• 30.09.2019
      04:05 Uhr
      In der Welt zuhause Die Torajas: Daheim auf der Achse der Welt | arte
       

      Von den Pfahlhütten im Amazonas bis hin zu den Mikrohäusern der Metropole Tokio: Wohnraum kann ganz unterschiedlich gestaltet sein. Den verschiedenen Wohnformen liegt dabei jedoch stets dieselbe Frage zugrunde: Wie kann sich der Mensch den Raum zu Eigen machen, um dort in Sicherheit, in Gemeinschaft und im Einklang mit der Umgebung zu leben?
      Der französische Philosoph Philippe Simay stellt ungewöhnliche Behausungen in aller Welt vor und erkundet, was die Architektur über die Lebensweise der Bewohner aussagt. Heute besucht er die einzigartigen Häuser der Toraja auf der indonesischen Insel Sulawesi.

      Nacht von Sonntag auf Montag, 30.09.19
      04:05 - 04:35 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo HD-TV

      Von den Pfahlhütten im Amazonas bis hin zu den Mikrohäusern der Metropole Tokio: Wohnraum kann ganz unterschiedlich gestaltet sein. Den verschiedenen Wohnformen liegt dabei jedoch stets dieselbe Frage zugrunde: Wie kann sich der Mensch den Raum zu Eigen machen, um dort in Sicherheit, in Gemeinschaft und im Einklang mit der Umgebung zu leben?
      Der französische Philosoph Philippe Simay stellt ungewöhnliche Behausungen in aller Welt vor und erkundet, was die Architektur über die Lebensweise der Bewohner aussagt. Heute besucht er die einzigartigen Häuser der Toraja auf der indonesischen Insel Sulawesi.

       

      Stab und Besetzung

      Regie David Perrier

      Auf der indonesischen Insel Sulawesi, 300 Kilometer östlich von Borneo, lebt das Volk der Toraja. Die traditionsbewusste Ethnie hat eine einzigartige Wohnform entwickelt: den Tongkonan - wörtlich übersetzt „Ort zum Hinsetzen”. Die Bauwerke mit der eigenwilligen Architektur bilden den Lebensmittelpunkt der Toraja und spiegeln ihre Weltsicht wider. Doch ist der Tongkonan als Wohnarchitektur für sie überhaupt noch lebendig oder hat er vielmehr eine kulturhistorische Bedeutung?

      In Gesellschaft von Tingting, der als Architekt und Häuptling über die Gebäude und die Einhaltung der dort praktizierten Rituale wacht, entdeckt Philippe die Häuser, die neben den Lebenden auch die Toten beherbergen.

      Betrachtet man die Architektur genau, erinnert deren Form an die eines Bootes. Auf hölzernen Stützpfosten stehend, werden die Tongkonan von einem nach innen gewölbten Dach aus übereinander gelegten Bambusschichten abgedeckt. Die gesamte Konstruktion wirkt sehr simpel, doch ist der Bau der traditionellen Wohnhäuser äußerst anspruchsvoll. Rund 32 Kubikmeter Holz und 20 Kubikmeter Bambus werden als Material benötigt. Von außen mit seinem reichen Dekor sehr imposant wirkend, ist der Innenraum erstaunlich schlicht gehalten - als Zeichen der Bescheidenheit.

      Trotz der scheinbaren Kontraste ist die Wohnkultur der Toraja jedoch in sich stimmig. Alles hat seine Bedeutung und scheint in einer Wechselwirkung zu stehen. Der Tongkonan ist nicht einfach nur eine technische und architektonische Meisterleistung, sondern hält die elementaren Kräfte der Welt zusammen - als Symbol der engen Verbindung zwischen Mensch und Welt.

      Dokumentationsreihe Frankreich 2016

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      Nacht von Sonntag auf Montag, 30.09.19
      04:05 - 04:35 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo HD-TV

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 15.10.2019