• 17.08.2015
      09:50 Uhr
      John von Neumann Der Denker des Computer-Zeitalters - Thema: Hiroshima und Nagasaki | arte
       

      Seine Theorien faszinierten die Zeitgenossen, revolutionierten die Wissenschaftsgeschichte und legten den Grundstein zu bahnbrechenden Erfindungen vom 20. Jahrhundert bis heute: John von Neumann wurde 1903 in Budapest geboren und starb 1957 in Washington D.C. Der Film schildert den Lebensweg des Mathematikers und führt vom Habsburger Burgpalast in Budapest über Neurowissenschaften und mathematische Komplexitäten bis in die geheimsten Staatslabors des 20. Jahrhunderts. In Los Alamos beteiligte sich von Neumann an der Entwicklung des amerikanischen Nuklearwaffenprogramms und beriet die Militärs vor dem Abwurf der Atombomben auf Japan.

      Montag, 17.08.15
      09:50 - 10:45 Uhr (55 Min.)
      55 Min.
      Stereo HD-TV

      Seine Theorien faszinierten die Zeitgenossen, revolutionierten die Wissenschaftsgeschichte und legten den Grundstein zu bahnbrechenden Erfindungen vom 20. Jahrhundert bis heute: John von Neumann wurde 1903 in Budapest geboren und starb 1957 in Washington D.C. Der Film schildert den Lebensweg des Mathematikers und führt vom Habsburger Burgpalast in Budapest über Neurowissenschaften und mathematische Komplexitäten bis in die geheimsten Staatslabors des 20. Jahrhunderts. In Los Alamos beteiligte sich von Neumann an der Entwicklung des amerikanischen Nuklearwaffenprogramms und beriet die Militärs vor dem Abwurf der Atombomben auf Japan.

       

      Seine mathematischen Theorien faszinierten die Zeitgenossen, revolutionierten die Wissenschaftsgeschichte und legten den Grundstein zu bahnbrechenden Erfindungen vom 20. Jahrhundert bis heute: der Mathematiker John von Neumann (1903-1957). Von Neumann forschte auf den Gebieten der Mathematik, der mathematischen Logik, der Funktionsanalyse, der Quantenmechanik, der Informations- und Spieltheorie.

      Er befasste sich mit den Zusammenhängen zwischen Rechenmaschinen und menschlichem Gehirn sowie mit der künstlichen Intelligenz, der physikalischen Statik und zellulären Automaten. Er gilt als Vater der Informatik und des modernen Computerdesigns, als Theoretiker der "wechselseitig zugesicherten Zerstörung" und genialer Kenner jener Algorithmen, die bis heute unsere (Finanz-)Welt beherrschen. Viele innovative Konzepte des 21. Jahrhunderts, die in den Bereichen von Neuro- und Chaoswissenschaften Anwendung finden, basieren auf seinen Theorien.

      Von Neumann sprach schon im Alter von sechs Jahren fließend Griechisch. Er gab legendäre Partys, die er manchmal plötzlich verließ, um ein mathematisches Problem zu lösen. Er liebte die Mathematik, Amerika, Macht, Kapitalismus, Frauen und den Alkohol. Doch seine Liebe zur Wissenschaft war so groß, dass er für sie seine Seele verkaufte. Als Berater des US-Militärs berechnete von Neumann die Explosionshöhe der Atombombe "Fat Man" so genau, dass sie in Nagasaki möglichst großen Schaden anrichten sollte. Er war es auch, der die japanischen Zielstädte auswählte und Truman zum Präventivschlag gegen Russland riet.

      Das Mathematik-Genie diente Stanley Kubrick als Vorbild für die Figur des Doktor Seltsam aus "Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte die Bombe zu lieben" und für den fiktiven Computer aus "2001: Odyssee im Weltraum", den sogenannten HAL 9000. Der Dokumentarfilm zeichnet das Porträt eines Mannes, der mit seiner Intelligenz und seiner Rechengeschwindigkeit - nicht nur die hatte er mit HAL 9000 gemeinsam - selbst Nobelpreisträgern wie Albert Einstein das Wasser reichen konnte. Die Dokumentation schildert den Lebensweg des Mathematikers mit Kommentaren von berühmten Physikern und Mathematikern wie Freeman Dyson, Roger Penrose, Marvin Minsky, Edward Teller und zeitgenössischen Denkern, darunter Raymond C. Kurzweil, Robert J. Aumann, Constantinos Daskalakis und Avi Wigderson.

      Vor 70 Jahren, am 16. Juli 1945, explodierte auf der White Sands Missile Range, etwa 250 Kilometer südlich von Los Alamos in der Wüste von New Mexiko, die allererste Atombombe. Es war eine Testexplosion, Ergebnis von vier Jahren Arbeit eines Teams von Wissenschaftlern und Ingenieuren des sogenannten Manhattan-Projekts. Die Bombe des sogenannten Trinity-Tests verwendete Plutonium als nukleares Brennmaterial. Sie besaß eine Sprengkraft von 21 Kilotonnen TNT. Das heißt, die Explosion entsprach einer Sprengkraft von 21.000 Tonnen des herkömmlichen Sprengstoffs TNT.

      US-Präsident Harry S. Truman wurde über den erfolgreichen Test bei der Potsdamer Konferenz unterrichtet. Im Haus Erlenkamp, der heutigen Truman-Villa in Potsdam-Neubabelsberg, unterzeichnete er daraufhin den Befehl, die beiden anderen gebauten Atombomben, "Litlle Boy" und "Fat Man", vorzubereiten, um sie über Japan zum Einsatz zu bringen.
      "Little Boy" explodierte am 6. August 1945, um 08.16 Uhr Japan Standard Time, in 600 Metern Höhe über Hiroshima und tötete innerhalb eines Augenblicks etwa 80.000 Menschen. ARTE erinnert zum 70. Jahrestag mit einem Programmschwerpunkt an die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki vom 6. und 9. August 1945.

      Film von Philippe Calderon

      Wird geladen...
      Wird geladen...

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 18.11.2018