geologen Vincenzo Albertini besucht Arnaud ein Stollenlabyrinth 40 Meter unter der Stadt, wo das Gestein abgebaut wurde. Alles, was hier fehlt, wurde benutzt, um die Häuser zu bauen. Es ist wie ein Negativabdruck von Neapel.

      Die Vulkane sind für die Bewohner zugleich Wohltäter und Gefahr, doch der allgegenwärtigen Bedrohung begegnen die Neapolitaner mit Dolce Vita. Als wollten sie den Vulkanen, die ihnen jederzeit alles nehmen können, eine lange Nase ziehen.

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