• 12.08.2020
      23:10 Uhr
      Im Kopf eines Bullen Dokumentation Frankreich 2018 | arte
       

      Sie sind zur Zurückhaltung verpflichtet - kaum ein Polizist berichtet viel von seinem Job. Doch seit Oktober 2016 gehen Frankreichs Polizeibeamte immer wieder auf die Straße, um ihrer Wut Ausdruck zu verleihen. Die Polizei auf der Straße - das ist wie ein Schutzwall der Republik, der langsam bröckelt. Ein starkes Zeichen, das sowohl die Polizeibehörden als auch die Politik auf die Probe stellt. Um die Hintergründe dieser noch nie da gewesenen Bewegung zu verstehen, haben die Filmemacher mit sieben Gesetzeshütern gesprochen.

      Mittwoch, 12.08.20
      23:10 - 00:10 Uhr (60 Min.)
      60 Min.
      Stereo HD-TV

      Sie sind zur Zurückhaltung verpflichtet - kaum ein Polizist berichtet viel von seinem Job. Doch seit Oktober 2016 gehen Frankreichs Polizeibeamte immer wieder auf die Straße, um ihrer Wut Ausdruck zu verleihen. Die Polizei auf der Straße - das ist wie ein Schutzwall der Republik, der langsam bröckelt. Ein starkes Zeichen, das sowohl die Polizeibehörden als auch die Politik auf die Probe stellt. Um die Hintergründe dieser noch nie da gewesenen Bewegung zu verstehen, haben die Filmemacher mit sieben Gesetzeshütern gesprochen.

       

      Stab und Besetzung

      Regie François Chilowicz

      Die Polizei ist ein Bindeglied, das für das Funktionieren einer Gesellschaft unabdingbar ist. Im Dienst gehorchen Polizisten Befehlen und stehen auf der Seite der Staatsgewalt. Doch trotz ihrer strengen Mäßigungs- und Zurückhaltungspflicht gehen seit Oktober 2016 immer wieder Polizisten in ganz Frankreich auf die Straße. So stellen sie Politiker, Polizeibehörden und Gewerkschaften auf die Probe.
      Wenn die Polizei heute ausrastet, dann sicherlich auch aufgrund der zuletzt besonders belastenden Jahre: terroristische Bedrohungen und dramatische Terroranschläge, dann der Ausnahmezustand, extrem gewalttätige Demonstrationen gegen das Arbeitsgesetz und in der sogenannten Verteidigungszone gegen das Flughafenprojekt nördlich von Nantes, der Zustrom illegaler Immigranten. Und dann der ganz alltägliche Wahnsinn: Beschimpfungen, Beleidigungen, immer mehr Gewalt in den Städten, Verhärtung der Lage in den sozialen Brennpunkten, Übergriffe auf Polizisten und die steigende Selbstmordrate unter Polizeibeamten. Der hohe Ergebnisdruck, der durch Prämienzahlungen und interne Kontrollen geschaffen wird, aber auch die Abschaffung der Nachbarschaftspolizei werden immer deutlicher hinterfragt.
      Diese Männer und Frauen, die an vorderster Front gegen das Auseinanderbrechen der Gesellschaft und soziale Konflikte kämpfen, haben ein sehr finsteres Bild von der Realität. Um herauszufinden, was die Gesetzeshüter zu ihren Protesten bewegt, haben die Filmemacher mit sieben von ihnen gesprochen. Die Polizisten erzählen von ihren Erfahrungen, berichten, dass sie sich alleingelassen fühlen, tagtäglich Angst verspüren. Sie schildern die Konfrontation mit der Gewalt in einer zunehmend gespaltenen Gesellschaft und beschreiben Einsätze, deren Sinn sie immer weniger erkennen können. Im Spannungsfeld zwischen dem Druck von oben in der internen Hierarchie und den Politikern, die nach außen hin Ergebnisse sehen wollen, hinterfragen sie, welche Rolle sie in unserer Gesellschaft spielen. Resignation, Depression, massenhafte Kündigungen - für viele scheint es sich nicht mehr zu lohnen, jeden Tag das eigene Leben aufs Spiel zu setzen und die Frustration zu erdulden, die der Beruf Polizist mit sich bringt.

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      Mittwoch, 12.08.20
      23:10 - 00:10 Uhr (60 Min.)
      60 Min.
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programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 11.07.2020