• 05.04.2020
      15:05 Uhr
      James Tissot - Maler der Bourgeoisie Dokumentation Frankreich 2019 | arte Mediathek
       

      James Tissot (1836-1902) war ein herausragender Maler und Porträtist, der aufgrund seiner Verbindungen zu Oberschicht und Modewelt lange missachtet wurde. Der Film zeigt ihn als vielschichtigen, teils widersprüchlichen Künstler - Provinzler in Paris, Franzose in London, bürgerliches Mitglied der Pariser Kommune -, der mit seiner vermeintlich oberflächlichen Kunst die sozialen Codes der gehobenen Gesellschaft offenlegte.

      Sonntag, 05.04.20
      15:05 - 15:55 Uhr (50 Min.)
      50 Min.
      Stereo HD-TV

      James Tissot (1836-1902) war ein herausragender Maler und Porträtist, der aufgrund seiner Verbindungen zu Oberschicht und Modewelt lange missachtet wurde. Der Film zeigt ihn als vielschichtigen, teils widersprüchlichen Künstler - Provinzler in Paris, Franzose in London, bürgerliches Mitglied der Pariser Kommune -, der mit seiner vermeintlich oberflächlichen Kunst die sozialen Codes der gehobenen Gesellschaft offenlegte.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Pascale Bouhenic

      James Tissot (1836-1902) - Maler und Porträtist der gehobenen Gesellschaft zur Zeit des Zweiten Kaiserreichs - kam durch seine Eltern, einem Tuchmacher und eine Modistin, schon früh mit der noch jungen, aber immer bedeutsamer werdenden Modeindustrie in Kontakt und fand darin seine Leidenschaft. Wie seine Künstlerkollegen Manet, Baudelaire und Théophile Gautier begeisterte er sich für die zeitgenössische Mode, interessierte sich aber auch für alte Kostüme und exotischere Kleidung aus Japan oder Palästina. In London, wo Tissot zehn Jahre seines Lebens verbrachte, beobachtete und porträtierte er mit leicht spöttischem Blick die britische Gesellschaft. Besonders einfühlsam zeigte er sich in der Darstellung der verträumt-entrückt wirkenden Frauen, die etwas Geheimnisvolles ausstrahlten. Er illustrierte außerdem eine Bibel und eignete begegnete neuen Techniken wie Fotografie und Buchmalerei mit Neugier und ohne Vorbehalte. Im Laufe der Zeit veränderte er immer wieder seinen Stil, zeigte sich mal impressionistisch, dann wieder realistisch oder präraffaelitisch, was bei seinen Zeitgenossen zu Verwirrung führte. So konnte sein Freund Edgar Degas ihn nicht davon überzeugen, an der ersten Gruppenausstellung der Impressionisten 1874 in Paris teilzunehmen.Tissot ließ sich in keine Schublade stecken und fiel durch die Maschen der Kunstgeschichte. Heute werden seine Werke wiederentdeckt: In seiner 40-jährigen Schaffenszeit entstanden 300 Gemälde, 90 Radierungen, Gravuren, Skulpturen, Emaillearbeiten, Karikaturen und Illustrationen. Besonders erstaunlich sind das unglaubliche Spektrum seiner Kunst und seine Liebe zum Detail, die ihn zu einem beeindruckenden Chronisten seiner Epoche machen. Doch besonders faszinierend ist der unerklärliche Zauber, der von seinen Werken ausgeht. Die Welt, die er darstellt, ist viel mehr als eine einfache Abbildung der damaligen Zeit - sie zeigt eine besondere Art, zu sehen und zu denken. Der Film versucht, diesen unvergleichlichen Stil einzufangen.

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programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 08.04.2020